PARATGE NATURAL DE LA SERRA DE TRAMUNTANA

Der Höhenzug Serra de Tramuntana erstreckt sich über 90 km Länge vom Südwesten bis zum Nordosten Mallorcas und ist eine der beeindruckendsten Naturlandschaften der Insel.

Er besteht aus über zehn Gipfeln mit über 1000 m Höhe. Das Bergmassiv besteht überwiegend aus Kalkstein, der mit Wasser eine einzigartige Karstlandschaft gebildet hat.

Die Zonen Menut, Binifaldó, Son Moragues, Cúber, Sa Coma des Prat, Mortitx, Ses Figueroles, Míner Gran, Sa Coma den Vidal, Gabellí Petit, Planícia…sind Eigentum der Autonomen Gemeinschaft der Balearen und Teil des Naturparks Serra de Tramuntana. Sie haben eine Gesamtfläche von ca. 4000 ha.

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PARATGE NATURAL DE LA SERRA DE TRAMUNTANA

Zulässige Nutzung und Aktivitäten:

  • Suchen von Spargel, Pilzen, Espartogras, Palmenherzen, Früchten u. a. für den privaten Verbrauch, außer in einigen Bereichen des Naturgebiets.
  • Sammeln von nicht endemischen Schnecken für den privaten Verbrauch, außer in einigen Bereichen des Naturgebiets.
  • Traditionelle Landwirtschaft und Viehzucht.
  • Kleine private Gemüsegärten für den Eigenbedarf in direkter Umgebung der vorhandenen Wohnhäuser.
  • Jagd in den als Jagdrevier festgelegten Bereichen und in kontrollierten Jagdzonen.
  • Unterhaltungs- und sportliche Aktivitäten ohne Wettkampfcharakter, außer in einigen Bereichen des Naturgebiets, die keinen Lärm verursachen und/oder querfeldein erfolgen.
  • Freizeitfischerei auf Booten.
  • Freizeit- und Sporttauchen im Meeresbereich des Gebiets.
Nutzungen und Aktivitäten, für die eine schriftliche Genehmigung erforderlich ist:
  • Berufsfilm und -fotografie, insbesondere zu Werbezwecken, wie beispielsweise Videoaufnahmen für das Fernsehen.
  • Wirtschaftliche Verwertung und Genehmigungen zur privaten Wassernutzung.
  • Verwendung von Pflanzenschutzmitteln zur Schädlingsbekämpfung.
  • Sammeln von Spargel, Pilzen, Espartogras, Palmenherzen, Früchten usw. zu kommerziellen Zwecken.
  • Sammeln von nicht endemischen Schnecken zu kommerziellen Zwecken.
  • Veränderung der natürlichen Vegetationsdecke.
  • Nicht traditionelle landwirtschaftliche und viehzüchterische Nutzung und Aktivitäten.
  • Klettern, Abseilen, Freiflug, Wildbachfahrten, Canyoning und andere Risikosportarten.
  • Höhlenforschung.
  • Wissenschaftliche Forschungsprojekte und -initiativen.
  • Unterwasserfischen.
  • Fangen des großen Bärenkrebses (Scyllarides latus).
  • Berghütten.
  • Einrichten von Wander- und Waldwegen oder Strecken aller Art im Zusammenhang mit Angeboten zur öffentlichen Nutzung oder Entfernung von Resten der Waldbiomasse.
  • Schießwettbewerbe zu anderen als Jagdzwecken in einigen Bereichen des Gebiets.
Verbotene Nutzungen und Aktivitäten:
  • Zerstörung von Mineralen, Felsen und Rückständen.
  • Aktivitäten, die Böschungen, Schratten, Schluchten sowie andere Elemente und morphologische Merkmale des Karstgeländes verändern.
  • Veränderung der unterirdischen Höhlenformationen.
  • Vorgehensweisen, mit denen die Qualität von Meer, Wasserläufen, Flüssen, Seen und Quellen wesentlich beeinträchtigt wird.
  • Sport-Parcours.
  • Freizeit- und Sportaktivitäten in einigen Bereichen.
  • Schleppnetz-, Ringwaden- und Langleinenfischerei.
  • Fangen oder Sammeln der Edlen Steckmuschel Pinna nobilis.
  • Ankern auf Neptungraswiesen Posidonia oceanica und auf Meeresboden mit Rotalgen Lithothamnium calcareum
  • Fahrverkehr querfeldein mit Ausnahme von Fahrten, die für die Land- und Waldwirtschaft erforderlich sind.
  • Benutzung von Abkürzungen.
  • Einführung in die Natur von gebietsfremden Pflanzen- und Tierarten, die als invasiv erachtet werden können.
  • Die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln in einigen Bereichen des Naturgebietes.
  • Die Nutzung von Exemplaren bzw. Populationen von Lorbeer, Eibe, Buchsbaum, Ahorn und anderen Arten, die nur noch in Restbeständen vorhanden sind.
  • Entzünden von Feuer in Waldgebieten.
  • Fahrten mit Sport- und Freizeitbooten sowie Verwendung von Schiffen oder Schwimmvorrichtungen mit Segeln oder Motor in den gekennzeichneten Badebereichen.
  • Taucher dürfen weder in der Hand noch auf ihren Schiffen Instrumente mitführen, die zum Fischen oder Entnehmen von Meerestieren oder -Pflanzen dienen.
  • Füttern der Meerestiere.

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Durch Erklärung zum Naturschutzgebiet sollen die natürlichen und kulturellen Schätze einer Zone geschützt werden.Die Serra de Tramuntana wurde am 16. März 2007 von der Balearenregierung zur geschützten Naturlandschaft erklärt (BOIB Nr. 54 EXT).Mit ihren 62.403 ha Landfläche und 1123 ha Meeresboden ist die Serra Tramuntana das größte Naturschutzgebiet der Balearen. Sie erstreckt sich über Teile der Gemeindegebiete von Alaró, Andratx, Banyalbufar, Bunyola, Calvià, Campanet, Deià, Escorca, Esporles, Estellencs, Fornalutx, Lloseta, Mancor de la Vall, Palma, Pollença, Puigpunyent, Santa Maria, Selva, Sóller und Valldemossa.Mit dem Ressourcenordnungsplan der Balearenregierung für die Serra de Tramuntana, der mit Verordnung 19/2007 (BOIB Nr. 54 EXT) genehmigt wurde, wurde die Verwaltung der natürlichen Ressourcen geregelt und zu diesem Zweck eine Aufteilung nach Nutzungszonen (geschlossene Zone und Zonen mit beschränkter, kompatibler und allgemeiner Nutzung) und Nutzungsrechten (Lizenzen, Zulassungen und Verbote) beschlossen.Zu der geschützten Naturlandschaft Serra de Tramuntana gehören die Naturdenkmäler Torrent de Pareis, Gorg Blau und Lluc (gem. Verordnung 53/2003 vom 16. Mai 2003) und das Naturdenkmal les Fonts Ufanes (gem. Verordnung 111/2001 vom 31. August 2001). Zu der Naturlandschaft gehören daneben ebenfalls Teile des europäischen Netzwerks Natura 2000 (schützenswerte Zonen der EU und/oder Vogelschutzgebiete), geschützte Eichenwälder und unter das Naturraumgesetz (ANEI Serra de Tramuntana) fallende Gebiete, die damit vor Verbauung geschützt werden sollen.

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Das Tramuntana Gebirge liegt im Norden von Mallorca. Sein gebiet umfasst die Gemeinden von Alaró, Andratx, Banyalbufar, Bunyola, Calvià, Campanet, Deià, Escorca, Esporles, Estellencs, Fornalutx, Lloseta, Mancor de la Vall, Palma, Pollença, Puigpunyent, Santa Maria, Selva, Sóller und Valldemossa.

MAPA

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Die Landschaft der Serra zeichnet sich durch ihre Vielfalt aus: Dichte oder lichtdurchflutete Wälder aus Steineichen, Kiefern, Röhricht und anderen Arten wechseln ab mit Wiesen und Feldern, auf denen die Olivenbäume dominieren.Die Serra ist für ihre vielfältige Flora bekannt, zu der eine Reihe endemischer Pflanzen und viele seltene Arten gehören. Wieder andere Arten, wie das Balearen Johanniskraut (Hypericum balearicum) sind überall zu finden. Die Serra bietet Lebensraum für viele Tierarten, darunter die Mallorca-Geburtshelferkröte (Alytes muletensis) und zahlreiche endemische Arten von Wirbellosen, Vögeln, Fleischfressern usw.Vor der Küste der Serra de Tramuntana erstrecken sich Weiden mit Neptungras (Posidonia oceanica), die zusammen mit dem Maerl-Sand und den Korallenbänken eine einzigartige Naturlandschaft bilden, die sich in gutem Erhaltungszustand befindet.Die Serra de Tramuntana war bereits früh besiedelt, bis heute erhaltene Zeugnisse davon sind die Anbauterrassen, die Eishütten („cases de neu“), die Wachtürme, die Festungen und die „Aljibes“ genannten Wasserspeicher.

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Anlagen und Informationsbüros des Naturparks Serra de Tramuntana, der von Espais de Natura Balear verwaltet wird:-Informationsbüro des Naturparks. Ca s’Amitger (Lluc). Ctra. Lluc a Pollença, s/n. Telefon: +34 971 51 70 83 / 971 51 70 70.-Umwelterziehungszentrum Binifaldó.-Bergschutzhütten: Am Gorg Blau, Cúber, Son Moragues, Coma de Binifaldó, Lavanor und comuna de Caimari.-Zeltplätze: Pixarells und Font Coberta. Reservierung unter: +34 971 51 70 70 74-Rastplätze

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Für Unterkunft Informationen, besuchen Sie bitte den folgenden Link von IBANAT (Katalanische Version): www.caib.es und wenn Sie lieber Spanisch, besuchen Sie den folgenden Link www.caib.esUm eine Unterkunft zu reservieren. Reservierungen online oder über die folgende Webseite gemacht IBANAT auf katalanische und Spanisch: www.caib.esBei Fragen können Sie 971177652 anrufen (Montag bis Freitag von 10 Uhr bis 14 Uhr).

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Für alle, die aufgrund irgendeiner körperlichen oder geistigen Behinderung das Naturgebiet nicht besuchen können, besteht die Möglichkeit, die Routen in einem Joëlette-Rollstuhl zurückzulegen.Wenn Sie eine Route aus unserem Angebot wählen möchten, schlagen wir Ihnen bei der Informationsstelle des öffentlichen Landgutes gerne verschiedene Möglichkeiten vor. (Kontakttelefon des öffentlichen Landguts: 971 18 53 63)Um einen Besuch zu vereinbaren, setzen Sie sich bitte mindestens drei Wochen vorher mit den Freiwilligen des Roten Kreuzes in Verbindung. (Servicetelefon des Roten Kreuzes, verfügbar rund um die Uhr: 971 29 50 00)Der Besuch kann immer dann vereinbart werden, wenn Freiwillige verfügbar sind.Das Projekt wurde vollständig vom Hilfswerk der Bank „La Caixa“ finanziert.Was sind Joëlette-Rollstühle? Dabei handelt es sich um einrädrige, geländegängige Rollstühle, die Personen mit eingeschränkter Mobilität die Möglichkeit geben, auf nicht barrierefreien Wegen mit der Hilfe von drei oder mehr Begleitpersonen Wanderungen zu machen.Zugänglichere Naturschutzgebiete Die Naturschutzgebiete auf den Balearen bieten viele Möglichkeiten, die Natur zu genießen, aber in vielen Fällen war es bisher für Personen mit eingeschränkter Mobilität schwierig, dorthin zu gelangen. Jetzt ist es mit den Joëlette-Rollstühlen auch für diese Menschen möglich, die Natur direkt zu genießen.12 Rollstühle stehen zur Verfügung Wir besitzen 12 Joëlette-Rollstühle, die in den Naturschutzgebieten der Balearen benutzt werden können: acht Rollstühle auf Mallorca, zwei auf Menorca, einer auf Ibiza und einer auf Formentera. Außerdem wurde eine Gruppe mit Freiwilligen zusammengestellt, die diese Stühle fahren können.Wer kann eine Route in einem Joëlette-Rollstuhl machen? Alle, sowohl Bewohner der Balearen als auch Auswärtige, die aufgrund einer körperlichen oder geistigen Behinderung nicht im Naturschutzgebiet wandern können, haben die Möglichkeit, in einem Joëlette-Rollstuhl eine Tour durch die Naturschutzgebiete auf den Balearen zu machen. Die Benutzung der Joëlette-Rollstühle ist aufgrund ihrer Merkmale auf Personen mit einem Gewicht von maximal 120 kg beschränkt.Welche Routen sind möglich? Die Naturschutzgebiete auf den Balearen haben sehr viele Strecken zu bieten. Erkundigen Sie sich für jeden einzelnen Fall, welche Wege am empfehlenswertesten sind, sowohl wegen ihrer Merkmale als auch ihres Schwierigkeitsgrades und abhängig von der Jahreszeit. Das Personal der Naturschutzgebiete kann Sie ausführlich beraten.Anfragen Auf Mallorca: Tel.: 971 295000 (24 Stunden), Rotes Kreuz der Balearen. Auf Menorca: Tel.: 971 17 77 05, montags bis freitags von 9 bis 14 Uhr. Auf Ibiza und Formentera: Tel.: 971 30 14 60, montags bis freitags von 9 bis 14 Uhr.Die Anfragen müssen mindestens 3 Wochen im Voraus gestellt werden. Der Tag für die Wanderung wird je nach Verfügbarkeit der Freiwilligen festgelegt. Wenn Sie bereits über die entsprechend ausgebildeten Begleitpersonen verfügen, die Joëlette-Rollstühle fahren können, muss die Verfügbarkeit der jeweiligen Anzahl an Rollstühlen bestätigt werden. Auch Bildungseinrichtungen können für gebuchte Ausflüge aus dem Lehrangebot der Naturschutzgebiete diese Rollstühle anfordern, indem sie auf dem Antragsformular angeben, wie viele sie benötigen. Die Benutzung eines Joëlette-Rollstuhls unterliegt der Verfügbarkeit des entsprechenden Fahrers. Die Rollstühle werden vollkommen kostenlos verliehen.

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  • Camí de les cases de Planícia
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  • Itinerari de la font de s'Obi
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  • Itinerari de l'aljub dels Cristians
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  • Camí dels Ribassos
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  • Camí de la cometa des Morts
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  • Volta a sa Moleta de Binifaldó
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  • Puig de Galatzó per Son Fortuny
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  • Camí de la coma des Cairats
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  • Pujada al puig Tomir
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  • Camí de la coma de Binifaldó
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  • Itinerari de Cúber a Biniaraix
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  • Camí de ses Basses de Mortitx
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  • Camí des Pixarells
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  • Camí de Binibassí
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  • El camí Vell de Caimari a Lluc
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  • Pujada al puig d'en Galileu
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  • Castell d'Alaró
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  • Camí des Correu
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  • Pujada a la mola de s'Esclop
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  • Pujada al puig des Tossals Verds
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  • Camí Vell de Lluc a Pollença
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  • Volta des General
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  • Itinerari de ses Sínies
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  • Les fonts Ufanes
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  • Camí de cala Figuera
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  • Volta al puig des Tossals Verds

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Camí de les cases de Planícia

Dificultad:Niedrig
Distancia:3 km (nur Hinweg)
Duración:75 min
Requisitos:Muss zu Fuß zurückgelegt werden
Recomendaciones:Bequeme Schuhe
Temática:Landschaft, flora und fauna

Color:   

Die Wanderung zu den Bauernhäusern von Planícia, als „Camí de les cases de Planícia“ ausgeschildert, muss zu Fuß zurückgelegt werden, da sie auf ganzer Länge mit Steigung verläuft. Diese Route verläuft auf dem Landgut Planícia, das sich in Staatsbesitz befindet und zum Landschaftsschutzgebiet Serra de Tramuntana gehört. Das Gut liegt innerhalb der Gemeinde Banyalbufar. Die Strecke beginnt bei Kilometer 90.2 der Straße von Pollença nach Andratx (Ma-11) und endet an den Cases de Possessió, genannten Bauernhäusern. Diese Strecke lässt sich gut mit anderen Rundgängen kombinieren, besonders gut mit dem Weg zur Quelle von S’Obi (Font de s'Obi) und zum Wasserspeicher Aljub dels Cristians.

Etapas

Bevor es losgeht, hier noch einige Informationen zur Geschichte des Landguts. Das Gut Planícia wurde unter diesem Namen bereits im 14. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Im 15. Jahrhundert gehörte der Besitz den Brüdern Jaume und Gregori Johan. Anschließend ging er an den Ritter und Inquisitionsminister Francesc Sunyer Colomines. 1732 gehörte das Gut dem Marquis von Campofranco. Damit begann für das Gut eine wahre Blütezeit. Während dieser Zeit gab es mehrere Bauernhäuser, eine Ölmühle (tafona), eine Blutpresse, eine Retorte (alambí) zum Schnapsbrennen und Keller zur Lagerung der Ernte. Es gab einen ausgedehnten Obst- und Gemüsegarten mit Olivenbäumen, Johannisbrotbäumen, Feigenbäumen, Weinstöcken und Getreidefeldern. Die Rebstöcke des gesamten Guts ergaben bis zu 20 somadas Trauben (1 somada ist das Maß für die Ladung, die ein Esel oder ein Maultier tragen kann, etwa 4 volle Säcke). 1938 kam es im Zuge des gesellschaftlichen Wandels und des fortschreitenden Niedergangs der Familie der Marquis von Campofranco zum Verkauf des Guts an die Familie Balle, die es bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts landwirtschaftlich nutzte. Seit Februar 2009 ist das Gut Eigentum der Autonomen Gemeinschaft der Balearen und des spanischen Umweltministeriums und wird vom Umweltministerium der Balearen verwaltet.
Der Weg zu den Häusern des Guts beginnt an der Eingangsschranke an der Straße. Der Weg ist auf ganzer Länge asphaltiert. Der erste Abschnitt verläuft durch einen mit Steineichen und Kiefern bewachsenen Bereich. An der Kreuzung mit dem Fernwanderweg GR, der von Estellencs hierher führt, ändert sich die Landschaft und man sieht die ersten Olivenbäume. Olivenöl war einst das wichtigste Erzeugnis der Landgüter in den Berggebieten. Die hundertjährigen Olivenbäume sind überall auf unserer Insel vertreten. Man sagt, es seien die Karthager gewesen, die den damaligen Inselbewohner beibrachten, die wilden Olivenbäume zu kultivieren und nutzbar zu machen. Beim Weitergehen kommt man zum Beginn des Weges zur Quelle von S’Obi, der nach links abzweigt. Im Anschluss daran kommen wir zum Camp Gran, dem großen Feld. In Banyalbufar heißt es der Überlieferung nach, dass diese Ebene - planura oder planícia auf Katalanisch - dem Gut seinen Namen gegeben hat. Das Camp Gran ist die größte Ackerfläche von ganz Planícia. Hier standen einst die ältetsten Olivenbäume des Guts. Die letzten Besitzer entschieden sich im Zuge des Rückgangs der Ölproduktion, die Olivenbäume zu fällen und die Fläche als Weideland für Schafe zu nutzen. Links sieht man den nach einer Seite offenen Steinunterstand Es Porxo des Camp Gran, der auch zum Schutz bei unvorhergesehenen Schauern dient. Nach dem Camp Gran beginnt nach einer kurzen Wegstrecke der Wanderweg Aljub dels Cristians und gleich danach stehen drei Steinkiefern (Pinus pinea), die seit Mai 2004 als einzigartige Vertreter ihrer Art unter speziellem Schutz stehen. In den Wipfeln nistet ein Paar der Waldohreule (Asio otus). An der Trennlinie zwischen Feldern und bewaldeter Zone kommen wir zu den Bauernhäusern, die auf eine Höhe von 420 m stehen. Von hier aus hat man einen fantastischen Panoramablick über die Küstenzone von Banyalbufar, Estellencs, Andratx und Sa Dragonera. Neben dem Hauptgebäude stehen einige landwirtschaftlich genutzte Nebengebäude und etwas weiter entfernt steht auf dem Camí del Rafal die Casa de les Collidores, in dem einst die Olivenpflücker untergerbracht wurden, die zur Erntezeit aus den Dörfern hochkamen.
Die Häuser des Guts stehen in unvergleichlich schöner Lage am Nordhang des Mola de Planícia. Dank ihres guten Erhaltungszustand sind sie ein sehr gutes Beispiel für die typischen Wohnhäuser der Gehöfte in der Serra de Tramuntana. Im Jahr 1636 sah die Aufteilung der Häuser folgendermaßen aus: Ölmühle (tafona), Küche, Wohnraum und Ölkeller. Die wenigen Zimmer und die schlichten Möbel zeigen, dass die Mittel damals beschränkt waren. Die heutigen Gebäude von Planícia sind geräumiger, sie haben einen länglichen Grundriss und eine Vorderfassade, die nach Nordwesten blickt. Die Häuser haben zwei Stockwerke, und über dem Portal verläuft eine Balustrade. Das Haupttor besteht aus einem flachen Bogen, der von zwei Fenstern eingerahmt wird. Hinter dem Eingangsportal liegt eine Eingangshalle, die zu einem schön proportioniertem Innenhof führt. Der von Weinranken bedeckte Innenhof trennt das moderne Haus der Besitzer auf der rechten Seite von den älteren Wohnungen der Pächter auf der linken Seite. In der hinteren linken Hofecke befindet sich eine Zisterne.
Planícia ist besonders für seine lange Tradition der Olivenölerzeugung bekannt. Das Gut besaß seine eigene Ölmühle, in der bis vor nicht allzulanger Zeit das Öl gepresst wurde, das danach zum Verkauf angeboten wurde. An der linken Wand sieht man Jahr, in dem die Ölmühle gebaut wurde (1724). Zu dieser Zeit entstanden auch die Häuser der Pächter. Für die damalige Zeit handelte es sich im eine moderne Mühle. Sie hatte zwei Pressbalken, was sie zu einer Besonderheit machte. Im 20. Jahrhundert sorgten die Brüder Balle, die damaligen Eigentümer, für die Automatisierung des Verfahrens. 1944-45 wurden in dieser Ölmühle 12.794 Liter Öl produziert. Diese Produktionsmenge kann als etwas unter dem Durchschnitt angesehen werden. Zeitzeugen zufolge gab es in einem Jahr mit reicher Olivenernte eine Ausbeute von rund 72.000 Liter Öl. Im Ölkeller neben der Mühle sind heute noch der Tank zur Lagerung des Öls und die Trennbecken vorhanden.
Nach Aussortieren beschädigter Früchte und Entfernen von Ästen, Blättern und anderen Fremdkörpern beginnt die Pressung der Oliven, die aus mehreren Schritten besteht: In der ersten Phase wurden die Oliven zu einer Paste ausgewalzt. Dazu wurden die Oliven zuerst in die Tremuja der Trull genannten Presse geschüttet. Die Tremuja war eine pyramidenförmige Holzkiste, durch die die Oliven auf den Mühlstein geschickt wurden. Über dem Mühlstein lief der Rutló genannte konisch zulaufende Pressblock. Die Ölpresse wurde mit Hilfe von Lasttieren betrieben. Der zweite Schritt bestand in der eigentlichen Pressung. Die ausgewaltzte Olivenpaste wurde von Hand abgenommen und auf den Esportins, runden Strohtabletts, verteilt. Die gefüllten Esportins wurden auf einem rauen Steinteller, Bassi genannt, übereinander gestapelt und von dem Pressbalken aus festem Holz gepresst. Zwei Männer waren notwendig, um den Pressbalken herunterzuziehen, und als Gegengewicht diente ein Quintar genannter großer Steinblock. Während die Esportins gepresst wurden, wurde kontinuierlich siedendes Wasser aus einem Kessel dazugegeben. Das Öl, das aus den Esportins floß, und das heiße Wasser liefen zusammen in den Bassi und durch eine Leitung in die Trennbecken. Im letzten Schritt wurde in den Trennbecken das auf dem heißen Wasser schwimmende Öl abgezogen. Das fertige Öl wurde dann im Ölkeller gelagert In diesem Ölkeller wurden auch die Utensilien zur Messung des Öls aufbewahrt. Das Öl wurde bis zum Verkauf in Metallkannen, Odres genannt, gelagert. Vielleicht kann in der Ölmühle von Planícia in der Zukunft einmal wieder Olivenöl produziert werden.

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Itinerari de la font de s'Obi

Dificultad:Niedrig
Distancia:1.100 m (nur Hinweg)
Duración:55 min
Requisitos:Muss zu Fuß zurückgelegt werden
Recomendaciones:Bequeme Schuhe
Temática:Landschaft, flora und fauna

Color:   

Diese Route verläuft auf dem Landgut Planícia, das sich in Staatsbesitz befindet und zum Landschaftsschutzgebiet Serra de Tramuntana gehört. Das Gut liegt innerhalb der Gemeinde Banyalbufar. Ab dem Eingang zum Landgut folgen wir zuerst dem Weg zu den Bauernhäusern von Planícia (Cases de Planícia). Nach 815 m beginnt dann der Weg zur Quelle von S’Obi, der danach über die Bauernhäuser zurückführt. Ein Teil dieser Route verläuft auf dem alten Camí Reial, der einst die Orte Banyalbufar und Estellencs verband und heute zum Fernwanderweg GR-221 von Andratx nach Pollença gehört. Schwierigkeitsgrad: niedrig. Länge der Strecke: 1100 m (nur Hinweg). Die Strecke ist nur für Fußgänger geeignet. Die Wanderung dauert bei zügiger Gangart gute 55 Minuten. Die Strecke ist auf ganzer Länge ausgeschildert.

Etapas

Kurz nach Beginn der Strecke führt der Weg in einen Steineichenwald. Die Steineichen (Quercus ilex) lassen kaum Licht und Sonne durchscheinen, so dass es in ihrem Inneren kühl und feucht ist. Auf dem Weg können wir einige für Eichenwälder typische Arten beobachten, wie den Stechenden Mäusedorn (Ruscus aculeatus) mit seinen intensiv roten Beeren und das Balearen-Alpenveilchen (Cyclamen balearicum), das an seinen unverwechselbaren Blüten und seinen typischen Blättern zu erkennen ist. Die Blätter sind auf der Oberseite dunkelgrün und an der Unterseite rötlich.
Fast entlang der gesamten Strecke findet man die Marges genannten Stützmauern, die einst dazu dienten, die Anbauterrassen, Marjades genannt, abzugrenzen. Diese Anbauterrassen sind typisch für die Gegend um Banyalbufar und ein schönes Beispiele für die einheimischen Agrartechniken, die auf jahrtausendelange Traditionen zurückgehen. Auf den Terrassen wurden vorwiegend wenig bewässerungsintensive Bäume wie Johannisbrotbäume, Mandelbäume und die majestätischen Olivenbäume gezüchtet. Die Stützmauern sind heute ein wichtiger Teil des historischen Erbes der Insel. Sie bieten außerdem zahlreichen Pflanzen- und Tierarten Lebensraum und tragen so zur Artenvielfalt und zum Erhalt wenig verbreiteter Arten bei.
Nach einem kurzen Anstieg biegt der Weg nach rechts ab, und wir gelangen an die Quelle S’Obi, die zwischen den Felsspalten plätschert. Das Wasser wird von der Quelle an eine Tränke geleitet, die der Quelle den Namen gegeben hat. Obi nennt man einen Behälter aus Stein oder Holz, der mit Futter oder Wasser für die Tiere gefüllt wird.Bis vor wenigen Jahren diente die Quelle noch als Viehtränke. Seitdem in der Serra so gut wie keine Viehzucht mehr betrieben wird, kommen viele wilde Tiere an die Tränke. Oft sieht man hier den Grauschnäpper (Muscicapa striata), der seinen Namen von der Farbe seines Federkleids hat. Im Sommer schwirrt er auf der Jagd nach Fliegen, seiner bevorzugten Nahrung, durch Büsche und Bäume. Der Grauschnäpper jagt fliegende Insekten, indem er auf der Lauer sitzt und mit den Flügeln und dem Schwanz zuckt und dann einige Meter in die Höhe fliegt, um seine Beute zu schnappen. Im Winter sieht man hier oft Rotkehlchen (Erithacus rubecula) in ihrem unverwechselbaren leuchtendem Federkleid: olivbraune Oberseite und orangerote Kehle, Stirn und Vorderbrust. Ebenfalls häufig zu sehen ist der Grünling (Carduelis chloris), ein Vogel aus der Familie der Finken mit dunkelgrünem Federkleid und gelben Flecken an Schwanz und Flügeln beim Männchen. Die Farben des Weibchen sind weniger kräftig. Die hier vorkommenden Säugetiere sind scheu und lassen sich nur selten blicken. Man weiß aber, dass die Tränke S’Obi von Mardern (Martes martes), der Kleinfleck-Ginsterkatzen (Genetta genetta) und dem Mauswieseln (Mustela nivalis) besucht wird.
In der Nähe der Quelle steht eine kleine Steinhütte, die in der traditionellen Trockenstein-Bauweise „Pedra en sec“ gebaut wurde. Diese Bauweise ist typisch für den ländlichen Raum. Dabei wurden die im Überfluss vorhandenen Steine zum Bau von Nutzbauten für Landwirtschaft oder Viehzucht verwendet. Besonders in der Nähe von landwirtschaftlichen Gütern findet man eine große Zahl an Hilfsbauten, die in dieser traditionellen Bauweise erbaut wurden, darunter Bogengänge, Brunnen und Schober. Die Hütte an der Quelle S’Obi ist ein schönes Beispiel dafür. Sie diente den Männern, die hier die Vierecke der Anbauterrassen anlegten, als Unterkunft. Sie hat eine Zisterne, und man sieht noch Reste der Stange, die Teil der Feldbetten war. Etwas weiter entfernt sieht man die Reste des Fundaments der Delme-Hütte. Dort wurden einst die Oliven gelagert, mit denen der Zehnt auf die Olivenernte entrichtet wurde.
Die einzige erwähnenswerte Pflanzenart, die auf diesem Weg vorkommt, ist die Zwergpalme (Chamaerops humilis), die einzige einheimische Palmenart Mallorcas. In der Serra de Tramuntana ist sie in unterschiedlicher Häufigkeit vertreten. Sie kommt am südlichen und am nördlichen Ende des Höhenzugs vor, in der Mitte trifft man sie jedoch nicht an. Die Blätter der Zwergpalme werden zur Korbflechterei und zur Herstellung von Besen, Hüten, Esportins, Fächern usw. verwendet. Die Blätter werden zuerst getrocknet und danach in einer Mischung aus Wasser und Chlor eingeweicht und anschließend geschwefelt, um sie ausbleichen und zur Verarbeitung biegsam zu machen. Die so behandelten Blätter werden Llatra (Palmblattrippen) genannt. Die Zwergpalme steht auf den Balearen unter Naturschutz und darf für gewerbliche Zwecke nur mit spezieller Genehmigung des Umweltministeriums der Balearen geerntet werden.
Nach der Quelle S’Obi ändert sich die Vegetation. Der Weg führt jetzt an nicht länger genutzten Feldern vorbei. Nach Einsetzen des Tourismusbooms in den 1960er Jahren ging die Landwirtschaft immer mehr zurück, und die dazugehörigen Anlagen (Anbauterrassen, Hütten, Wege ...) verfielen nach und nach. Das hat dazu geführt, dass auf den ehemaligen Anbauterrassen heute Kiefern wachsen. Die lichten Kiefernhaine haben ein Unterholz aus Buschwerk, das bis zu 2 m hoch wächst. Die Kiefern selbst werden zwischen 8 und 15 m hoch. Auf diesem Streckenabschnitt findet man die Weißliche Zistrose (Cistus albidus), die Vielblütige Heide (Erica multiflora), Rosmarin (Rosmarinus officinalis), den Stacheligen Dornginster (Calicotome spinosa), also Sträucher, mit kleinen und oft harzigen oder behaarten Blättern, die beim Reiben duften. Sie haben oft große Blüten in kräftigen Farben. Diese Arten sind für die Flora der Mittelmeerregion typisch und halten die trockenen Sommer gut aus. Die Befruchtung erfolgt durch Bienen. An besonders sonnigen Stellen wachsen einige Orchideenarten. Wegen ihrer Farbenpracht und ihrer Schönheit gilt die Orchidee auch als Königin der Blumen. Die Pflanze kommt auf den Balearen nicht häufig vor und steht deshalb unter Naturschutz.

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Itinerari de l'aljub dels Cristians

Dificultad:Mittel
Distancia:2.9 km. (Hin- und Rückweg)
Duración:85 min
Requisitos:Muss zu Fuß zurückgelegt werden
Recomendaciones:Bequeme Schuhe

Color:   

Die Wanderroute zum Wasserspeicher Aljub dels Cristians verläuft auf dem Landgut Planícia, das zum Landschaftsschutzgebiet Serra de Tramuntana gehört. Das Gut, das sich in Staatsbesitz befindet, ist für seine Naturschätze bekannt. Dazu gehören insbesondere die früher intensiv bewirtschafteten Eichenwälder, in denen noch heute Zeugnisse der heute ausgestorbenen Berufe der Köhler und Kalkbrenner zu besichtigen sind.

Etapas

Die Wanderung beginnt bei Kilometer 2,3 des Wanderwegs zu den Bauernhäusern von Planícia. Die ersten Meter verlaufen durch einen Olivenhain, der nach und nach immer mehr von Kiefern durchsetzt ist. Auf der rechten Seite erstreckt sich eine Reihe großer Erdbeersträucher (Arbutus unedo), die man leicht an ihren großen gezackten und glänzenden Blättern erkennt. Im Herbst tragen sie weiße Blüten und rote Früchte, die essbar sind. Aber der Volksmund warnt davor, zu viele zu essen, um nicht mit einem schweren Kopf zu enden. Vorbei an den Erdbeerbäumen geht es hinein in den Wald aus Steineichen. Der Erzherzog Ludwig Salvator beschreibt den Wald in seinem Werk Die Balearen folgendermaßen: „Der Wald ist herrlich, er ist einer der schönsten von ganz Mallorca, mit seinen alten, kolossalen Wäldern aus moosbedeckten Steineichen und riesigen Erdbeersträuchern, die ausgewachsene Bäume sind, sicher die widerstandsfähigste Art auf Mallorca.” Der Bosc Gran - der große Wald - ist wie für einen Steineichenwald (Quercus ilex) typisch dunkel und feucht. Der Mangel an Licht im Unterholz schafft die Bedingungen für die Arten, die hier überleben. Mit etwas Glück hört der Wanderer den Fichtenkreuzschnabel (Loxia curvirostra), das charakteristische „Zizizi“ der Blaumeise (Cyanistes caeruleus) oder den monotonen, lauten „gäh“-Gesang, der nur von einem Wendehals (Jynx torquilla) stammen kann. Die Steineichenwälder wurden traditionell zur Holzkohleherstellung und als Weideland für Schweine genutzt, die sich von den Eicheln und Pilzen im Unterholz ernährten. Die Landschaft wurde also deutlich von der Hand des Menschen geprägt. Im Bosc Gran gibt es heute noch viele Spuren der bis Mitte der letzten Jahrhunderts betriebenen Meiler.
Wir folgen dem Weg ins Innere des Eichenwalds, der an den Resten eines Kohlemeilers und den Resten von Backöfen vorbei führt, bis wir zur Zisterne Aljub dels Cristians kommen. Das Becken hat einen ungefähr rechteckigen Grundriss und wird von einem schlichten Steinbogen bedeckt. In der Zisterne sammelt sich sowohl das Abflusswasser als auch das Wasser aus der Waldquelle. Die Waldquelle - Font del Bosc - entspringt etwas oberhalb der Zisterne und versorgte die Haushalte über einen kleinen Kanal. Die Zisterne ist ein schönes Beispiel für die funktionale Bauweise zu der Zeit, als der Wald noch intensiv bewirtschaftet wurde. Sie diente sowohl den Köhlern als auch den Drosseljägern, die im Bosc Gran unterwegs waren. Die nüchternen, funktionalen Steinbauten passen sich gut an die umliegende Landschaft an.
Nachdem wir die Zisterne Aljub dels Cristians hinter uns gelassen haben, kommen wir an eine alte Drosselfalle. Die Vogeljagd mit Netzen ist eine Jagdtradition, die seit den Zeiten der Römer gepflegt wurde. Dabei sucht der Jäger zuerst eine passende Stelle zwischen zwei eng zusammenstehenden Bäumen. Danach baut er sich einen Sitz aus Steinen und bedeckt die Stelle hinter sich zur Tarnung mit Ästen. Im Morgengrauen setzt sich der Jäger mit zwei Ruten in Form eines Vs (daher stammt der Name coll - enger Durchgang), zwischen denen ein Netz gespannt ist, auf die Steine und wartet auf die Drossel, die sich zum Schlafen in den Wald zurückgezogen hatte. Wenn der Vogel sich im Netz verfangen hat, schnappt ihn der Jäger mit zwei Ruten, die er übereinanderlegt und bei denen die rechte meistens leichter als die linke ist. Diese Tradition wird auch heute noch während der Jagdsaison von Oktober bis März in der Serra de Tramuntana gepflegt und war bis vor kurzem noch auf den Gütern am Mola de Planícia verbreitet. Heute ist dieses Gut Tierschutzgebiet.
Bei der Wanderung fallen einem die vielen Steinhaufen auf. Es handelt sich um Kohlemeiler, die sogenannten Rotlles de sitges. Der große Wald von Planícia ist einer der Steineichenwälder mit der höchsten Konzentration an Kohlemeilern und Köhlerhütten. Die genaue Zahl zu ermitteln, ist unmöglich, aber in der Fachliteratur spricht man von über 150 Meilern mit den dazugehörigen Hüten und einigen Brotbacköfen. Der Wald von Planícia ist einer der letzten Orte, an denen Holzkohle erzeugt wurde. An dem letzten Meiler, der fast am Ende der Route steht, erkennt man noch Kohlereste. Der Köhlerberuf ist ein inzwischen nahezu ausgestorbener Beruf, der bereits im Altertum bekannt war. In einer Köhlerei wurde Holzkohle hergestellt, die zur Erzeugung hoher Temperaturen verwendet wurde - lange bevor Gas oder Strom bekannt waren. Die Holzkohle - sitja - wurde auf Mallorca oben in den Bergwäldern hergestellt. Die Köhler mussten dazu lange Monate in den Bergen verbringen. Köhler führten ein hartes, karges und einsames Leben. Die Saison begann um Ostern herum und endete zu Sankt Matthäus (Ende September). In dieser Zeit kamen die Köhler nur manchmal am Sonntag ins Dorf hinunter. Einer der ersten Aufgaben bestand in der Auswahl des Ranxo, wie der Ort genannt wurde, an dem der Meiler errichtet wurde. Es handelte sich dabei meistens um eine Lichtung im Steineichenwald oder um einen geeigneten Platz am Waldrand, damit immer genügend Brennholz für den Meiler zur Hand war. Danach wurde die Hütte errichtet, in der der Köhler mit seiner Familie wohnte. Die Wände waren aus Stein, und das Dach bestand aus Ästen und Zweigen, die mit Dissgras gestopft wurden, um sie wasserdicht zu machen. Ein Reisigbündel diente als Tür, um nachts die Tiere am Eindringen zu hindern. Das Essen bestand meistens aus Suppen oder Nudeleintöpfen und Fladen (coques), an guten Tagen gab es auch Gemüseteigtaschen. Dazu gab es etwas Käse und etwas Sobrassada-Wurst. Wie man sich vorstellen kann, blieb bei den Mahlzeiten selten Essen auf dem Teller zurück.
Die halb in der Erde versunkenen zylinderförmigen Steinkonstruktionen sind Kalköfen. An diesen Öfen arbeiteten die Kalkbrenner, um in harter, mühevoller Arbeit aus Kalkstein auf dem Feuer Branntkalk herzustellen, der unter anderem zum Weißen der Häuser verwendet wurde. In dem Wald von Planícia sind sieben Kalköfen erhalten, einige davon tragen sogar Namen wie der Forn des Pinaret und der Forn de sa Barrereta. Der Kalk wurde von den Köhlern verkauft, einem mallorquinischen Sprichwort nach zu urteilen, war dies jedoch kein besonders einträgliches Geschäft, denn „Qui fa calç, va descalç” (Wer Kalk verkauft, geht barfuß.) Entlang der Route findet der aufmerksame Beobachter noch manche andere Spuren aus der Zeit, als diese Wälder noch bewirtschaftet wurden.

PARATGE NATURAL DE LA SERRA DE TRAMUNTANA

Camí dels Ribassos

Dificultad:Niedrig
Distancia:2 km (nur Hinweg)
Duración:1 h
Requisitos:Muss zu Fuß zurückgelegt werden
Recomendaciones:Bequeme Schuhe

Color:   
Folleto: http://www.caib.es/sacmicrofront/archivopub.do?ctrl=MCRST34ZI79504&id=79504

Von Deià zur Bucht von Deià, die von den Einheimischen „Sa Cala“ genannt wird, kommen wir auf einem Weg durch zerklüftetes Gelände an hundertjährigen Olivenbäumen vorbei, begleitet vom Rauschen des Flusses Torrent Major, und stoßen auf die reizenden Häuser eines Gebirgsdorfes. Wir beginnen diese Route an der Schutzhütte Can Boi in der Ortschaft Deià. Von dort aus folgen wir dem Weg nach rechts und einige Meter weiter kommen wir zum Camí dels Ribassos, der bereits zum Naturgebiet der Serra de Tramuntana gehört. Auf diesem Weg kommen wir direkt zur Bucht von Deià. Die Strecke verläuft auf ganzer Länge mit Steigung und kann nur zu Fuß absolviert werden. Die Strecke ist als Alternative für den gepflasterten Weg ausgeschildert.

Etapas

Ausgangspunkt dieser Wanderroute ist die Stadt Deià, die zu den kleinsten und schönsten Städten der Serra Tramuntana gehört. Die natürlichen Gegebenheiten des Geländes, die Hanglage mit einer abfallenden Neigung von Es Teix bis hinab in die Bucht und der Wasserreichtum der Zone prägen diese einzigartige Landschaft, in der die Anbauterrassen darauf hinweisen, dass hier die Berglandschaft urbar gemacht wurde. Bei einem Spaziergang durch den Ort entdeckt man noch weitere Besonderheiten: die sehenswerte traditionelle Bauweise. Grundlage der Architektur von Deià ist der Stein: Fassaden, Eingänge, Fenster, gepflasterte Straßen und gelegentliche Bewässerungsbecken sind gute Beispiele dafür. Der Ort ist ein beliebtes Touristenziel und wird oft als Künstlerdorf Mallorcas bezeichnet. Anders als in vielen anderen Touristengebieten der Balearen überwiegen hier allerdings Luxusunterkünfte und -lokale. Tourismus und lokale Traditionen haben hier zu einem angenehmen Gleichgewicht gefunden, das den besonderen Charme des Ortes ausmacht.
In Deià findet man an den Stellen, an denen Wasserläufe aus den Bergen entlang führen oder an denen es das ganze Jahr über sprudelnde Quellen gibt, die von den Einheimischen Llavadors genannten Waschplätze, an denen zum Teil heute noch die große Wäsche gemacht wird. Hier versammelten sich früher die Gruppen der Waschfrauen mit Schürzen und aufgekrempelten Ärmeln, um sich über die Neuigkeiten des Ortes auf dem Laufenden zu halten - und nebenbei die Wäsche zu waschen. In der Straße Carrer des Clot, die zur Wanderunterkunft Can Boi führt, sieht man auf der rechten Seite ein schönes Beispiel für einen solchen Waschplatz.
Die Kleinstadt Deià ist besonders bei Künstlern sehr beliebt. Maler, Schriftsteller, Musiker und viele andere Kreative finden in diesem malerischen Ort eine Quelle der Inspiration. Nach einem Bummel durch den Ort geht es weiter in Richtung Schutzhütte Can Boi, wo der Abstieg zur Bucht hinunter beginnt.
Auf dem ersten Abschnitt des Weges, der noch innerhalb von Deià verläuft, wachsen zwischen den Mauersteinen verschiedenen Pflanzenarten, darunter der üppig wuchernde Säge-Tüpfelfarn (Polypodium cambricum) und Efeu (Hedera helix). Die kleine Farnart Frauenhaarfarn (Adiantum capillus-veneris) bevorzugt schattige, feuchte Stellen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass man diese Art vor allem in der Nähe von Wasserrinnen, Quellen und Abläufen findet. Rechts führt der Lauf des Wildbachs Major entlang. Hier herrschen die für Gebiete mit hoher Feuchtigkeit typischen Arten vor, wie Pfahlrohr (Arundo donax) und Brombeersträucher (Rubus ulmifolius), die nahezu undurchdringliche Hecken bilden. Im Frühling und Winter blüht am Bachlauf das Mittlere Immergrün mit seinen blaßblauen Blüten (Vinca difformis). Nach Passieren eines Holzgatters endet die Zone mit üppiger Vegetation und die Landschaft ja wird viel karger. Hier finden wir die Felsenzwenke (Brachypodium spp.), die Levantinische Krappwurzel (Rubia peregrina) und den Wildspargel (Asparagus acutifolius) sowie das Dissgras, das im Schatten von wilden Olivenbäumen (Olea europaea var. sylvestris) und Johannisbrotbäumen (Ceratonia siliqua) wächst. Das Rot der Baum-Wolfsmilch (Euphorbia dendroides) leuchtet unverwechselbar in den Mai und Juni, bevor die Büsche in den heißen Sommermonaten ihre Blätter verlieren. In der Bucht angekommen sieht man oft Ansammlungen von dem oft volkstümlich als Alge bezeichneten Neptungras (Posidonia oceanica) , das den Sand und den Kies bedeckt und so vor Sturm und Gewitten schützt.
Die Bucht ist der Endpunkt unserer Wanderung. Die Sa Cala, die größte Bucht des Orts Deià und eine der größten der Serra Tramuntana, liegt zwischen den Landspitzen von Deià und Son Beltran. Hier mündet der Wildbach Major, der aus Deià kommt. Der Strand besteht vorwiegend aus Kiesel, es gibt aber auch einige sandige Stellen. Die Bucht erschien zum ersten Mal auf der Karte von Kardenal Despuig aus dem Jahr 1785. Traditionell diente sie als Anlegestelle für Fischerboote, und es gibt dort auch heute noch einige (inzwischen verlassene) Fischerhütten und eine Reihe der sogenannten Escars, in den Felsen geschlagene Slipanlagen. Die Fischer, die hier lebten, bauten auf den umliegenden Anbauterrassen auch Gemüse und Wein an und betrieben Viehzucht mit Schafen und Ziegen. Einige der Escars wurden von Freizeitfischern wieder hergerichtet, befinden sich zur Zeit aber nach einem schweren Sturm in schlechtem Zustand. In der Bucht gibt es einige Restaurants, in denen man die gute Inselküche mit Blick aufs Meer genießen kann.
Wie in vielen Küstenorten Mallorcas wurden auch die versteckten Buchten und Winkel an der Küste von Deià zu einer gefährlichen aber zugleich sehr lukrativen Nebentätigkeit genutzt: dem Schmuggelhandel. Der Schmuggelhandel galt bei den Einwohnern des Ortes quasi als „Kavaliersdelikt“. Er wurde als Antwort auf die hohen Steuern und die geringen Erwerbschancen der verarmten ländlichen Gegenden gesehen. Küstenabschnitte mit versteckten und schwer zugänglichen Buchten boten dazu optimale Bedingungen. Der Schmuggelhandel wurde als Familienunternehmung betrieben und war lange Zeit von großer Bedeutung für die Wirtschaft von Mallorca. Die meiste Ware kam aus Tanger. Zuerst wurde hauptsächlich Tabak geschmuggelt, aber in der Zeit nach dem Bürgerkrieg gab es dann zunehmend den Schmuggel gegen den Hunger - „contraban de sa fam” - mit Mehl, Zucker und Getreide. Angesichts dieser Geschichte verwundert es nicht, dass die Figur der Schmugglers auch heute noch eine romantische Aura hat und in vielen Erzählungen und Legenden verewigt wurde.

PARATGE NATURAL DE LA SERRA DE TRAMUNTANA

Camí de la cometa des Morts

Dificultad:Niedrig
Distancia:3.6 km
Duración:1.5 h
Requisitos:Sie in die Höhle, brauchen Sie eine Taschenlampe
Recomendaciones:Der Abstieg zur Höhle erfordert größte Vorsicht

Color:   

In der Umgebung von Lluc kann man wunderbar wandern. Eine der Hauptattraktionen hier sind die beeindruckenden Formen der Kalksteinfelsen, die sich im Lauf der Zeit gebildet haben. Auf dieser Route können wir die spektakuläre Welt der Karsterosion näher kennenlernen. Einige Beispiele davon sind Es Camell und die Höhle Sa Cometa des Morts. Der Weg ist ausgeschildert. Einer der Streckenabschnitte verläuft auf der Landstraße. Der Abstieg zur Höhle erfordert größte Vorsicht. Wenn Sie in die Höhle hinein möchten, brauchen Sie eine Taschenlampe.

Etapas

Unsere Route beginnt am Kloster Lluc, dem spirituellen Zentrum der Insel Mallorca. Das Kloster befindet sich im Gemeindegebiet von Escorca, mitten im Herzen des Naturschutzgebiets von Serra de Tramuntana, in einer Höhe von 470 m und geschützt von den höchsten Gipfeln der mallorquinischen Berge, beispielsweise dem Puig Major de Massanella (1367 m), dem Puig Tomir (1102 m) und dem Puig Roig (1002 m). Lluc ist der Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderwege und Ausflugsrouten. Dieses Tal ist mit seinem üppigen Steineichenbestand ein beinahe magischer Ort. Etymologisch gesehen stammt der Name Lluc von dem lateinischen Wort lucus, „Heiliger Wald“. Diese Bedeutung lässt auf eine frühere Kultstätte für eine heidnische Gottheit der ersten Bewohner von Lluc schließen. In der Nähe des Wallfahrtsortes gibt es noch zahlreiche prähistorische Fundstätten, darunter z. B. Reste in der Cometa des Morts.
Unter den Vordächern des Klosters Lluc kommen wir bis zu einem Torbogen und gehen darunter hindurch. Wir folgen dem asphaltierten Weg am Gebirgsbach entlang. Nur wenige Meter weiter biegen wir nach links ab bis zu einem Fußballplatz, den wir überqueren. Von hier aus sehen wir eine Holzbrücke über den Gebirgsbach Lluc. Wir gehen über die Brücke und bleiben stehen, um den Puig de ses Monges zu bestaunen, dessen Name sich auf die Karstfelsen bezieht, die über den Wald hinausragen. Der gerade Weg führt uns bergan durch ein Felsenlabyrinth und ist von einem schattigen und dichten Steineichenwald (Quercus ilex) umgeben. In diesem Steineichenwald ist besonders auf einige außergewöhnliche Exemplare der breitblättrigen Steinlinde (Phillyrea latifolia) hinzuweisen und im Frühjahr fallen die weißen Blüten des Balearen-Alpenveilchens (Cyclamen balearicum) mit ihren leuchtenden und verdrehten Blütenblättern auf.
Der Begriff Karst stammt von Kras, dem Namen einer Region, die sich vom Südwesten Sloweniens bis nach Nordostitalien erstreckt und wo erstmals die charakteristischen Formen der Kalksteinfelsen untersucht und definiert wurden, die durch die Wirkung des Regenwassers entstehen. Im weiteren Sinne des Wortes wird Karst bzw. Karstregion auch verwendet, um ein Felsengelände zu beschreiben, das sich hauptsächlich aus Kalziumkarbonat zusammensetzt. Dieses wird vom Wasser langsam aufgelöst, sodass eine typische Landschaft entsteht, und zwar sowohl an der Oberfläche (exokarstische Formen) als auch unterirdisch (endokarstische Formen). Ein Großteil der Berge auf Mallorca besteht aus Faltformationen, die wie Schuppen übereinanderliegen und sich aus Kalk- und Mergelmaterial zusammensetzen. Dies bewirkt, dass sie besonders den Verkarstungsprozessen ausgesetzt sind. Die vier wichtigsten exokarstischen Formen in der Serra de Tramuntana sind Folgende: die großen und kleinen Karstniederungen (letztere sind die sog. Dolinen), die Karstschluchten (z. B. Torrent de Pareis und Torrent de Gorg Blau) und die sog. Karrenfelder, die am Häufigsten vorkommen und Felsen mit Rillen (die aussehen, als wären sie hineingemeißelt worden), Rissen, Röhren, Löchern, Becken, Aushöhlungen usw. aufweisen. Außerdem gibt es in der Serra de Tramuntana zwei sehr charakteristische endokarstische Formationen, nämlich Schlunde und Höhlen. Die Schlunde befinden sich im oberen Teil des massiven Kalksteins und filtern das Wasser, das in senkrechter Richtung in den Unterboden dringt. Die Höhlen sind ebenfalls im oberen Teil des massiven Kalksteins bzw. im Grundwasserbereich anzusiedeln, wo sich das Wasser des Unterbodens ansammelt, das dazu neigt, horizontal im Inneren des Karstsystems abzufließen, bis es über Quellen oder Austritte an die Oberfläche kommt.
Kurz bevor wir zu einem Rotlo de sitja (Kreis zur Herstellung von Holzkohle) kommen, steht gleich rechts davon ein kleiner Wegweiser nach Es Camell, einer einzigartigen Felsformation, die nur zwei Minuten von hier entfernt ist. Dieser Felsen hat die Form eines Kamels, eines Dromedars, einer Schildkröte - das hängt ganz von der Fantasie des Betrachters ab, aber diese Form ist nicht das Werk eines Bildhauers. Es ist das Wasser, das für diese Erosion verantwortlich war. Das ist folgendermaßen zu erklären: Das Kohlendioxid in der Luft verbindet sich mit dem Regenwasser und bildet aufgrund seines Kohlensäuregehalts leicht saures Wasser. Wenn dieses Wasser auf die kohlensäurehaltigen Felsen trifft, werden die Karbonate zu Bikarbonaten, die löslicher und dementsprechend beweglicher sind. Jedes Mal, wenn es regnet, löst das Wasser in einem sehr langsamen, aber stetigen Prozess einen Teil der Serra auf. Die Felsformationen in der umliegenden Landschaft sind Strukturen, die ursprünglich vom Regenwasser geformt wurden, als das massive Karstgestein noch mit Erde bedeckt war. Als dann durch die Erosionsprozesse diese Erde abgetragen wurde, wurden die Felsen freigelegt und von den vielen verschiedenen Witterungseinflüssen geformt, denen Mallorca in der jüngsten geologischen Vergangenheit ausgesetzt war. Dadurch entstanden die Risse, Rillen, Aushöhlungen usw. Nur wenige Meter von Es Camell befindet sich ein Aussichtspunkt mit Blick auf die Berge von Lluc, der ebenfalls einen Besuch wert ist und von wo aus man auch das Josafat-Tal sehen kann, das sich von Son Amer bis Ca S’Amitger erstreckt.
Wir gehen wieder zurück bis an die Stelle, an der wir abgebogen sind, und gehen auf unserem Weg weiter. Kurz darauf sehen wir den Kreis für die Holzkohlengewinnung, ein Zeuge der traditionellen Waldnutzung in der Vergangenheit. Viele Jahre lang wurden die Sitges (Kohlenmeiler) genutzt, um aus dem Holz der Steineichen und anderer Holzarten Kohle zu gewinnen. Nur ca. fünf Minuten nach diesem Holzkohlekreis kommen wir zu einer Weggabelung: Der Weg nach links führt nach Es Pixarells, aber wir nehmen den Weg nach rechts, der uns zur Cometa des Morts bringt. Dabei müssen wir unter einer Aleppo-Kiefer (Pinus halepensis) mit einer Missbildung unbekannten Ursprungs hindurchgehen, die im Volksmund mit „Hexenbesen“ bezeichnet wird. Die Nadeln stehen sehr dicht zusammen und bilden insgesamt eine Kugelform, in der Spezies wie die Waldohreule (Asio otus) oder die Zwergohreule (Otus scops) nisten können. Der Weg führt leicht bergab und wird dann in einem kleinen Tal namens Cometa des Morts wieder eben. Geologisch gesehen handelt es sich hier um eine Doline. Die Dolinen sind Einbrüche in Form eines ovalen oder kreisförmigen Trichters, nicht sehr tief, die typisch für Karstgebiete sind und dadurch entstehen, dass die Oberfläche des massiven Karstgesteins aufgelöst wird oder die Decke einer Höhle zusammenstürzt. Dieses Tal verbirgt zahlreiche natürliche Höhlen aus der Vorzeit. Der Name „des Morts“ stammt von den Bestattungsresten aus der Talayot-Zeit, die im Inneren einer dieser Höhlen im tiefer gelegenen Teil des Tals gefunden wurden. Vor Jahren wurde diese Doline zum Anbau von Olivenbäumen genutzt. Inzwischen hat man diesen Anbau aufgegeben und stattdessen sind hier Aleppo-Kiefern (Pinus halepensis) gewachsen. Desgleichen kann man Exemplare von Zwergölbäumen (Cneorum tricoccon), Heidekraut (Erica multiflora), Mastixsträuchern (Pistacia lentiscus) und der überall auftretenden Montpelier-Zistrose (Cistus monspeliensis) inmitten einer großen Menge von Dissgras (Ampelodesmos mauritanica) finden. Diese Pflanzen bieten den Vögeln ausreichende Nahrung in Form von Früchten, Samen und Insekten.
Um zur Höhle von Sa Cometa des Morts zu kommen, müssen wir den Wegweisern folgen, die uns über einen Weg durch den Steineichenwald bis zum Eingang der Höhle führen. Geologisch gesehen ist die Höhle der Abfluss einer Doline, durch das Regenwasser sickert. Diese Höhle ist seit dem 18. Jahrhundert bekannt und wurde von 1945 bis 1948 von Pater Cristòfol Veny ausgegraben. Hier wurden zwei Begräbnisfasen gefunden. Auf die erste Fase aus der Bronzezeit stieß man in der hinteren Kammer. Die zweite Fase aus der Eisenzeit mit Beisetzungsresten in Kalk fand man im Mittelteil der Höhle. Derzeit werden die in der Höhle gefundenen Reste im Museum des Heiligtums von Lluc und im Museum von Mallorca ausgestellt. Um unsere Route fortzusetzen, müssen wir wieder zu dem Weg zurückgehen, den wir kurzfristig verlassen haben. Der Weg führt mit mehreren Kurven bis zur Landstraße. Wir gehen weiter nach rechts und sehen nach ca. 50 Metern einen breiten Weg, der auf dem sog. Camí Vell von Pollença nach Lluc bergab führt. Diesem Weg folgen wir und kommen zurück zum Fußballplatz, wo diese Route endet.

PARATGE NATURAL DE LA SERRA DE TRAMUNTANA

Volta a sa Moleta de Binifaldó

Dificultad:Niedrig
Distancia:9.185 m
Duración:3 h
Requisitos:Der Weg ist nur für Fußgänger geeignet

Color:   

Rundweg zu La Moleta de Binifaldó als „Volta a la moleta de Binifaldó“ ausgeschildert. Der Weg führt über einen königlichen Weg durch eine eindrucksvolle Karstlandschaft und führt später durch einen schönen Wald aus Steineichen und Kiefern. Die Geschichte der Region wird lebendig, wenn der Wanderer an verlassenen Kalköfen, Kohlemeilern und Köhlerhütten vorbeikommt.

Etapas

Der Weg führt zuerst bergab an der Wallfahrtsstätte Santuari Lluc vorbei, danach nehmen wir den asphaltierten Weg, neben dem ein Bach verläuft. Nach wenigen Metern zweigt der Weg nach links ab und führt zu einem Fußballplatz. Wir lassen die Holzbrücke links liegen und folgen der alten Landstraße zwischen Lluc und Pollença. Diese Landstraßen wurden früher Camí del Rei (Weg des Königs) oder auch Camí Reial genannt und waren im Mittelalter die Hauptverbindungsstraßen. Der Weg zwischen Lluc und Pollença wurde 1337 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, und zwar in einer Urkunde der Tempelritter. 1914 wurde der ursprüngliche Reitweg (Camí de ferradura) zu einem auch für Kutschen und Wagen passierbaren Weg erweitert. Die alten Reitwege Die Reitwege wurden auch Drei-Handbreit-Wege (Camins de tres pams) genannt. Dieser Name bezieht sich auf ihre Breite von um die 60 cm. Auf diesen engen Wegen konnten Personen und beladene Lasttiere passieren. Die Kutschwege waren mit mindestens 2,5 bis 3 Metern wesentlich breiter und konnten auch von Kutschen befahren werden.
Wir biegen links in die Fernstraße Andratx-Pollença ein und gehen bis zu dem Abzweig, an dem Hinweistafeln darauf hinweisen, dass der hier beginnende asphaltierte Weg zu den Landgütern Menut und Binifaldó (beide im Staatsbesitz) führt. Kurz vor den Häusern von Menut führt der Weg an einem alten Kalkofen vorbei, der erst kürzlich restauriert wurde. Die Kalkgewinnung aus Kalksteinen, die erhitzt werden, ist ein sehr altes Verfahren. Schon die Römer verwendeten Kalköfen zu diesem Zweck. Der so gewonnene Flüssigkalk wurde bereits in der Antike zum Kalken von Hauswänden, zur Konstruktion und zu Heil- und Hygienezwecken verwendet. Die Öfen wurden stets in der Nähe der Rohstoffe aufgebaut: Kalkstein und Feuerholz. Die Kalksteine mussten 10-12 Tage durchgehend brennen, um zu Kalk zu werden. Die Arbeit der Kalkbrenner war hart und schmutzig und nicht immer ungefährlich.
Wir setzen den Weg fort und biegen in den asphaltierten Weg ein, um die Häuser des ehemaligen Bauernguts Menut zu besichtigen. Die Häuser stehen um einen Innenhof und einen unter Denkmalschutz stehenden Wehrturm herum. Im 15. und 16. Jahrhundert wurden auf vielen Bauerngütern zum Schutz vor feindlichen Angriffen Wehrtürme gebaut. Dieser Turm stammt wahrscheinlich aus dem Jahr 1599. Er hat eine fast quadratische Grundfläche (6,40 x 6,30 m) und ist auf halber Höhe abgeschrägt. Eines der Häuser dient gegenwärtig als Samenbank zur Konservierung einheimischer Pflanzenarten. Außerdem gibt es eine kleine Baumschule, in der Setzlinge zur Aufforstung gezogen werden. Nach der Besichtigung der Häuser kehren wir zur Straße zurück und setzen unseren Weg in Richtung der Häuser von Binifaldó fort. Der Weg verläuft jetzt steiler durch eine Karstlandschaft mit Steineichen (Quercus ilex), unter denen Mastixsträucher (Pistacia lentiscus) und vor Allem Montpellier-Zistrosen (Cistus monspeliensis) wachsen. Die Zistrosen mit ihren länglichen, klebrigen Blätter sind leicht an ihrem aromatischen Duft zu erkennen. Wir setzen den Weg fort, bis wir zu einer Gruppe hoher Weiß-Pappeln (Populus alba) kommen, hinter denen die Häuser von Binifaldó stehen.
Das Landgut Binifaldó am Fuße des Puig Tomir liegt zwischen einem dichten Hain alter Steineichen und Feldern mit Treibbeeten, die heute zu einem Umwelterziehungszentrum gehören. Der Name des Guts Binifaldó weist eindeutig auf den maurischen Ursprung des Orts hin. Der Name kommt von arabischen „Beni Haldun“ und bedeutet die Söhne von Haldun. Bei der Aufteilung der Ländereien auf Mallorca nach der Eroberung durch König Jaume I. fiel das Gut an den Orden der Tempelritter. Seit dem 15. Jahrhundert hat das Gut dann mehrmals den Besitzer gewechselt, bis es 1682 durch eine Schenkung an den Orden des Santuari in Lluc ging. Wie das Gut Menut auch wurde Binifaldó 1897 enteignet und ging in Staatsbesitz über. Heute wird das Gut vom Umweltministerium der Balearen verwaltet. Der asphaltierte Weg führt uns weiter bis zum Pass Coll des Pedregaret, auf dem eine Steinmauer in der typischen Trockenbauweise steht, die als Grenzmarkierung dient. Wir steigen über die Mauer und folgen dem Pfad nach rechts, an dem ein Wegweiser steht, der nach Lluc weist.
Ab jetzt folgen wir dem Camí des Porxo genannten Pfad, der durch den Bosc Gran, einen großen Wald aus Kiefern und Steineichen, führt. Früher wurde aus dem Holz der Steineichen Holzkohle hergestellt, ein Zeichen dafür sind die verlassenen Hütten und Kohlemeiler. Lassen wir am besten die Köhler selbst zu Wort kommen: „Wir waren nie reich und hatten nie Land. Das Stück Wald, auf dem wir arbeiteten, gehörte nicht uns. Wir sprachen mit dem Besitzer und pachteten drei oder vier „Quarterada“ (1 Quarterada = 7103 m2) und suchten den besten Platz für den Kohlemeiler. Ein Meiler ist übereinandergeschichtetes Holz, das nach und nach zu Holzkohle verkohlt wird. Ins Dorf sind wir nur selten hinabgestiegen. Was wir zum Leben brauchten, brachten uns die Träger mit, wenn sie die Kohle abholen kamen [...]. Das Verkohlen dauerte sieben bis zehn Tage. Während dieser Zeit musste der Meiler die ganze Zeit überwacht werden. Ein Luftzug zuviel reichte aus, um statt Holzkohle nur Asche zu bekommen. Deshalb durften wir unseren Arbeitsplatz im Wald nicht verlassen. Unsere Saison begann ab Mitte März und endete zu Sankt Matthäus (Ende September). Wir nutzen das gute Wetter aus, das um diese Zeit herrschte, mit wenig Regen und warmen Temperaturen.“ (Terrassa B., de Diago J: Sitges i Carboners. Conselleria d'Educació, Cultura i Universitats)
Wir folgen dem Pfad und kommen an den Überresten eines Unterstands vorbei, der einst den hier frei lebenden Schweinen bei Regen als Schutz diente. Kurz danach kreuzt unser Pfad einen breiten Weg, in den wir nach rechts einbiegen. Der Weg führt jetzt bergan bis zum Pass Coll des Bosc Gran, von dem man einen wunderschönen Blick auf den Puig Tomir hat. Hier steht ein Strauch mit spitz zulaufenden Blättern: der Wacholder (Juniperus oxycedrus subsp. oxycedrus) mit seiner vielgepriesenen Heilwirkung. Der Rhamnus ludovici-salvatoris ist eine auf den Balearen endemische Kreuzdornart, die nach dem Erzherzog Ludwig Salvator benannt wurde. Man erkennt sie leicht an den gezahnten Blättern, die an der Oberseite dunkelgrün und an der Unterseite hellgrün sind. Eine weitere für die Serra typische endemische Art ist das Balearen-Johanniskraut (Hypericum balearicum). Ihre Blattränder sind gewellt, und im Frühling hängen große gelbe Blüten an den dunkelgrünen Sträuchern. Und zu Beginn des Sommers blüht die Myrte (Myrtus communis) mit ihren wunderschönen kleinen weißen Blüten. Die mit aromatisch duftenden, kleinen, dunkelgrünen Blätter werden bis 5 cm lang, und ihre Früchte, kleine blauschwarze Beeren, sind essbar. Wir folgen den Markierungen des Fernwanderwegs GR-221 zurück bis Lluc. Die Strecke führt an einer Kapelle und an der Schutzhütte Son Amer vorbei.

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Puig de Galatzó per Son Fortuny

Dificultad:Mittel/Hoch
Distancia:9,9 km (Hin- und Rückweg)
Duración:6 h
Requisitos:Die Strecke ist nur für Fußgänger geeignet
Recomendaciones:Die Strecke verläuft über einige Abschnitte sehr steil

Color:   

Der Puig de Galatzó ist mit seinen 1026 Metern Höhe von vielen Punkten der Insel aus zu sehen. Die Wanderroute führt auf halber Höhe einmal um den Berg herum und danach hinauf zum Gipfel. Auf dem Weg gibt es schöne Naturlandschaften zu entdecken, um die sich viele Geschichten und Legenden ranken: Zum Beispiel die Legende vom Comte Mal (Grafen Mal) oder die Abenteuer des Astronomen Francesc Aragó aus einer Zeit, als das Leben eines Wissenschaftlers noch mit großen Risiken verbunden war. Die Strecke verläuft über einige Abschnitte sehr steil. Die Strecke ist nur für Fußgänger geeignet. Die Strecke ist auf ganzer Länge ausgeschildert.

Etapas

Unsere Wanderung führt durch die Gemeinde d’Estellencs und beginnt an dem öffentlichen Landsitz Son Fortuny (Kilometer 97 an der Ma-10), der seit 1981 Eigentum des Inselrats Consell de Mallorca ist. Die Strecke beginnt mit einem steilen Anstieg mit vielen Kurven. Son Fortuny war ein großes Landgut, das sich einst über den gesamten Nordhang des Puig de Galatzó erstreckte. Zu dem heute im Staatsbesitz befindlichen Landsitz Son Fortuny gehören 280 Hektar des historischen Guts, das einst das größte Gut in dieser Gemeinde war. Die Häuser stehen im Privatbereich des ehemaligen Landsitzes. Nach einem Anstieg von ca. 20 Minuten kommen wir zu einem Plateau, auf dem ein Löschwassertank zur Bekämpfung von Waldbränden steht. Der Weg nach rechts führt zur Schutzhütte La Coma d’en Vidal. Wir nehmen jedoch den linken Weg, der uns zu den alten Stallungen Boal de ses Serveres führt.
Wir sind jetzt am Rastplatz Son Fortuny. In der Lichtung kann man noch einen Kohlenmeilerplatz und eine Köhlerhütte sehen, Spuren der früheren Bewirtschaftung des Waldes. Links verläuft der Weg, der uns zur Schutzhütte von Boal de ses Serveres führt. Der Name „Boal“ bezieht sich auf die alten Stallungen neben der Schutzhütte, die heute verfallen sind. Nach einem leichten Anstieg kommen wir zum Aussichtspunkt von Boal de ses Serveres auf der linken Seite. Ab jetzt führt der Weg durch Dissgras (Ampelodesmos mauritanica) und nach einigen Meter wird der Weg enger und steiniger. Die Markierungen im Dissgras sind gut zu erkennen, man sollte aber vorsichtig sein, um nicht auf den Blättern auszurutuschen! Nach 15 Minuten kommen wir zu einem verlassenen Kohlenmeilerplatz. Hier bekommt man einen guten Eindruck davon, wie das Leben der Männer und Frauen aussah, die bis vor gar nicht allzu langer Zeit in den Wäldern der Serra Tramuntana arbeiteten. Von hier hat man einen wunderschönen Panoramablick auf den Ort Estellencs.
Nach einer Stunde Weg haben wir die Eichen und Kiefern hinter uns gelassen und erreichen den Pas de na Sabatera. Zum Gipfel ist es jetzt nur noch eine knappe halbe Stunde, der Weg ist gut markiert. Bei guten Witterungsbedingungen hat man eine fantastische Aussicht mit Blick über fast die ganze Insel: Im Norden sieht man Estellencs und das Meer, im Nordosten den Mola de Planícia (920 m), im Osten das Superna-Tal, den Mola del Ram (820 m) und die Orte Puigpunyent und Galilea. Im Südosten liegt Palma, im Süden die Gemeinde Calvià und Sa Mola von Port Andratx. Im Südwesten sieht man den La Moleta de s’Esclop (926 m) und im Westen den Höhenzug Serra des Pinotells und den La Moleta Rasa. Auf dem Gipfel angelangt können wir eine kleine Rast einlegen und auf die hinter uns liegende Vegetation blicken. Der Steineichenwald am unterem Kamm wandelte sich nach uns nach zur typisch mallorquinischen Berglandschaft. Von Oktober bis Februar blüht in den Felsspalten des letzten Wegabschnitts die auf den Balearen endemische Krokusart Safrà Bord (Serie der Versicolores, Crocus cambessedesii). Die Hütte n‘Aragó und der „Meridià verd“-der grüne Längengrad. Auf dem Puig de Galatzó stehen ein Gipfelkreuz aus Metall und ein Stein, der einen trigonometrischen Punkt, auch Trigonometer genannt, markiert. Trigonometrische Punkte sind Beobachtungspunkte der Landvermessung, die mit ihren Koordinaten und ihrer Festlegung im Gelände eine wichtige Grundlage für Geodäsie und Kartografie bilden. Der französische Astronom Francesc Aragó verbrachte ein Jahr auf dem benachbarten Moleta de s’Esclop zur Landvermessung. Am 2. Mai 1802 beauftragte das Pariser Bureau des Longitudes zwei Astronomen mit der Vermessung des Längengrads von Paris. Einer der beiden Astronomen war Aragó. Aragó kam im März 1807 auf den Balearen an und begann mit der Vermessung der Distanzen zwischen den Inseln und der Halbinsel, um so die Meridianbreite zu bestimmen. Zur selben Zeit brachen auf der ganzen spanischen Halbinsel und den Balearen die Napoleonischen Kriege aus. Natürlich machte sich ein Franzose, der vom Gipfel eines Berges (S‘Esclop) Feuersignale sendete und mit seltsamen Instrumenten hantierte, bei den Eimheimischen mehr als verdächtig. Es dauerte nicht lange, bis er der Spionage angeklagt wurde. Zum Glück hatte Aragó einen Seefahrer zum Freund, der in rechtzeitig warnen konnte. Als Bauern verkleidet und Mallorquinisch sprechend stiegen beide ins Tal hinab und entkamen den Häschern. Leider endete die Flucht kurze Zeit später in Palma, wo der Astronom in der Festung Bellver eingesperrt wurde.
Don Ramon Burgués Zaforteza i Fuster, einer der Gutsherren von Galatzó und Graf von Santa Maria de Formiguera, ging als Comte Mal („böser Graf“) in die Geschichte ein. Die Legende erzählt, dass der Grafen nicht zögerte, seine Widersacher foltern oder töten zu lassen. In s‘Argolla und am Pass Coll d‘en Debades kann man Löcher in einem Felsen sehen, in die der Legende nach Eisenstangen gehauen wurden. Daran seien dann die Feinde des Grafen festgebunden und zu Tode gefoltert worden. Der Felsen von s‘Argolla schien adligen Opfern vorbehalten zu sein, während der Stein am Coll den Debades für Opfer aus dem Volk bestimmt war. Der Name des Passes (Pass der Hoffnungslosen) weist darauf hin, dass die armen Gefangenen nicht mit Gnade rechnen konnten. „Bei Ausgrabungen wurden Gräber mit menschlichen Knochen und Kalk gefunden, es waren viele, bestimmt 10 oder 12 (...), dies war der Totenacker von Galatzó, in dem die Opfer des Grafen verscharrt lagen.“(Camins i paisatges. Gaspar Valero i Martí) Die Besitzer des Gutes Galatzó hatten Schwierigkeiten, Landarbeiter zu finden, da viele Angst hatten, dort zu arbeiten. Der Legende nach reitet der Comte Mal noch heute allein auf seinem grünen Pferd durch die Berge von Galatzó. Es heißt, man könne in kalten Novembernächten, wenn nichts anderes zu hören ist, als das Heulen des Windes und der Tiere aus den Bergen, die Gegenwart des Comte Mal spüren. Anscheinend hatte sein Vater die Bewohnern von Santa Margalida mit seiner feudalen und gerichtlichen Herrschaft unterdrückt, sodass er ein kompliziertes Erbe antreten musste und aufgrund seines überheblichen Charakters und einiger ungeschickter Auftritte erhielt er den Beinamen Comte Mal, ja er wurde sogar aus dem Ort verbannt. Schließlich stellte er sich in den Dienst des Königs und konnte damit seinen Ruf und seine adlige Position wiedererlangen. Auf dem Rückweg steigen wir den Puig de Galatzó hinab und kehren auf demselben Weg zum Pas de na Sabatera zurück. Dort biegen wir links in Richtung Pas des Cossis ein und kommen nach ca. 55 Minuten wieder am Rastplatz Son Fortuny an.

PARATGE NATURAL DE LA SERRA DE TRAMUNTANA

Camí de la coma des Cairats

Dificultad:Niedrig
Distancia:4.1 km (nur Hinweg)
Duración:1 h
Requisitos:Muss zu Fuß zurückgelegt werden

Color:   

Auf der Route können wir die zahlreichen völkerkundlich und kulturell sehr interessanten Elemente bewundern, durch die sich das öffentliche Landgut Son Moragues (Valldemossa) auszeichnet. Der Weg führt durch den Wald Es Cairats, der frühe zur Holzkohle- und Kalkherstellung sowie zur Aufbewahrung von Eis genutzt wurde. Diese Handwerker lebten und arbeiteten in Son Moragues. Der frühere Wagenweg begann vor den Häusern von Son Gual und führte bis zur Quelle Font des Polls und dem sog. Casa de Neu (einem Gebäude zum Sammeln und Lagern von Schnee) in Son Moragues.

Etapas

Son Moragues liegt am Westhang des Teix, wo sich die über 900 m hohen Gipfel Puig des Caragolí, Puig des Boixos und Puig Gros erheben. Das Gut gehört zu der Reihe der Landgüter der Balearen in Staatsbesitz. Son Moragues ging 1979 in Staatsbesitz über und wurde vom spanischen Naturschutzinstitut verwaltet, bis das Gut 1984 an die Balearenregierung übergeben wurde. 1981 wurde Son Moragues in das spanische Bergschutzregister Catálogo de Montes de Utilidad Pública aufgenommen. Um das auf dem Landgut bestehende Ökosystem zu schützen, hat die Balearenregierung das Gelände mit der Steineichen-Verordnung zum ANEI-Schutzgebiet erklärt und in das Landschaftsschutzgebiet Serra de Tramuntana aufgenommen. Das Gut wurde zu Viehzucht und Jagdgebiet genutzt, bis es 2001 zum Jagdschutzgebiet erklärt wurden. Heute ist das Gut eines der beliebtesten Ausflugs- und Wanderziele der Serra de Tramuntana und bietet Aktivitäten zur Umwelterziehung für Schulklassen an. In anderthalb Stunden Entfernung befindet sich eine Schutzhütte.
Der Weg beginnt an den Häusern von Son Gual an der Straße d'Hongria. Wir folgen der Straße bis zum höchsten Teil des Ortes. Hinter einem großen Johannisbrotbaum, der mitten auf der Straße steht, geht links ein Feldweg ab, der bis zum Zaun von Son Moragues führt. Der Weg bis zum Zaun dauert zehn Minuten . Wir nehmen die Stufen an der rechten Seite des Zauns und kommen zum Steineichenwald Coma des Cairats. Die feuchte und schattige Umgebung ist typisch für einen Wald aus Steineichen (Quercus ilex). Schon bald stoßen wir auf die ersten Spuren der Nutzung des Walds durch den Menschen. Vor dem Aufkommen von Gas und Erdöl war Holzkohle die hauptsächliche Energiequelle. Zur Erzeugung von Holzkohle werden Holzscheite in kegelförmigen Haufen, den sogenannten Meilern, aufgeschichtet und in einem langsamen, nahezu luftdichten Prozess verkohlt. Holzkohle bildet ein lockeres, schwarzes Produkt, das sich leicht verbrennen und gut lagern ließ. Die Köhler verkauften die fertige Holzkohle in den Dörfern der Umgebung. Sie mieteten von den Eigentümern des Waldes Parzellen, auf denen sie das Holz schlugen und den Kohlenmeilerplatz errichteten. Der Kohlenmeilerplatz war ein mit Steinen markierter Kreis, in dem der Meiler errichtet wurde. Der Untergrund aus Steinen hatte kleine Luftkanäle, damit ausreichend Luft vorhanden war, um den Meiler am Brennen zu halten, ohne dass das Holz verbrannte. Die Holzscheite wurden auf eine spezielle Art und Weise aufgeschichtet: Die dicksten Scheite kamen in die Mitte, und die dünneren nach außen. Die Scheite wurden mit Dissgras oder Eichenzweigen und einer dichten Erdschicht bedeckt, um die Meiler luftdicht zu machen. In der Mitte blieb ein Schacht frei, das sogenannten Auge des Meilers. Durch den Schacht wurde der Meiler entzündet und das Feuer bis zu sechs Mal am Tag angefacht, um es am Brennen zu halten. Der Meiler durfte während der gesamten Zeit, die er brannte, nicht unbeaufsichtigt gelassen werden, damit er nicht zu schnell oder ungleichmäßig brannte. Daher bauten die Köhler ihre Hütten neben dem Meiler. Es waren einfache Konstruktionen mit Steinwänden und Dächern aus Dissgras. Die einzige Öffnung war die Tür, die immer in Richtung Meiler wies, um ihn bewachen zu können. Das Verkohlen dauerte sieben bis zehn Tage.
Beim Anstieg in Richtung der Quelle Es Polls kommen wir an drei Kalköfen vorbei. Oftmals errichteten die Köhler in der Nähe der Meiler einen Kalkofen, um ihre Einkünfte zu vermehren. Dazu musste in der Nähe Kalkstein vorhanden sein. Es wurde ein runder Ofen, Olla genannt, ausgehoben, der etwa zwei Meter tief war und einen Durchmesser von sechs Metern hatte. Die Wände der Grube wurden mit Steinen ausgelegt, die Fugen wurden mit Schlamm geschlossen. Die Mauer ragte etwas über den Grubenrand hinaus, dieser Teil wurde Cintell genannt und hatte einen Durchgang und eine Tür, um den Kalkofen zu füllen. Die Steine, aus denen der Kalk gebrannt wird, wurden in konzentrischen Kreisen im Inneren des Ofens ausgelegt, bis die Grube ganz gefüllt war. Wie bei den Meilern auch, blieb in der Mitte ein Schacht aus Rauchabzug frei. Der Steinhaufen wurde mit einer Schlammschicht bedeckt, die luftdurchlässig war, damit de Steine gut brannten. Der Ofen wurde mit Holzscheiten zur Holzkohlegewinnung befeuert, die durch den Schornstein und den unteren Teil der Tür zugeführt wurden. Das Feuer musste ohne Unterbrechung zehn bis zwölf Tage brennen. Für diese Arbeit waren drei bis sechs Personen notwendig. Das Feuer verbrennt den Kalkstein (CaCO3) in Branntkalk (CaO). Der Branntkalk wird mit Wasser zu Flüssigkalk vermischt und zum Kalken von Hauswänden verwendet.
Wir folgen dem Waldweg und kommen nach einigen Kurven an den Rastplatz am Brunnen Es Polls. Der Brunnen Es Polls ist ein horizontaler Brunnen, nach dem Prinzip eines Freispiegelkanals. Das Wasser läuft von der unterirdischen Quelle durch Kanäle mit gerade ausreichender Steigung, um durch die Schwerkraft an die Oberfläche zu gelangen. Um den Brunnen herum stehen einige Schwarz-Pappeln (Populus nigra), die der Quelle den Namen gegeben haben. Die Schwarz-Pappel ist an vielen Schluchten, Kanälen, Wildbächen und Quellen der Serra zu finden, da sie viel Wasser braucht.
Der Weg führt weiter bergauf an einem Waschplatz an der linken Seite vorbei bis zu einer alten Eisbauernhütte, die zu einer Schutzhätte ausgebaut wurde. Etwas weiter oberhalb steht der Schneespeicher. Hier endet der Waldweg und der Weg des Erzherzogs beginnt. Bis vor nicht allzulanger Zeit, war Schnee ein sehr wertvolles Produkt auf Mallorca. Das daraus gewonnenen Eis wurde zum Frischhalten von Lebensmitteln und zur Herstellung von Speiseeis verwendet. Eisverkäufer gab es damals nämlich nicht! Nach den ersten heftigen Schneefällen stiegen die Eisbauern die Wälder zu den Schneespeichern hinauf. Die Eisbauern schaufelten den Schnee, der sich auf den Anbauterrassen angesammelt hatte, durch die Tür und die vier Öffnungen an den Seiten in den Speicher. Danach pressten sie den Schnee gut fest und deckten ihn mit Dissgras ab, damit er den ganzen Sommer über hielt. Die Eisblöcke transportierten sie dann mit Lasttieren zum Verkauf in die Dörfer. Hier endet unsere Wanderung, wir kehren auf demselben Weg nach Valldemossa zurück, den wir gekommen sind.

PARATGE NATURAL DE LA SERRA DE TRAMUNTANA

Pujada al puig Tomir

Dificultad:Hoch
Distancia:12.5 Km (Hin- und Rückweg)
Duración:5 h
Recomendaciones:Die Strecke ist nur für Personen in guter körperlicher Verfassung geeignet. Geeignetes Schuhwerk tragen und ausreichend Wasser mitnehmen
Temática:Landschaft, flora und faun

Color:   

Der Aufstieg auf den 1103 m hohen Puig Tomir in der Gemeinde Escorca, als „Es Puig Tomir“ ausgeschildert, bietet die Gelegenheit, die abrupten Steilwände der Serra de Tramuntana kennenzulernen. Geröllhalden, Steilfelsen, Spuren der einst hier tätigen Eisbauern, Stachelsträucher, Geier, Falken, fantastische Ausblicke machen diese Strecke zu einer der eindrucksvollsten Wanderungen durch die Serra de Tramuntana.

Etapas

Ankunft auf den Pass Coll des Pedregaret. : Wir gehen unter den “porxets”, den Laubengang-Häusern, des Santuari de Lluc entlang bis zu einem Torbogen und nehmen dann die geteerte Straße, an der linker Hand ein Sturzbach entlang fließt. Ein paar Meter weiter biegen wir links ab und gehen weiter bis zum Fußballplatz. Wir müssen eine kleine Holzbrücke links hinter uns lassen, dann nehmen wir den alten königlichen Weg Camí Reial, der Lluc und Pollença einst miteinander verband. Wir gehen eine Weile, bis wir die Straße Ma-10 (Andratx-Pollença) erreichen, biegen dann links ab und gehen etwa 120 m weiter geradeaus, bis wir die Begrüßungsschilder der öffentlichen Landsitze Menut und Binifaldó erreichen. Wir lassen sie links hinter uns und, ohne die Straße zu verlassen, erreichen wir nach zwei engen Kurven den Pass Coll der Pedregaret. Wir gehen weiter und, wo die geteerte Straße endet, biegen wir links ab und folgen dem ausgeschilderten Fußweg.
Der Pfad verläuft entlang einer vergitterten Mauer, dann erreichen wir ein beeindruckendes Geröllfeld. Jetzt biegen wir rechts ab und gewinnen schnell an Höhe, auf einem Weg, der sich durch die letzten Kiefern und Eichen hindurchschlängelt. Beim Verlassen des Waldes steigt der Weg sehr steil an. Zu unserer Linken sehen wir nach wie vor das Geröllfeld. Die Route kreuzt es auf seinem höchsten Punkt. Wir müssen immer den Markierungen in roter Farbe sowie den Marksteinen folgen. Sie führen uns zu einem Pass, wo ein Metallkabel installiert wurde, das als Handlauf dient und uns wesentlich den Übergang erleichtern wird. Jetzt folgen wir einem etwas engeren und steilen Geröllfeld und kommen an einen Ort, der von Felsen einschlossen zu sein scheint. Die einzige Möglichkeit ist, sie mithilfe der dafür vorgesehenen Metallgriffe zu erklimmen. Danach folgen wir dem Grat und den Marksteinen, die uns bis zum Gipfel führen werden.
Je näher wir dem Gipfel kommen, desto mehr verändert sich das Klima. Die Temperatur sinkt, der Wind wird stärker und immer häufiger kann man in Gipfelnähe Schnee antreffen. Die Vegetation spiegelt diese Veränderungen wieder. Am Fuß des Berges wachsen Pflanzen, die an trockenen warmen Orten gedeihen. In den höheren Lagen hingegen findet man Pflanzen, die kühle und feuchte Umgebungen bevorzugen. Eine Berglandschaft lässt sich in drei Höhenstufen unterteilen: Die unterste Ebene mit wilden Ölbäumen und Kiefern, die mittlere Ebene mit Steineichen und die oberste Ebene, in der nur noch Dornensträucher wachsen. Je höher wir kommen, desto dünner wird der Baumbestand, denn an den steilen Hängen mit dünner Erdschicht und starkem Wind halten sich kaum Bäume. Der Aufstieg bietet uns eine gute Gelegenheit, den Übergang der Vegetation von Kiefern und Steineichen zur Hochgebirgsvegetation zu beobachten. Wenn wir den Wald verlassen, erwartet uns der Duft des Duftgamanders (Teucrium asiaticum), der trotz ihres lateinischen Namens eine endemische Pflanze Mallorcas und Menorcas ist. Und im Herbst sieht man zwischen den Felsen die weißen Blüten der auf den Balearen endemischen Krokusart Safrà Bord (Crocus cambessedesii) hervorkommen.
Mit etwas Glück entdeckt man im Himmel einen der typischsten Vertreter der Vogelwelt der Serra de Tramuntana: den Mönchsgeier (Aegypius monachus). Der Mönchsgeier ist mit einer Flügelspannweite von 2,5 m und einem Gewicht von bis zu 8 kg der größte Vogel Europas. Er nistet in den Kronen von Kiefern in der Nähe des Meeres. Zu Beginn der 1980er Jahre betrug der Bestand nur noch etwa zwanzig Tiere. Grund dafür ist die Verwendung von Giftködern zu Bekämpfung von Raubwild, was illegal und sehr gefährlich für den Artenschutz ist. Obwohl die Verwendung von Gift heute unter Strafe im spanischen Strafgesetzbuch steht, kommt es leider immer noch zu solchen Fällen. Tritt das Gift einmal in die Nahrungskette ein, können auch andere Arten davon betroffen werden. Um das Aussterben der Tiere auf Mallorca zu verhindern, wurde ein Programm zur Artenerhaltung ins Leben gerufen. Mit diesen Bemühungen konnte der Bestand der Mönchsgeier auf der Insel deutlich erhöht werden. Der Mönchgeier ist ein Symbol für die Erhaltung der Flora und Fauna Mallorcas. Mit etwas mehr Glück sehen wir auch einen Wanderfalken (Falco peregrinus) bei der Jagd, ein einmaliges Schauspiel. Wenn die Tiere sich im Flug auf die Beute stürzen, können sie Geschwindigkeiten von bis zu 320 km/h erreichen. In dieser Gegend nistet auch eine kleinere, etwa taubengroße Falkenart, die an ihrem rotbraunen Federkleid zu erkennen ist: der Turmfalke (Falco tinnunculus), auf Katalanisch Xoric oder Xoriguer (Falco tinnunculus) genannt.
Auf einer Höhe von über 1100 m findet man niedrige Sträucher und Büsche, die sich mit ihrer kompakten Form an die Umgebung angepasst haben. Der Wettbewerb ums Überleben kann grausam sein. Nur Pflanzen, die Wind, Kälte im Winter und Hitze und starke Sonne im Sommer gleichermaßen aushalten, die in steinigen Böden Wurzeln schlagen können, haben hier eine Chance zu überleben. Somit ist es auch nicht sehr erstaunlich, dass es auf den Balearen eine große Zahl endemischer Arten gibt, d. h. Arten, die in dieser Form sonst nirgends in der Welt vorkommen. Diese sind das Ergebnis langer Evolutionsprozesse, bei denen sich die Arten an die kargen Bedingungen ihrer jeweiligen Umgebung angepasst haben. Zwei Arten sollen hier besonders erwähnt werden, im Volksmund sind sie als coixinets de monja (Nonnenkissen) bekannt. Es handelt sich um den Meeres‑Gamander und den Tragant (Teucrium marum subsp. occidentale und Astragalus balearicus), die beide die Form eines dornigen Polsters haben. Beide Arten zeigen sehr gut, wie sie sich an die rauen Bedingungen angepasst haben. Obwohl sie nicht zur selben Familie gehören, sind sie sich sehr ähnlich. Die an ein dorniges Polster erinnernde Form schützt die Sträucher gegen den starken Wind und gegen Fressfeinde. Auch die hier vorkommende Stechwinde (Smilax aspera subsp. balearica) hat diese typische runde Form. Meeres-Gamander und Tragant unterscheiden sich in der Form ihrer Blätter und in anderen Merkmalen: Die Blätter des Meeres-Gamanders (Teucrium marum) sind dreieckig und grün-gräulich auf der Oberseite, und fast weiß auf der Unterseite. Die Dornen sitzen seitlich an den Zweigen. Der Tragant (Astragalus balearicus) hat Hülsenfrüchte und stachelige, unpaarig gefiederte Blätter von dunkelgrüner Farbe.
Auf dem Gipfel angekommen, lohnt sich die Besichtigung der Überreste der Cases de neu (Speicher, um Schnee zu Eis zu verarbeiteten). Vor dem Schneespeicher aus Trockensteinmauern, der heute von Efeu (Hedera helix) überwuchert ist, sollte man einhalten und an die unermüdlichen Anstrengungen der Schneebauern denken. Bevor es Kühlschränke gab, nutzte man zur Kühlung den Schnee, der auf den Gipfeln lag. Unsere Urgroßeltern lernten, in mühsamer Arbeit Schneespeicher anzulegen, um im Sommer Schnee und Eis zur Kühlung und Erfrischung zu haben. Es fällt nicht schwer, sich das harte und entbehrungsreiche Leben der Schneebauern vorzustellen, die in dem bitterkalten Wind der Tramuntana, mit Krämpfen in Händen und Füßen, arbeiten mussten. Wie sich die Zeiten geändert haben! Auf dem Rückweg legen wir genau denselben Weg zurück, den wir gekommen sind. Beim Abstieg ist an den Stellen mit großem Gefälle besondere Vorsicht angebracht!

PARATGE NATURAL DE LA SERRA DE TRAMUNTANA

Camí de la coma de Binifaldó

Dificultad:Niedrig
Distancia:4.6 km (Hin- und Rückweg)
Duración:2 h

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Auf dem Weg Coma de Binifaldó können Sie die drei typischen Habitats im Naturpark der Serra de Tramuntana kennenlernen. Pinien-, Steineichen- und Olivenhaine. Der Weg beginnt an einem offenen und sonnigen Pinienhain, mit reichhaltigem und üppigen Unterholz, danach kommen Sie in einen schattigeren und feuchteren Steineichenwald und gelangen zum Olivenhain von Binifaldó.

Etapas

Der Weg startet am Rastplatz Menut II, der auf Höhe von Kilometer 16,4 an der Fernstraße Ma-10 von Andratx nach Pollença in Richtung Lluc-Pollença links liegt. Am Rastplatz wenden wir uns auf die Straße schauend nach rechts in Richtung einer Brücke. Wir gehen unter der Brücke hindurch zur anderen Straßenseite. Links beginnt ein breiter Feldweg: hier beginnt der Weg „Camí de la Coma“. Wir folgen dem Weg, der durch einen lichten, von Kiefern dominierten Wald führt. Kiefernhaine sind typischerweise reich an Büschen und Sträuchern, neben den allgegenwärtigen Mastixsträuchern (Pistacia lentiscus) gibt es hier viele farbenfrohe Sträucher, die mit aromatischen Düften locken. Besonders häufig anzutreffen sind die Montpellier-Zistrose (Cistus monspeliensis) mit ihren langen und lineal-lanzettlichen Blättern, die Vielblütige Heide (Erica multiflora) mit ihren glockenförmigen rosa Blüten und der unverwechselbare Rosmarin (Rosmarinus officinalis). Unsere Nase wird uns sicher sofort sagen, dass hier auch einer der charakteristischten Sträucher der Mittelmeerkultur zu finden ist: die Myrte (Myrtus communnis), die für die Griechen das Symbol für Liebe und Frieden war. Der Name Myrtus stammt vom griechischen „Myran“, was Parfüm bedeutete. Sowohl die Blätter als auch die zu Beginn des Sommers blühenden weißen Blüten verströmen einen aromatischen Duft.
Der Weg führt an eine Gabelung, an der wir die Quelle La Coma sehen. Die Quelle ist von der Art eines Wasserstollens, eine Form, die auf die arabischen Qanate zurückgeht, die einst auf dem von den Mauren besetzten Mayūrqa eingeführt wurden. Der Ortsname Binifaldó weist mit der arabischen Vorsible -bini eindeutig auf den maurischen Ursprung des Anwesens hin. Der Name stammt von Beni Haldun, Söhne des Haldun. Angesichts des Klimas von Mallorca mit seinen langen und häufigen Trockenzeiten war es für die Inselbewohner von lebenswichtiger Bedeutung, Wasser zu sammeln und zu lagern. In der Serra sind Wassersammelstellen dieser Art daher häufig zu finden. Es wird zuerst ein Stollen mit ansteigender Neigung angelegt, der zum Grundwasserleiter (auch Aquifer genannt) führt. Der Stollen wird mit einer Wand geschützt und mit Steinplatten oder einem Bogen im Trockensteinbau umbaut. Damit soll verhindert werden, dass die Quelle mit Erde zugeschüttet wird und kein Wasser mehr nach außen gelangt. Der Wasserstollen ist der wichtigste Teil der Konstruktion, da er das Wasser aus der Quelle - dem Aquifer - nach außen leitet. Die Länge des Stollens hängt davon ab, wie tief die Quelle liegt. Wasser aus solchen Quelle ist kein Trinkwasser. Sehen Sie die Tränke? An den Quellen wurde das Vieh getränkt. Und wenn die Quelle genügend Wasser lieferte, legte man eine Leitung zu einem Waschplatz.
An der Quelle La Coma gabelt sich der Weg. Wir weichen an dieser Stelle kurz von der eigentlichen Strecke ab. Der Weg nach rechts führt an ein künstlich angelegtes Löschbecken, das von dem Bergbach von Binifaldó gefüllt wird und der kleine Staudamm („Pantanet“) von La Coma genannt wird. Die Wände wurden mit Asche ausgekleidet, die abgedeckt und wasserundurchlässig gemacht wurden. Das Löschbecken ist Lebensraum einer Kolonie des Iberischen Wasserfrosches (Pelophylax perezi), den man besonders im Frühling und im Sommer am Ufer antrifft. Aber Vorsicht, die Tiere sind sehr scheu und verschwinden schon beim kleinsten Geräusch im Wasser. Der Iberische Wasserfrosch ist die am weitesten verbreitete Amphibienart der Balearen und macht sich mit seinem Gequake weithin bemerkbar. Die Art ist variabel in Körpergröße sowie Färbung und kommt mit grüner, grauer oder brauner Oberseite vor. Die Färbung eines Tieres kann sich sogar mit der Alter ändern. Der Wasserfrosch hat eine glatte Haut und lange Glieder, mit denen er weite Sprünge machen kann.
Wir kehren zur Quelle zurück und nehmen den Weg, der ab der Schutzhütte ansteigt. Ab jetzt sind Steineichen in der Vegetation vorherrschend. Bis vor nicht allzulanger Zeit wurden die Steineichen zur Herstellung von Holzkohle genutzt. Die Überreste der zwei Meiler an der rechten Seite sind die letzten Spuren der Köhler, die einst in diesen Wäldern arbeiteten. Wenn man die Reste der Meiler und die Hütte betrachtet, kann man sich gut vorstellen, wie das karge Leben der Köhler einst ausgesehen hat. So beschreibt Erzherzog Ludwig Salvator in seinem Buch Die Balearen aus dem 19. Jahrhundert diesen harten Beruf: Schon von weit her erkennt man die rauchenden Kohlemeiler, in denen das Holz der Steineichen zu Holzkohle gebrannt wird. Dies ist ein langer und mühseliger Vorgang. Die Gesichter der Köhler sind blass vor Erschöpfung und schwarz vor Kohle und bilden einen erschreckenden Anblick. Wenn man sie beobachtet, wie sie des Nachts die Meiler bewachen, kommen sie einem wie böse Geister vor, die die Arbeit des Teufels verrichten. Aber sie begrüßen den Wanderer stets mit einem Lächeln ... Die Köhler verbringen den ganzen Sommer im Wald: zuerst werden die Bäume gefällt und zerkleinert, danach werden die Äste zum Meilerplatz geschleppt und aufgeschichet, um dann langsam zu Holzkohle zu werden. Für die Dauer ihres Aufenthalts bauen sie sich Hütten, die sie mit Ästen und Dissgras bedecken. Dort verbringen sie die langen Monate in einem halbwilden Lebenswandel.
In dieser Zone kann man mit etwas Glück, wenn man sich ruhig genug verhält, zwei hier häufig vorkommende Säugetiere beobachten: das Mauswiesel (Mustela nivalis) und den Echten Marder (Martes martes). Beide Raubtierarten der Familie der Mustelidae haben einen länglichen Körper mit kurzem, meist bräunlich gefärbtem Fell. Das Mauswiesel kommt vor allem in landwirtschaftlich geprägten Zonen wie Olivenplantagen vor, in denen es Gräben oder Steinhaufen gibt, in denen sie ihre Nester bauen. Der Marder kommt dagegen hauptsächlich in bergigen Gebieten vor, obwohl er sich in den letzten Jahren verstärkt auch im Inneren und im Süden der Insel ausgebreitet hat. Wenn sich keine Tiere blicken lassen, kann man ihr Vorkommen doch zumindest an den Exkrementen erkennen, die auf den Wegen zu sehen sind. Die dominanten männlichen Tiere markieren mit ihrem Kot ihr Territorium und geben anderen Männchen damit zu verstehen, dass sie unerwünscht sind.
Je weiter höher wir kommen, desto mehr lichtet sich der Steineichenwald und geht über in eine ehemalige Olivenbaumplantage. Dahinter erkennt man die Häuser von Binifaldó zwischen dem Puig Tomir und der Moleta de Binifaldó. Dieses Feld ist wegen der Art der hier wachsenden Olivenbäume als Els Sivellins de Binifaldó bekannt. Die Oliven dieser Unterart sind klein und von besonders exquisitem Geschmack. In Bezug auf die Ölherstellung sind sie jedoch nicht sehr ergiebig. Bei Ankunft an dem alten Weg von Lluc nach Pollença biegen wir links in Richtung der Häuser von Binifaldó ein. Bevor wir die Häuser erreichenh steht an der rechten Seite des Wegs die 500-jährige Steineiche „d’en Pere“, die unter besonderem Schutz steht und Bauern, Arbeitern und Wanderern gleichermaßen Schatten spendet. Nach der Eiche kommen wir an eine Stelle mit einem wunderschönen Panoramablick auf einige der beeindruckendsten Gipfel der Serra: von links nach rechts sehen wir den Puig d’en Galileu, den Puig de Massanella, den Puig Major, den Puig Roig, den Puig Budell und den Puig Caragoler de Femenia. Wir kehren auf dem Weg, den wir gekommen sind, zum Ausgangspunkt unserer Wanderung zurück und genießen noch einmal alle Naturschönheiten und Sehenswürdigkeiten entlang des Weges.

PARATGE NATURAL DE LA SERRA DE TRAMUNTANA

Itinerari de Cúber a Biniaraix

Dificultad:Mittel
Distancia:10.7 km (nur Hinweg)
Duración:2 h
Requisitos:Muss zu Fuß zurückgelegt werden

Color:   

Der Stausee Cúber liegt in 750 m Höhe, umgeben von den höchsten Bergen der Serra de Tramuntana. Früher war hier ein fruchtbares Tal, in dem der beste Saatweizen auf der Insel angebaut wurde. Heute kann man hervorragend den alten Stimmen unserer Berge lauschen. Die Biniaraix-Schlucht ist eines der landschaftlichen Wunder in der Serra de Tramuntana. Der landschaftliche, natürliche, geschichtliche und kulturelle Wert dieses Gebietes wurde auch von den Behörden anerkannt, als es zum Kulturgut erklärt und unter Denkmalschutz gestellt wurde. Die Route verläuft auf der GR- 221 und ist ausgeschildert.

Etapas

Wir beginnen die Route an der Eingangsschranke zum öffentlichen Landgut Cúber, die wir etwa am Kilometerpunkt 34 der Landstraße Ma-10 von Andratx nach Pollença finden. Das Landgut gehört zum Naturpark Serra de Tramuntana und ist ein Teil des Gebiets von gemeinschaftlichem Interesse Cimals de la Serra, d. h. es ist im Netz Natura 2000 enthalten. Auf den ersten Blick sehen wir hinter der Schranke eine ziemlich schlichte Landschaft. Besonders fällt zweifellos der Stausee auf, der sich fast über die ganze Ebene erstreckt, umgeben vom Morro de Cúber (951 m) auf der linken Seite, dem Puig de sa Rateta (1113 m) vor uns und der Serra de Cúber rechts. Unser Weg führt nach rechts zu dem Steineichenwald. Danach müssen wir nach links abbiegen und dem Weg in Richtung zum Puig de l’Ofre (1093 m) folgen, der im Hintergrund zu sehen ist. Wir nähern uns den Felsen am Hang der Serra de Cúber und können die Spuren der Karsterosion erkennen. Karst ist eine Geländeform, die durch die chemische Verwitterung von kohlensäurehaltigen Felsen, hauptsächlich aus Kalkstein, entsteht. Kalksteinfelsen sind Sedimentgestein, das sich im Wesentlichen aus wasserlöslichem Kalziumkarbonat zusammensetzt. Das Kohlendioxid aus der Luft verbindet sich mit dem Regenwasser und bildet Kohlensäure. Wenn der Regen auf die kohlensäurehaltigen Felsen fällt, verbindet sich die Kohlensäure mit dem Karbonat zu Bi-Karbonat, das dann weggeschwemmt und Spuren in Form von seltsamen Figuren, Rillen, Rissen und Kanälen hinterlässt. Diese Spuren werden generell als Lapiaz bezeichnet (auf katalanisch nennt man diese im Volksmund Rellars oder Esquetjars). Mit anderen Worten, jedes Mal, wenn es regnet, wird in einem sehr langsamen Prozess ein Teil der Serra weggespült. In diesen Felsrillen wachsen Pflanzen, die mit ganz wenig Erde überleben können, wie z. B. der Säge-Tüpfelfarn (Polypodium cambricum) und Milzfarn (Ceterach officinarum). Sie sollten sich das wirklich einmal aus der Nähe ansehen.
Wenn wir jetzt nach links schauen, können wir auf der anderen Seite des Stausees ein Häuschen sehen, das ganz nahe am Wasser steht und sich darin spiegelt. Dabei handelt es sich um die Schutzhütte von Cúber, die für kurze Aufenthalte ausgestattet ist. Wir lassen die Schutzhütte von Cúber hinter uns und gehen durch ein kleines Tor. Danach befinden wir uns außerhalb des öffentlichen Landguts. Wir folgen dem markierten Weg der GR-221. Hier verengt sich das Tal und man sieht deutlich, wie dieses Land früher genutzt wurde, beispielsweise die Terrassenfelder am Fuße der Berge La Rateta und Na Franquesa. Diese Felder sind heute von Dissgras überwuchert, aber noch vor Kurzem waren sie fruchtbare Getreidefelder. Die Pla de Cúber, wo wir uns befinden, war schon seit Urzeiten besiedelt. Dies bezeugen die prähistorischen Funde rund um die Höhle am Gebirgsbach Cúber und die Talayot-Siedlung von Almallutx. Der Name Cúber wurde früher Qulber geschrieben und stammt noch aus Zeiten vor den Mauren. Nach der Eroberung Mallorcas durch König Jaume I erhielt Berenguer Ferrer von Barcelona ein Stück Land in der Größe von acht Yugadas aus dem Landgut Cúber zugewiesen und die restlichen sieben bekam Marino Ferrandi, Militär des Infanten von Portugal. Eine Yugada ist ein altes spanisches Feldmaß, das der Fläche entspricht, die von einem Ochsenpaar an einem Tag gepflügt werden kann (ca. 11,36 Hektar). Seit Urzeiten wurden hier vor allem Weizen, aber auch Gerste und Hafer angebaut. Außerdem gab es Oliven- und Eichenhaine sowie mit Gebüsch bewachsene Flächen. Ende des 16. Jahrhunderts war Cúber ein Großgrundbesitz mit Viehzucht, wo im Sommer viele Schafherden aus Pla de Mallorca, einem tiefer gelegenen Gebiet im Inneren der Insel, auf die Weide getrieben wurden. Der Stausee von Cúber wurde von April 1970 und Juni 1971 gebaut und das Landgut ging im Jahr 1988 in öffentlichen Besitz über, um das Staubecken zu schützen. Heutzutage ist die Regierung der Balearen für die Verwaltung des Landguts zuständig und die Wasserwerke von Mallorca, EMAYA, verwalten und warten den Stausee.
Wir gehen weiter auf dem gut sichtbaren Weg und kommen an den Häusern von Binimorat vorbei. Etwa zehn Minuten später sind wir beim Coll de l’Ofre angelangt. Wenn wir von hier aus zurücksehen, haben wir einen herrlichen Panoramablick auf den Stausee mit dem Puig Major im Hintergrund. Hin und wieder sollten wir aber auch zum Himmel hinaufblicken, denn wenn wir nur vor uns hinlaufen und auf den Boden sehen, könnten wir ein herrliches Erlebnis versäumen: den stillen Flug des Mönchsgeiers. Der Mönchsgeier (Aegypius monachus) ist mit ca. 100 cm Länge und 250 cm Flügelspannweite der größte Raubvogel Europas. Normalerweise hat er ein Gewicht von acht Kilo, kann aber auch bis zu zwölf Kilo schwer werden. Das Gefieder ist vor allem bei den jungen Exemplaren von sehr intensivem Schwarz, bei den erwachsenen Tieren ist es eher schokoladefarben. An Kopf und Hals haben sie helle Flaumfedern. Der Schnabel ist robust und groß. Diese Spezies ist sehr langlebig, sie können bis zu 40 Jahre alt werden. Den Beobachtungen nach sind sie monogam, d. h., ein Paar bleibt zusammen, bis einer der Partner stirbt. Normalerweise bauen sie ihre Nester auf den Wipfeln von Aleppo-Kiefern (Pinus halepensis) auf einer Art Plattform aus Zweigen. Hier in dieser Gegend gibt es zwar keine Mönchsgeiernester, aber sie sind häufige Besucher, wahrscheinlich, weil sie hier Tierreste - tote Schafe oder Ziegen - finden, die ihnen als Nahrung dienen.
Vom Coll de l’Ofre führt der Reitweg in vielen Kurven abwärts und wir kommen nach ca. 15 Minuten zum Pla de l’Ofre. Wir passieren die Schranke und gelangen damit in den spektakulärsten Teil des Ausflugs: die Biniaraix-Schlucht. Von hier aus ist der Weg gepflastert und stufenförmig (fast 2.000 Stufen!), eines der eindrucksvollsten volkstümlichen Wegebauwerke auf Mallorca. Diese Karstschlucht ist nach Westen ausgerichtet und wurde vom Wasser geformt. Sie ist begrenzt vom Puig des Cornadors im Süden und der Serra de Son Torrella im Norden. Diese Strecke war ein wichtiger Verbindungsweg vom Sóller-Tal zu den Flusstälern Ofre, Cúber, Orient oder dem Wallfahrtsort Lluc. Rechts und links vom Weg ist ein weiteres Wunder zu sehen, eine Reihe von Terrassenfeldern mit Olivenbäumen, ein Zeugnis von der Beharrlichkeit und Hingabe der Menschen, die im Laufe der Jahrhunderte in der Serra gelebt haben. Der Weg ist der Zugang zu all diesen Terrassenfeldern und die Bauern benutzten ihn, um ihre Oliven ins Tal zu bringen.
Die Terrassenfelder sind mit Trockensteinmauern gebaut, mit deren Hilfe man in so stark abfallenden Bereichen wie den Berghängen in der Serra de Tramuntana waagrechte Flächen schaffen konnte. Dadurch erzielten unsere Vorfahren ebenere Felder, die zum Anpflanzen von Olivenbäumen geeignet waren. Diese Trockensteinmauern und Terrassenfelder sind von großer Bedeutung: einerseits haben sie historischen und landschaftlichen Wert und andererseits wird damit die Erde zurückgehalten und die Erosion vermieden. Die Anordnung der Mauern ist nicht zufällig, sondern das Ergebnis der Kenntnisse von den physikalischen Merkmalen des Gebiets (Steigung, Gesteinskunde, Wassernetz usw.). Damit im Zusammenhang stehen andere Strukturen, die gebaut wurden, um das Regenwasser zu kanalisieren, nämlich die Wassergräben, die Albellons und die gepflasterten Wege. Die Wassergräben sind lange und schmale Kanäle aus Stein ohne Mörtel, in denen das Wasser am Fuße der Terrassenfeldmauer aufgenommen und zu einem größeren Gebirgsbach geleitet wurde. Die Albellons sind unterirdische Galerien, die an den Stellen gebaut wurden, wo sich das Wasser ansammelte. Zunächst entfernte man die Erde und brachte eine Steinschicht an, um das Ablaufen des Wassers zu erleichtern. Anschließend wurde die Erde wieder darüber geschüttet und schon konnte das Feld bepflanzt werden. Die gepflasterten Wege sind ausgesprochen sorgfältig gebaut worden, sorgfältiger als im Rest der Serra. Daran kann man erkennen, dass diese Strecke früher ein sehr wichtiger Verbindungsweg war. Die Pflastersteine sind nicht kontinuierlich auf dem ganzen Weg angebracht, sondern nur an den Stellen mit größerer Neigung oder dort, wo die Stärke des abfließenden Regenwassers Probleme verursachen kann. Mit dem Pflastersteinbelag sollte hauptsächlich sichergestellt werden, dass die Wege nicht weggespült wurden: Einerseits kann das Wasser durchsickern, d. h., der Wasserfluss wird reduziert, und andererseits zerstört das Regenwasser den Verlauf des Weges nicht, wie dies bei Wegen aus Erde der Fall ist.
Im Laufe der Zeit haben sich auch zahlreiche Tiere und Pflanzen in den Mauern der Terrassenfelder angesiedelt. Die Hohlräume und Rillen zwischen den Steinen bieten mehreren Wirbeltierarten Unterschlupf, wie Eidechsen und Wiesel, ebenso wie auch wirbellosen, darunter einigen endemischen Spezies, wie z. B. eine Schneckenart, die sog. Caragol de serp (Iberellus balearicus). Die endemischen Tierarten stammen von Spezies ab, die von den umliegenden Kontinenten auf die Inseln kamen und sich dort ohne irgendwelchen Kontakt mit dem Festland unabhängig weiterentwickelt haben. Außerdem sind auch einige Pflanzen zu finden, die ihre Wurzeln in die Zwischenräume zwischen den Mauersteinen schlagen. Der Weg durch die Schlucht führt uns schließlich in das hübsche Örtchen Biniaraix.

PARATGE NATURAL DE LA SERRA DE TRAMUNTANA

Camí de ses Basses de Mortitx

Dificultad:Niedrig
Distancia:11,3 km (Hin- und Rückweg)
Duración:5 h
Requisitos:Muss zu Fuß zurückgelegt werden
Recomendaciones:Die Strecke ist nur für Fußgänger geeignet. Während der Brutzeit der Mönchsgeier (Februar bis Juni) ist die Strecke nur bis zur Schutzhütte Lavanor passierbar

Color:   

Die Wanderung nach Ses Basses führt uns durch die Weingärten von Mortitx, einen langgestreckten Olivenhain und eine felsige, abrupte Karstlandschaft. In dieser wilden, ursprünglichen Naturlandschaft hat der Wanderer das Gefühl, meilenweit von der Zivilisation entfernt zu sein. Das staatliche Anwesen Mortitx ist eines der wertvollsten Landgüter im Landschaftsschutzgebiet Serra de Tramuntana. Diese sogenannte Possessió liegt am östlichen Rand des Gemeindegebiets Escorca in Küstennähe. Die Strecke ist nur für Fußgänger geeignet. Während der Brutzeit der Mönchsgeier (Februar bis Juni) ist die Strecke nur bis zur Schutzhütte Lavanor passierbar.

Etapas

Die Wanderung beginnt an dem Landgut - Possessió - Mortitx an Kilometer 10,9 der Ma-10 von Andratx nach Pollença. Von Lluc kommend geht der Weg links ab. Nach dem Tennisplatz links einbiegen. Auf der linken Seite folgt nach kurzer Strecke die Weinkellerei von Mortitx. Nach den Weingärten, auf denen Trauben der Sorte Cabernet Sauvignon gedeihen, kommen wir an einen Zaun mit Holzgatter, das den Eintritt zum öffentlichen Landgut markiert. Der Weg führt jetzt über eine lange Strecke auf einem Feldweg bergan. Nicht den Mut verlieren, das Ziel lohnt die Anstrengung. Auf der linken Seite sieht man einen alten Olivenbaum, dessen Alter man kaum schätzen kann. Auf der Possessió Mortitx wurden seit altersher Olivenbäume gezüchtet, in erster Linie wurde Oliven der Sorte Empeltre angebaut, die vom König Jaume nach der Eroberung der Insel aus Aragonien eingeführt wurden. Die Ableger schlagen nur schwer Wurzeln und werden daher mittels künstlicher vegetativer Vermehrung (empeltar) gezüchtet. Daher stammt der Name Empeltre. Diese Olivenbäume sind ein nicht wegzudenkender Bestandteil der Landschaft der Serra. Deshalb hat man begonnen, die Olivenhaine wieder aufzuforsten.
Der Weg führt weiter am Ufer eines kleinen Stausees entlang. Weiter oben am Weg liegt ein weiterer See. Diese beiden Seen entstanden im Zuge der Stauung des Sturzbachs Torrent s’Hort des Molí in den 1970er Jahren. Obwohl sie auf dem Gelände des öffentlichen Landguts liegen, sind sie Privatbesitz. Das Wasser wird durch ein Kanalsystem zum Feld Sementer Pla und zur Obstplantage Hort des Cirerers umgeleitet. Auf der rechten Seite sieht man in einiger Entfernung das Gelände Hort des Molí. Trotz seines Namens (Molí) ist keine Mühle mehr zu sehen. Wahrscheinlich stand hier einst eine mit Wasser betriebene Mühle. Hier stehen Kirschbäume der Art Sarró, deren Frucht viel kleiner als die für Mallorca typische ist und relativ spät reift. Der Kern löst sich sauber von der Frucht. Die Kirschblüte im Frühling ist immer wieder ein besonderes Erlebnis.
Nach den Stauseen wird der Weg etwas steiler, ein guter Grund, um anzuhalten und eine kurze Rast einzulegen. Beim Blick in den Himmel werden wir sicher den ein oder anderen Raubvogel entdecken, wie er in zielsicherem Flug durch die Lüfte schwebt. Es handelt sich wahrscheinlich um einen der Wanderfalke (Falco peregrinus), die an den Steinküsten von Mortitx ihre Nester haben. Der Wanderfalke ist für seine besonders gute Sicht bekannt, er kann seine Beute, die er sich aus dem Flug schnappt, auf einen Kilometer Entfernung erkennen. Die Vögel erreichen hohe Geschwindigkeiten: Geradeaus fliegen sie mit einer Geschwindigkeit von 48 km/h, und sie erreichen Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 77 km/h beim Verfolgungsflug und 320 km/h im Sturzflug. An der Beute angekommen, schlägt er sie mit seinen Krallen und ergreift sie nach einem Kurvenflug mit seinem Schnabel aus der Luft. Der Falke erwischt jedoch weniger als die Hälfte der Beute, die er anpeilt. Im Herbst kann man beobachten, wie die Falken Stare jagen, die in Schwarmformationen unterwegs sind. Dies ist ein besonders spektakulärer Anblick: Die Stare fliegen in großen Schwärmen, die manchmal wie eine Wolke am Himmel erscheinen. Der Wanderfalke fliegt auf den Schwarm zu, doch die Vögel bilden eine Lücke im Schwarm, durch die der Raubvogel hindurch fliegt. Diese Jagd wiederholt sich einige Male, bis der Wanderfalke aufgibt oder einer der Stare den schützenden Schwarm verlässt und vom Falken geschnappt wird.
Nach dem kurzen Anstieg kommen wir an eine Stelle, die in den 1980er und 90er Jahren mit Kiefern (Pinus halepensis) und Steineichen (Quercus ilex) aufgeforstet wurde. Wir befinden uns bereits in der Nähe der Schutzhütte Lavanor. Um zur Schutzhütte zu gelangen, müssen wir uns nach rechts wenden. Die von Ulmen umgebene einstöckige Schutzhütte steht an der Stelle des ehemaligen Landguts Rafal de Mortitx. A Lavanor de Mortitx / hi canten dues terroles. / Una fa trenta roves / i s’altra set quintars i mig. (Am Lavanor de Mortitx singen zwei Lerchen, / eine wiegt 30 Roves und die andere siebeneinhalb Quintars. (Volkstümlicher Reim) Terrola ist der einheimische Name für eine Feldlerche (Alauda arvensis). Ein Quintar sind vier Roves und eine Rova sind 10,4 Kilogramm. Wir kehren zum Weg und kommen an einer großen Schwarz-Pappel (Populus nigra) mit imposantem Stamm vorbei, die in der Nähe der Quelle Blanca steht. Pappel wurden früher stets als eine Art Wegweiser in die Nähe von Quellen gepflanzt, um auf die Wasserstelle hinzuweisen.
Das Landgut Mortitx, das 1978 in Staatsbesitz übergegangen ist, hat bei der Wiederansiedlung bedrohter Arten wie zum Beispiel dem Mönchsgeier (Aegypius monachus) eine wichtige Rolle gespielt. In den Monaten Februar bis Juni, der Brutzeit der Mönchsgeier, endet der Weg hier, damit die Vögel nicht gestört werden. Auf diese Weise wird der Fortbestand der Art gesichert, die an ihrer dunklen, majestätischen Gestalt leicht von anderen Vögeln zu unterscheiden ist. Der Mönchsgeier ist zu einem Symbol für die Initiativen zum Erhalt der Artenvielfalt der Region und zu einem Wahrzeichen für die Serra selbst geworden. Damunt l’altura, / les roques mig trabucades / damunt la Meer sense fons / on sols passen les ventades / les boires und los voltons. (In der Höhe die zerstreuten Felsen, / über dem vom Wind gepeischten, / bodenlosen Meer / die Nebel und die Mönchsgeier. (Mossèn Costa i Llobera) Außerhalb der Brutzeit, von Juli bis Januar, setzen wir unseren Weg fort. Links sieht man die zerstreuten Reste einer Siedlung, wahrscheinlich aus der Talaiot-Kultur. Sie wurde vor mehreren Jahrzehnten vom Pater Veny (aus dem Kloster von Lluc) untersucht, aber nie zum Denkmal erklärt. Direkt gegenüber befindet sich ein schöner Aussichtspunkt, im Hintergrund steht das Gut Ariant.
Jetzt führt der Weg wieder bergan zum Collet des Vent. Genießen Sie den Blick über die wunderschöne Landschaft zu Ihren Füßen! Sie blicken auf eine eindrucksvolle Karstlandschaft mit Karren in phantasievollen Formationen, die an eine Mondlandschaft erinnern. In dieser Karstlandschaft gibt es zahlreiche kleine Felshöhlen, die Lebensraum für viele endemische Arten bieten, zu denen insbesondere viele Käferarten (Coleoptera) gehören. Bis zum Ziel unserer Wanderung ist es jetzt nicht mehr weit: die spektakuläre Doline Sementer Ses Basses. Diese schüsselförmige Senke ist durch Lösungsvorgänge an der Felsoberfläche entstanden. Diese Senken wurden als Ackerland oder wie hier der Fall als Schafweiden verwendet. Dieser unwirtliche Ort war einst Arbeitsplatz der Bergbauern, ein Beruf, der inzwischen der Vergangenheit angehört. Inmitten dieser kleinen, versteckten Ebene, die von Felsen und Röhricht beherrscht wird, liegt ein ungewöhnliche Tränke. Sie wurde in den Boden gegraben und hat dicke Wände und eine Steinplatte als Dach, die seit Jahrhunderten von einem Stützbalken aus dem Holz des Wilden Ölbaums gehalten wird. Und an dieser Stelle, die meilenweit von der Zivilisation entfernt zu sein scheint, sind wir am Ziel unserer Wanderung angekommen. Der Rückweg führt über denselben Weg, den wir gekommen sind.

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Camí des Pixarells

Dificultad:Niedrig
Distancia:2.13 km (nur Hinweg)
Duración:1 h
Recomendaciones:Knapp eine Stunde, wenn wir keine Rast einlegen. Mit einigen Zwischenstopps zur Erkundung der Umgebung kann die Wanderung eher eineinhalb Stunden dauern. Die Strecke ist gut markiert und weist keine großen Entfernungen und Höhenunterschiede auf

Color:   

Auf dieser Route können wir die nähere Umgebung von Lluc und die fantastischen Felsformationen in dieser Gegend kennenlernen. Der Name Pixarells, mit dem nicht nur der Weg selbst, sondern auch ein Aussichtspunkt, eine Höhle, ein Freizeitareal und ein Campingplatz bezeichnet werden, ist metaphorischen Ursprungs. Wenn es stark geregnet hat, sprudelt an einer Felswand am Weg das Wasser durch kleine Öffnungen und bildet die sogenannten Pixarells .

Etapas

Die Strecke beginnt am Santuari de Lluc unter den Laubengängen hindurch in Richtung Fußballplatz. Auf der asphaltierten Straße kommen wir an der Chorschule und dem Botanischen Garten auf der rechten Seite vorbei. Am Fußballplatz angelangt, überqueren wir ihn und treffen links auf eine Holzbrücke. Dahinter beginnt ein kleiner Anstieg zwischen den vom Wasser geformten Felsen umringt von den Kronen der Steineichen. Dieser erste Streckenabschnitt überschneidet sich mit dem Camí de la Cometa des Morts. Kurz bevor wir zu einer Köhlerei gelangen, weist uns rechts ein kleines Schild die Richtung zu einer einzigartigen, durch Erosion entstandene Felsformation. Je nach Phantasie des Betrachters lässt sich ein Kamel oder eine Schildkröte erkennen. Der kurze Umweg lohnt sich, um die unterschiedlich geformten Rillen und Rinnen zu betrachten, die das Wasser gebildet hat. Auf diesem ersten Abschnitt unserer kleinen Wanderung wird die Landschaft von der Steineiche (Quercus ilex) geprägt. Diese Baumart wächst sehr langsam und das Holz ist besonders hart und widerstandsfähig. In vergangenen Zeiten wurde es für die Herstellung von Holzkohle verwendet sowie für Karrenräder oder Wagendeichseln, Mühlenräder, Schiffskiele, Teigbottiche und die Balken der Ölmühlen. Die tanninhaltige Rinde wurde zum Beizen und Färben von Leder verwendet. Andrés de Laguna (humanistischer Arzt und pharmazeutischer Botaniker aus dem 16. Jh.) sagte dazu: “Die Rinde der Steineichenwurzeln wird in Wasser gekocht, bis sie sich auflöst. Wenn man sie über Nacht auf dem Kopf behält, werden die Haar schwarz gefärbt”.
Wir kehren zu unserem Weg zurück, den wir verlassen haben, um die an ein Kamel erinnernde Felsformation Es Camell zu betrachten, und gehen aufwärts, bis wir zu einer Weggabelung kommen. Dort schlagen wir den Weg nach links ein (der Weg rechts führt nach Cometa dels Morts). Aus dem schattigen Steineichenwald kommen wir zu einer lichteren Stelle, wo die Reste der ehemaligen Olivenhaine in unserer Blickfeld geraten. An einem Aussichtspunkt mit zwei Steinbänken können wir eine kleine Rast einlegen und den herrlichen Ausblick über Sa Terra de ses Olles genießen.. Die Bezeichnung stammt wahrscheinlich von der hier vorhandenen rötlichen Tonerde, aus der Tongefäße hergestellt wurden. Von hier aus sehen wir einen typischen Olivenhain in bergigem Gelände, umgeben von Puig Caragoler, Puig Roig, Coll des Ases und etwas weiter rechts dem Puig Budell (der früher Montagudell genannt wurde, also spitzer Berg).
Hinter dem Aussichtspunkt führt der Weg etwas abwärts durch Aleppo-Kiefern (Pinus halepensis) und Diss (Ampelodesmos mauritanica), die jetzt einen ehemaligen Olivenhain bewuchern, von dem noch Überreste von Trockenmauern zu erkennen sind. Etwas weiter, bevor der Weg ein wenig ansteigt, können wir die Felsen rechts betrachten. Einer in der Nähe eines Feigenbaums weist Spuren von Feuchtigkeit auf. Wenn wir die Felswand genauer betrachten, können wir kleine Öffnungen erkennen, aus denen bei Regen Wasser austritt: Es handelt sich um die sogenannten Pixarells, die der Gegend zu ihrem Namen verholfen haben. Unter den Pixarells befindet sich ein Sammelbrunnen mit einem kleinen Wasserkanal, der zu einem Wasserhahn mit einem kleinen Becken führt. Es ist kein Trinkwasser und sollte nicht getrunken werden. Wir gehen den Weg weiter und erreichen einen alten Unterstand, der von den Erntehelfern während der Ernte als Olivenlager genutzt wurde. Das restliche Jahr über diente er als Unterschlupf für Tiere, vor allem für die Schafe, die in dieser Gegend weideten. Die Konstruktion war nicht mit Dachpfannen gedeckt, sondern mit Diss, das bei korrekter Anbringung auch starken Regengüssen standhielt.
Dies ist der geeignete Ort, um die Flechten zu betrachten, die an den Ästen und Rinden von Steineichen und Olivenbäumen wachsen. Wenn wir genau hinsehen, können wir eine Art gräulicher Fasern oder am Stamm haftende Krusten erkennen. Diese primitiven Lebewesen werden von einer symbiotischen Lebensgemeinschaft zwischen einem Pilz und einer Alge gebildet. In diese Verbindung bringen die Pilze die Fähigkeit zur Wasserspeicherung ein und bieten Schutz, während die Algen die Nahrung über die Photosynthese beisteuern. In bergigen Gegenden ist eine hohe Diversität an Flechten gegeben. Ihre Farben gehen von grau oder grau-grün über grün-gelb und gelb bis zu verschiedenen Brauntönen. Auch die Formen sind vielfältig und zeigen sich als krustenähnlicher Überzug, treten als Laub- oder Blattflechten auf und können aufrecht oder hängend wachsen. Derzeit wird die Luftqualität mit verschiedenen chemischen und physikalischen Analysen in mobilen oder festen Teststationen bestimmt, sie kann jedoch auch durch Untersuchung von Vorkommen und Wachstum bestimmter Flechtenarten ermittelt werden. Aus diesem Grund gelten Flechten als Bioindikatoren, also als Organismen, die sensibel auf die Schwankungen der Umweltqualität reagieren. Im Allgemeinen sind Blatt- und Strauchflechten weniger widerstandsfähig gegenüber Luftverschmutzung, Krustenflechten hingegen scheinen robuster zu sein. Bei genauer Betrachtung lassen sich in bestimmten Wäldern die “Mönchsbärte” von Flechten entdecken, in anderen wiederum nicht, was uns Aufschluss über die Luftgüte gibt. Der Grund für die Sensibilität der Flechten gegenüber der Luftverschmutzung ist die fehlende Epidermis. Ohne diese Schutzschicht können sich kontaminierende Substanzen ablagern, die die Nährstoffzufuhr unterbinden. Zudem können Flechten Schadstoffe nicht abbauen, sondern akkumulieren sie und sterben schließlich ab.
Wenn wir den Unterstand hinter uns lassen, verändert sich die Umgebung vollkommen. Im Sommer genießen wir erneut die Kühle des Steineichewaldes, wo wir eine kleine Rast einlegen können. Eine günstige Gelegenheit, um die Natur zu beobachten. Im Winter wird uns der weiche, feuchte und grüne "Teppich" auffallen, der Äste, Stämme und Felsen überzieht. Moose bevorzugen feuchte und schattige Plätze. Sie haben weder Wurzeln noch ein Wasserleitsystem, sondern nehmen das Wasser über die ganze Pflanze auf. Aus diesem Grund wachsen sie nur an Orten mit hoher Luftfeuchtigkeit. Trotz der bereits erfolgten Forschung bleibt auf dem Gebiet der Identifizierung und Ökologie der einzelnen Arten noch vieles offen. Wie die Flechten reagieren Moose sehr sensibel auf Luftverschmutzung.
Wir haben das Freizeitareal Pixarells erreicht. Von hier hat man einen herrlichen Blick auf den Puig d’en Galileu mit dem Puig Major und der Serra de na Rius im Hintergrund. In der Abenddämmerung kann man hier den Flug der Feldermäuse beobachten, die in den Höhlen überwintern und diese für die Fortpflanzung oder als Ruhestätte nutzen. Die Flugfähigkeit der Fledermäuse ist durch die Ausbildung der vorderen Extremitäten gegeben, die über eine feine Flugmembran mit dem Köper verbunden sind. Die Gruppe der Fledertiere bzw. Chiroptera (aus dem Griechischen kheír, “Hand”, und pterón, “Flügel”) hat keinen besonders gut ausgeprägten Sehsinn, während hingegen ihr Gehör hervorragend entwickelt ist und in ihrer Lebensweise eine bedeutende Rolle einnimmt. Sie orientieren sich auf Grundlage einer Echoortung, womit sie Beute auch in der Dunkelheit aufspüren können. Feldermäuse tragen als Insektenfresser zum Gleichgewicht von Insektenpopulationen bei und spielen eine Schlüsselrolle im Ökosystem. Der Schutz dieser Tiere ist somit mehr als gerechtfertigt. Auf den balearischen Inseln wurden bis jetzt 19 verschiedene Fledermausarten entdeckt. Der Weg endet am Freizeitareal und wir können auf dem gleichen Weg die Rückkehr nach Lluc antreten.

PARATGE NATURAL DE LA SERRA DE TRAMUNTANA

Camí de Binibassí

Dificultad:Niedrig
Distancia:2.13 km (nur Hinweg)
Duración:50 min

Color:   

Auf dieser Strecke wird kein höherer Berg bestiegen. Wir gehen durch das Tal von Sóller, umgeben vom Puig des Teix im Westen, der Serra d’Alfàbia und der Serra de Son Torrella im Süden sowie dem Puig Major und dem Berg Muntanya de Montcaire im Osten. Wir erkunden zwei landschaftlich und architektonisch zweifellos interessante Ortschaften, Fornalutx und Sóller, die mitten in der Naturlandschaft Serra de Tramuntana liegen.

Etapas

Der Weg beginnt in der Ortschaft Fornalutx. Wir können das Auto auf dem Parkplatz abstellen und durch die Straße Carrer Major zum Gemeindeplatz gehen. Fornalutx ist ein entzückendes Dorf mit sehenswerten Winkeln, die es sich vor dem Aufbruch nach Sóller zu erkunden lohnt. Der Ursprung von Fornalutx oder Fornalugi, wie es in antiken Dokumenten geschrieben wird, geht bis zur Wiedereroberung zurück. Davor war es ein arabisches Landgut, was sich noch erahnen lässt, wenn wir durch die Straßenabschnitte mit Steinpflaster gehen. Es gibt zwei Hypothesen zur Etymologie des Ortnamens Fornalutx: eine sieht die Herkunft in der lateinischen Wurzel FURN- mit dem zweifachen Suffix –al, utx = FURNALUCIU, was so viel wie “Ort des Ofens, Schmiede” bedeutet, und die andere leitet den Namen aus dem Arabischen furn-al-lugg ab, was “Ofen am Ufer” bedeutet. Wir gehen die Stufen auf dem Gemeindeplatz hoch und schlagen die erste Straße links ein, die stets pflanzen- und blumengeschmückte Carrer de Sant Sebastià. Gegenüber steht das ehemalige Gasthaus Posada de Bàlitx. Wir gehen erneut nach links zum Weg Camí de Joan Albertí Arbona, der zum Friedhof führt. Kurz darauf gelangen wir bereits zu dem hölzernen Hinweisschild des Camí de Binibassí.
Wenn wir an den Häusern den Blick nach oben gleiten lassen, entdecken wir bemalte Dachpfannen, die im Volksmund “Teules de Moro” genannt werden und den Dachvorsprung an zahlreichen Fassaden schmücken. Die meisten Gebäude mit erhaltenen bemalten Dachpfannen befinden sich im Tal von Sóller. Sóller mit 56 und Fornalutx mit 28 katalogisierten Gebäuden mit diesem Merkmal sind die beiden Orte auf Mallorca, in denen die meisten Gebäude mit bemalten Dachpfannen unter dem Dachvorsprung erhalten sind. Die Malereien sind üblicherweise in roter Farbe ausgeführt. Die Muster bilden geometrische Formen oder Pflanzen nach, Elemente aus dem Alltag, anthropomorphe und zoomorphe Figuren sowie religiöse Themen. Die Malereien weisen jedoch kein Volumen auf und beschränken sich eher auf Silhouetten oder Umrisse. Ausführung und Anbringung dieser Ornamente war Bestandteil des Baurituals und wurde meist von einer einzigen Person in einfachen Arbeitsschritten vorgenommen: Zuerst wurde die Dachpfanne in Wasser getränkt und dann mit der Breitseite in Mörtel mit Kalk getaucht. Anschließend wurden, ohne die Dachpfanne zu brennen, die Malereien mit natürlichen, in Wasser gelösten Farbstoffen aufgebracht. Als Farbpigmente dienten Rötel für die Farbe Rot, Holzkohle für die Farbe Schwarz und Kupferoxid für die Farbe Grün. Im Allgemeinen wurden die Dachpfannen mit nur einer Farbe bemalt, im Tal von Sóller jedoch sind auch Verzierungen in zwei oder sogar drei Farben zu besichtigen. Neben ihrem strikt ästhetischen und dekorativen Wert hatten die bemalten Dachpfannen zudem einen symbolischen und spirituellen Wert, um das Haus und seine Bewohner vor jeglicher Art von Gefahr von außen zu schützen und zu verteidigen.
Auf dem Weg abwärts sehen wir einen Teil der Olivenhaine der Serra, die das Landschaftsbild prägen. Ihre Instandhaltung ist eines der wichtigsten Ziele der Raumordnungsplans für die natürlichen Ressourcen der Serra de Tramuntana. Aus den am Herbstanfang geernteten Oliven wurde und wird immer noch ein besonders hochwertiges Öl erzeugt. Der Konsum von Öl aus der Serra trägt zum Erhalt dieser herrlichen Natur- und Kulturlandschaft bei. Seit dem Jahr 2002 gibt es für Olivenöl aus Mallorca ein Gütesiegel: Die Herkunftsbezeichnung Oli de Mallorca steht für natives Olivenöl extra, das aus den Sorten Mallorquina bzw. Empeltre, Arbequina und Picual hergestellt wird. Die Olivenhaine sind in der Serra de Tramuntana auf Terrassenfeldern und unwegsamem Gelände angelegt. Die schwierigen Bedingungen der Olivenbaumpflanzungen in den Bergen erschweren die Anbaumethoden sowie Schädlingsbekämpfung, Düngung, Pflege und Ernte. Obschon der Ertrag niedriger ausfällt als in ebenem Gelände, zeichnet sich das hier gewonnene Öl durch seinen süßlichen und milden Geschmack ohne bittere und pikante Noten aus. Der Grund dafür ist, dass die Oliven hier mit einem höheren Reifegrad als in ebenen Anbauflächen geerntet werden. Das Öl aus Sóller ist durch die Herkunftsbezeichnung geschützt und eines der typischen Erzeugnisse aus diesem Ort. Wir empfehlen auf alle Fälle eine Kostprobe!
Bald schon endet der Asphaltbelag und zum Vorschein kommt das Steinpflaster des ehemaligen Reitwegs, der von Mensch und Tier genutzt wurde. Unser Pfad, der an Olivenhainen, Feldern, Bewässerungsgräben, Brunnen und Waschplätzen entlang führt, ist Teil eines des längsten, wertvollsten und gut erhaltenen Wegenetzes auf Mallorca. Die Gesamtheit bildet ein historisches, kulturelles und ethnologisches Erbe höchster Güte. In vergangenen Zeiten wurden diese Wege intensiv genutzt: Die Viehtreiber brachten auf dem Rücken ihrer Tiere die unterschiedlichsten Waren ins Tal: Öl, Dachpfannen, Küchenutensilien, Nahrungsmittel, Diss und vieles mehr. Die Viehtreiber von Sóller und Fornalutx hatten zudem den Ruf, hervorragende Bergführer zu sein. Ihre Dienste wurden von all jenen Reisenden hoch geschätzt, die die Berglandschaft und insbesondere den Puig Major erkunden wollten. Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass auf der Landkarte des Kardinals Despuig (1785) die Abbildung eines Viehtreibers für die Illustration von Sóller gewählt wurde. Dennoch führten die Viehtreiber ein hartes Leben, wenn man bedenkt, dass der Monatslohn eines Viehtreibers am Ende des 17. Jh. 27 Sous-Münzen betrug. Als Vergleich sei genannt, dass damals ein Huhn 8 Sous-Münzen kostete.
Bald gelangen wir an die Siedlung Cases de Binibassí, die auf derselben Stelle errichtet wurden, wo sich einst das arabische Landgut Benibassim befand. Erhalten ist noch der Wehrturm aus dem 16. Jh. Die Bewässerungsgräben neben dem Weg führten das Wasser bis zu den fruchtbaren Böden im Tal. Sie wurden von den Arabern angelegt, die bis zum Jahr 1290 Mallorca bewohnten. Allem Anschein nach waren es auch die Araber, die die Orangenbäume auf die Insel gebracht haben. Der Name Sóller scheint aus dem arabischen Sulyâr, “Tal des Goldes”, zu stammen, möglicherweise in Anlehnung an die goldgelbe Farbe der Orangen. Die geographische Lage von Sóller führte dazu, dass die Einwohner Handelsbeziehungen mit Barcelona, Valencia und vor allem Südfrankreich unterhielten. Viele Bewohner von Sóller wanderten im 19. Jh. nach Frankreich aus, wo sie sich dem Handel mit den köstlichen Orangen aus Sóller widmeten. Die Geschäfte florierten und die Stadt erlebte einen wirtschaftlichen Aufschwung dank der Zahlungsanweisungen der Auswanderer, von denen auch viele nach ihren geschäftlichen Erfolgen wieder zurückkehrten. Der Ort bekam sogar als zweiter nach Alaró ein eigenes Stromnetz. Im Jahr 1912 wurde die Eisenbahn von Sóller in Betrieb genommen, die die Verkehrsanbindung an Palma verbesserte. Heute ist die Bahn eine der beliebtesten Touristenattraktionen auf der Insel.
Den ganzen Weg entlang treffen wir auf zahlreiche Einrichtungen zur Wassergewinnung und -speicherung. Die Quellen sind nicht nur von wesentlicher Bedeutung für die Bevölkerung, sondern auch ein wertvolles Habitat. Wasseraustrittsöffnungen, dunkle Stellen des unterirdischen Wasserlaufs, natürliche Mulden, künstlich angelegte Becken, Wasserkanäle, Waschplätze etc. sind verschiedene, Mikrohabitate genannte Lebensräume für bestimmte Pflanzen und Tiere. Am häufigsten sind an den Quellen wirbellose Tiere angesiedelt, darunter amphipode Krustentiere, die entfernt mit Garnelen und Krebsen verwandt sind, sowie Weichtiere wie zum Beispiel kleine Schnecken. Dort finden sich auch Tierarten, die zwar nicht ausschließlich im Wasser leben, es jedoch für ihren Lebenszyklus benötigen. In dieser Gruppe befinden sich bekannte Insekten wie zum Beispiel Zweiflügler (Fliegen und Mücken), Eintagsfliegen und verschiedene Libellenarten. Natürlich dürfen auch im Wasser lebende Wirbeltiere nicht unerwähnt bleiben, wie zum Beispiel die Vipernatter (Natrix maura) und der Iberische Wasserfrosch (Pelophylax perezi).
Obschon heute teils von Pflanzen überwuchert, sollten wir doch bei einer ehemaligen Wassermühle einen Halt einlegen. Früher wurde Wasser nicht nur zum Trinken und für die Bewässerung genutzt. Die Wasserkraft wurde seit der arabischen Mayûrqa-Epoche zum Mahlen von Weizen eingesetzt. Der Mechanismus einer Wassermühle war denkbar einfach: Das Wasser wurde an seinem Ursprungsort (Quelle, Wildbach etc.) aufgefangen und über einen Wasserkanal bis zur Mühle geleitet. Dort fiel es auf die Schaufeln des Rodet genannten Wasserrads, das die Bewegung an die Mahlsteine übertrug, um das Korn zu mahlen. Der Müller lieferte jeden Morgen die Mehlsäcke aus, während sich die Müllerin um Betrieb und Wartung der Mühle kümmerte. Der Duft der Orangenblüten oder die Orangen am Baum kündigen uns die Ortschaft Sóller an. Wir überqueren den Wildbach Torrent Major und sehen linkerhand Waschplätze. Nach rund zehn Minuten auf bereits asphaltiertem Weg erreichen wir den Gemeindeplatz von Sóller. Dort sollte das in Sóller hergestellte Orangeneis gekostet werden. Sehenswert sind zudem die modernistische Kirche Sant Bartomeu und das Gebäude der Banc de Sóller in demselben Baustil nach einem Entwurf des Architekten Joan Rubió i Bellver.

PARATGE NATURAL DE LA SERRA DE TRAMUNTANA

El camí Vell de Caimari a Lluc

Dificultad:Mittel
Distancia:7.12 km (nur Hinweg)
Duración:2 h

Color:   

Es war einmal… Puig de n’Escuder, Es Cavall Bernat, Es Còdol d’en Seda, el Salt de la Bella Dona, el Coll de sa Batalla, das alles sind Toponyme, die uns an Geschichten und Legenden erinnern und die wir entdecken werden, wenn wir von Caimari hinauf nach Lluc wandern. Es handelt sich um die seltsamsten Geschichten, die immer nur mündlich übertragen worden sind und entsprechend im Laufe der Zeit immer weniger den Tatsachen entsprechen, dafür aber an volkstümlicher Fantasie gewonnen haben. Diese Legenden sind ein Teil des kulturellen Erbes in dem Naturschutzgebiet Serra de Tramuntana und helfen uns dabei, einige Kapitel unserer Geschichte zu verstehen. Wir starten an der Landstraße von Inca nach Lluc, Ma-2130, an der ersten Kurve, die sich etwa 300 m hinter dem Ort Caimari am Kilometerpunkt 7.2 befindet. Hier auf dieser Ebene befindet sich der Aussichtspunkt Ses Rotes und hier können wir das Fahrzeug abstellen, um zu Fuß einem ungeteerten Weg zu folgen. Wenn Sie den Rückweg nicht zu Fuß machen möchten, sollten Sie ein anderes Fahrzeug auf dem Parkplatz des Wallfahrtsorts Santuari de Lluc abstellen. Die Route ist gekennzeichnet.

Etapas

Dieser Weg wird bereits im 13. Jahrhundert erwähnt und gehörte wahrscheinlich zum Wegenetz der Mauren. In Lluc gibt es sogar Dokumente über die Sayt, die Nachfahren versklavter Muslime, in denen sie als Experten im Straßenbau bezeichnet werden. Mit der steigenden Zahl von Pilgern, die diesen Weg nahmen, nachdem in Lluc die Jungfrau Maria erschienen war, wurde diese Straße zur meistgenutzten auf Mallorca. Wir beginnen unseren Weg am Aussichtspunkt Ses Rotes, von wo aus man einen herrlichen Blick auf eines der schönsten Gebiete mit Terrassenfeldern auf der Insel hat, Ses Rotes de Caimari, das im Jahre 2009 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Diese Konstruktionen entwickelten sich aufgrund des starken Bevölkerungszuwachses im 19. Jahrhundert, als unter dem demografischen Druck Gebiete, die mit Wäldern und Strauchwäldern (Garrigues) bewachsen waren, neue Felder für landwirtschaftliche Zwecke gewonnen werden mussten. Zu diesem Zweck baute man Terrassenfelder und „brach die Erde auf”, auch wenn sie nur oberflächlich oder sehr steinig war. Die Parzellierung dieser Ländereien ermöglichte es den Ortsbewohnern von Caimari, selbst kleine Landbesitzer zu werden. Direkt vor uns sehen wir den Berg Puig de n’Escuder, Szenarium von volkstümlichen Erzählungen, in denen Geschichte und Fiktion miteinander vermischt werden. Es heißt, dass man die senkrechten und hohen Wände dieses Berges nutzte, um auf dessen Gipfel während der Eroberung durch König Jaume I eine arabische Festung zu errichten. Einer der Legenden nach soll ein junger Bote der Sarazenen auf diesem Berg mit viel List eine Gruppe Araber besiegt haben. Eine andere Version berichtet, dass während der letzten Fase der katalanischen Eroberung eine Gruppe muslimischer Krieger den Eroberern Widerstand leistete, bis sie sich angesichts der offensichtlichen Niederlage entschlossen, lieber gemeinsam Selbstmord zu begehen, als sich dem Feind zu ergeben.
Kurz nach Beginn des Wegs stoßen wir rechter Hand zwischen dem Weg und der Straße auf einen relativ spitzen Felsen mit der Bezeichnung Es Cavall Bernat. Dieser Name erscheint auch an anderen Stellen der Insel und bezieht sich immer auf mehr oder weniger spitze Felsen. Die phallische Form, die diesen Felsen gemein ist, erklärt den Namen, der sich aus dem katalanischen Ausdruck „carall armat“ (eine Metapher, die sich auf das männliche Glied bezieht) entwickelt hat und euphemistisch zu Cavall Bernat (auf katalanisch “Pferd Bernat”. Der andere Name Sa Filosa de la Mare de Déu (die Spindel der Jungfrau Maria) steht in Zusammenhang mit der Legende, nach der die Jungfrau Maria in dieser Gegend beim Spinnen saß und wenn sie hörte, dass sich Pilger näherten, in die Höhlen des Berges Puig de n’Escuder lief, um sich zu verstecken. Einmal soll sie dann so schnell geflohen sein, dass sie die Spindel genau an der Stelle verlor, und als sie wiederkam, fand sie statt der Spindel diesen Felsen vor. Aber egal, ob der Name Cavall oder Filosa lautet, hier sollten wir auf zwei interessante Buschgewächse achten, zum Einen auf den Hippocrepis balearica, der auf Mallorca, Menorca und Cabrera heimisch ist, und zum Anderen auf den Mallorca-Ginster (Genista majorica), endemisch auf Mallorca. Beide Pflanzen gehören zur Familie der Leguminosen, haben gelbe Blüten und wachsen an den senkrechten Felswänden, unerreichbar für die Pflanzenfresser.
Etwas weiter oben, unter einem Steineichenwäldchen fällt neben dem Weg ein großer Felsen auf, der unter dem Namen Còdol d’en Seda bekannt ist. Wahrscheinlich wegen seiner gerundeten Form wird erzählt, dass sich vor Urzeiten einmal ein Riese diesen Stein aus dem Schuh geschüttelt habe. Einer alten Tradition gemäß warfen die Pilger, wenn sie hier vorbeikamen, ein bis fünf Steinchen darauf und versuchten, in das Loch zu treffen, das sich am Grund dieses Felsens befindet. Wenn sie es schafften, dann sollte ihnen das Glück bringen.
Nachdem wir in Es Còdol d’en Seda unser Glück versucht haben, überqueren wir weiter oben die Straße von Lluc und beginnen mit dem Aufstieg auf dem Weg Sa Costa Llarga. Achten Sie dabei unbedingt auch auf die schönen Pflastersteine dieses ursprünglichen Weges, auf dem die größeren Steine, die sog. Ratlletes auffallen (lange Steine, die über den Pflasterbelag hervorstehen und dazu dienen, das Wasser abzuleiten und gleichzeitig den Anstieg zu erleichtern). Machen Sie hin und wieder eine kleine Pause, damit Sie während des Aufstiegs nicht außer Atem kommen. Die Stufen des Pflasters sind sehr weit auseinandergezogen, weshalb dieser Abschnitt auch unter dem Namen Ses Passes de Gegant (Riesenschritte) bekannt ist. Wenn wir nach oben blicken, sehen wir den 1037 m hohen Puig de n’Ali. Der Name dieses Berges hat seinen Ursprung in der Zeit der Mauren. Am Ende von Sa Costa Llarga stoßen wir auf die Häuser von Son Canta, wo man sich früher dem Olivenanbau widmete. An dieser Stelle erlassen wir den alten Weg, der Camí Vell de Caimari a Lluc genannt wird und an den Häusern von Es Barracar vorbei führt. Unser Weg führt die Landstraße entlang und bringt uns hinunter zu dem Freizeitbereich Sa Coveta Negra. Etwas weiter kommen wir dann unter einer Brücke hindurch und gehen im Wald wieder bergaufwärts. Eine sehr typische Arbeit, die hier traditionell in den Wäldern der Serra ausgeübt wurde und von der noch einige Überreste zu sehen sind, war die Gewinnung von Holzkohle. Kohle war früher die wichtigste Energieressource und stellte zudem eine sehr bedeutende Einkommensquelle für die Bauernhöfe in der Serra dar. Die Köhler dieser Gegend bauten bis Mitte des 20. Jahrhunderts in unseren Wäldern die sog. Sitges (Holzhaufen, aus denen sie die Holzkohle gewannen) und erst als sie den Kampf gegen die neuen Brennstoffe verloren, gaben sie die Ranxos (Waldgebiete, in denen sie arbeiteten) endgültig auf.
Auf dem Fahrweg des früheren Camí Vell de Lluc befindet sich auch ein Wegabschnitt, der wegen seiner Geländeform in Anspielung auf die gleichnamige lange und dünne Wurst Sa Llangonissa genannt wird. Etwas später kommen wir dann zum Sa Bretxa Vella. Dabei handelt es sich um einen Wegabschnitt, der Anfang des 18. Jahrhunderts den Felsen abgerungen wurde, um den sehr viel gefährlicheren Weg Pas des Grau zu vermeiden. Sa Bretxa wurde mit Bohrern aus dem Bergbau in die Felsen getrieben, wozu über vierhundert Arbeitstage und einige Quintale Pulver (ein Quintal entsprach etwa 41 Kilo) nötig waren. Am Weg entlang mussten spektakuläre Terrassenfelder mithilfe von Kalkmörtel gebaut werden.
El Salt de la Bella Dona ist eine Schlucht, in deren Grund der Gebirgsbach Des Guix oder Comafreda fließt. Dies ist auch der Name einer Stelle am Kilometerpunkt 12,6 der Landstraße Ma-2130, hinter der Bretxa Nova. Anscheinend wurde vor dem Bau der Landstraße diese Bezeichnung für ein nahegelegenes Gebiet verwendet, das höher gelegen und gefährlicher war und wo die Menschen zu Fuß über den Berg gingen. Die Legende, die diesem Toponym zugrunde liegt und die wohl die älteste aller Geschichten ist, die uns auf diesem Pilgerweg begleiten, ist Folgende: Ein böser Mensch (einige meinen, dass es der Teufel selbst war) stellt der Frau eines Köhlers nach, die ihn jedoch zurückweist. Um sich zu rächen, überzeugt der Verehrer den Ehemann von der Untreue seiner Frau, die keine Ahnung von diesem ganzen Komplott hat. Wut und Eifersucht quälten den Ehemann so sehr, dass er beschließt, die Frau in diesen Abgrund zu stürzen. Der Name Bella Dona weist mehr als auf die körperliche Schönheit auf die Charaktereigenschaften des unschuldigen Opfers hin. Der Ehemann ging weiter nach Lluc und kam bei Sonnenaufgang an, als die Glocken zur Messe riefen. Als er die Kirche betrat, sah er dort zu seiner großen Überraschung seine Frau ohne einen Kratzer und unverwundet! Von hier aus geht der Kiefernwald in einen dichten Eichenwald über, in dessen Inneren der Weg sanft bergab zur Font des Guix führt. Aus dieser Quelle sprudelt frisches Wasser, das jedoch nicht trinkbar ist und mit seinem Gipsgeschmack seinem Namen Ehre macht.
Wir kommen zur Landstraße und überqueren den Gebirgsbach Comafreda über eine Brücke, die uns zu einem Bergsattel führt, wo sich eine große Tankstelle befindet. Der Legende nach wurde der Bergsattel nach einem Ereignis benannt, das sich Anfang des 17. Jahrhunderts zutrug. Damals litt ein großer Teil der Bevölkerung ständig Hunger, sie waren von der Pest geschlagen, wurden von den Steuern erdrückt und waren sozialen Kämpfen und Spannungen unterworfen, also genau der richtige Kontext für das Auftreten von Wegelagerern. Die Unsicherheit und die Verbrechen stiegen auf skandalöse Weise an und Unterdrückung und Furcht machten sich ungehindert breit. Vor diesem Hintergrund spielte die Selva-Bande, eine mächtige Gruppe von Straßenräubern, eine wichtige Rolle. Im Jahre 1618 stießen sie hier auf die Polizeikräfte und wurden genau an dieser Stelle besiegt, und daher stammt der Name. Der Kampf endete mit der Gefangennahme von vierzehn Wegelagerern und der anschließenden Hinrichtung einiger von ihnen. Ein anderer möglicher Ursprung des Namens Coll de sa Batalla bezieht sich auf das Läuten der Glocken von Lluc, das der Pilger zum ersten Mal hörte, wenn er auf diesen Bergsattel kam. Auf katalanisch nennt man den Klöppel „Batall”. Hinter dem Bergsattel kommen wir zur Siedlung Des Guix. Hier sollten wir auf ein Holzschild achten, auf dem GR-221 (Gran Recorrido - große Route) steht. Wir gehen weiter auf dem Fahrweg, der seit einigen Jahren asphaltiert ist, und beginnen den Abstieg in das Lluc-Tal, das wir bald sehen können. Von dem Wegweiser bis zum Parkplatz von Lluc sind es noch 1,5 Kilometer.

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Pujada al puig d'en Galileu

Dificultad:Hoch
Distancia:4.7 km (Hin- und Rückweg)
Duración:5 h

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Was heute eine der schönsten Wanderrouten durch das Naturschutzgebiet Serra de Tramuntana ist, war früher der Weg, den unsere Urgroßeltern benutzten, um zu Fuß von Sóller nach Lluc zu gehen, mit dem Handwagen Kohle zu suchen oder mit einem Zugtier Schnee zu holen. Wenn wir daran denken, wie hart man früher arbeiten musste, wird uns der Aufstieg sicher leichter fallen. Wenn man der Beschilderung folgt, kann man sich nicht verirren, aber man sollte körperlich einigermaßen fit sein, da man auf der Strecke einen beträchtlichen Höhenunterschied bewältigen muss. Im ersten Abschnitt kreuzen sich einige Wege, aber der Weg GR (Gran Recorrido, große Route) ist an jeder Kreuzung gut ausgeschildert, sodass keine Zweifel entstehen können, wo es weiter geht.

Etapas

Wir starten die Route an der Quelle Font Coberta, neben dem Parkplatz von Lluc, in 475 m Höhe. Unser Ziel ist es, die 1188 m des Puig d’en Galileu zu erreichen. Das ist zweifellos ein großer Höhenunterschied und es kann sein, dass wir dabei hin und wieder aus der Puste kommen. An der Font Coberta beginnt der alte Weg von Sóller, derheute als Große Wanderroute (GR-221) ausgeschildert ist. Es handelt sich um einen gepflasterten Reitweg, der durch den Wald von Ca s’Amitger bis zur Landstraße Ma-10 (Andratx-Pollença) führt. Nachdem wir diese Straße berquert haben, gehen wir auf der anderen Seite auf einer Wagenstraße weiter, passieren ein kleines Törchen und gehen in den Eichenwald des öffentlichen Landguts Son Macip hinein, wo wir auf viele Ruinen und Rotlos de sitja stoßen (gepflasterte, kreisförmige Bereiche, die zum Verbrennen von Holz und zum Gewinnen von Holzkohle benutzt wurden), Zeugen der intensiven Köhleraktivität, die hier in diesem Wald früher ausgeübt wurde.
Die Wagenstraße endet am Fuße von Voltes d’en Galileu, ein Name, der sich auf die Kurven dieses Weges bezieht, auf dem die 250 Meter Höhenunterschied überwunden werden, und auf den Beinamen seines Erbauers, Antoni Català „Galileu”, der sich im Jahre 1692 verpflichtete, auf dem Berg La Mola in Escorca Schneehütten zu bauen. (Zitate aus dem Buch „Les cases de neu de Mallorca"(Schneehäuser von Mallorca) von A. Gorrias i Duran. Genau am Beginn der Kurven können wir rechts das erste der Schneehäuser, der Cases de neu sehen. Dieses Haus namens Son Macip wird als eines der ältesten erachtet, da bereits aus dem Jahre 1619 schriftliche Belege darüber vorhanden sind, dass im Son Macip Schnee gelagert wurde. Diese Einrichtung zum Sammeln und Lagern von Schnee war aber auch eine der Ersten, die nicht mehr benutzt wurden. In einer Bestandsaufnahme der Anlagen im Jahre 1786 steht zu lesen: „Im Predio Son Masip, das Herrn Franco. Pizá gehört, gibt es noch ein weiteres, das vollkommen heruntergekommen und unnütz ist... es ist... ruiniert”. (Zitate aus dem Buch „Les cases de neu de Mallorca"(Schneehäuser von Mallorca) von A. Gorrias i Duran. Die gepflasterten Serpentinen beginnen mit einer starken Steigung. Bei unserem Aufstieg wird der Wald immer lichter, sodass wir den eindrucksvollen Gebirgsbach Pareis, Es Clot d’Albarca unter dem Puig Roig und Lluc mit dem Puig Tomir im Hintergrund sehen können.
Nach etwa einer halben Stunde starker Steigung kommen wir zum oberen Teil on Ses Voltes. Hier sollte man unbedingt eine Pause einlegen und die Landschaft betrachten, die von weiten Dissgraswiesen (Ampelodesmos mauritanica) geprägt ist, mit dem Meer im Hintergrund. Jetzt gehen wir auf einer Ebene weiter und kommen zu den kürzlich restaurierten Schneehäusern, den Cases de neu d’en Galileu. Mit diesem Namen wird eine Anlage bezeichnet, die aus einem Weg, Haus, Brunnen, Wänden und Mauern besteht und die zum Lagern und Sammeln von Schnee diente. Man begann damit, den nächstgelegenen Schnee mit Palas über die Bombarderes (Fenster) in den Brunnen zu schippen. Um den weiter wegliegenden Schnee zu transportieren, wurden Kübel, Senalles, Esparteres und Civeres verwendet. Wenn sie dann genügend Schnee in den Brunnen geschaufelt hatten, stiegen die Schneesammler hinein, um ihn zu verteilen und festzutreten. Sie stellten sich in einer Reihe auf und gingen spiralenförmig vorwärts, wobei sie sich von den Rändern zur Mitte vorarbeiteten und dann wieder in umgekehrter Richtung zu den Rändern zurücktraten, solange, bis der Schnee zu Eis wurde. Dieses Verfahren wiederholte sich, bis der Brunnen voll war oder der Schnee in der Umgebung zu Ende ging. Dann wurde der Schnee mit einer dicken Schicht Dissgras bedeckt und die Arbeit war abgeschlossen.
Wenn der Sommer kam und man immer mehr Eis brauchte, um die Lebensmittel aufzubewahren, zogen die Fuhrleute tief in der Nacht mit ihren Lasttieren hinauf zu den Brunnen, schnitten Eisblöcke, die sog. Pans de neu, zurecht, wickelten sie zum Isolieren gegen die warme Luft in Dissgras ein und luden sie auf die Portadores, von denen jedes Zugtier zwei transportierte, die zusammen eine Somada mit etwa 84,6 kg bildeten. Der Eistransport erfolgte nachts, damit so wenig wie möglich durch Schmelzen verloren ging. Die Eisblöcke mussten bis zu weit entfernten Städten wie Palma, Manacor, Felanitx oder Artà befördert werden und wurden natürlich unterwegs wesentlich kleiner. Einige ältere Bewohner erzählen, dass bei der Ankunft der Wagen in der Stadt alles Wasser war. Noch heute sind einige der Volkslieder von der Arbeit der Neveros erhalten geblieben, denn die Tätigkeit des Schneesammelns wurde noch bis ins erste Viertel des 20. Jahrhunderts ausgeübt.
„Kaltes Wasser ist die beste und natürlichste Medizin, die man in der Apotheke bekommen kann.” Mit diesen Worten, die der Arzt Pere Martí Ende des 17. Jahrhunderts niederschrieb, lobte er die medizinische Nutzung von Schnee und gekühltem Wasser. Denn bereits seit Urzeiten wurden Kälte und kaltes Wasser als Mittel gegen Krankheiten genutzt: Fieber, Brüche, Prellungen, Verstauchungen, Verbrennungen, Entzündungen und andere Beschwerden wurden mit Schnee behandelt. Unter anderem waren die Lagerung und der Handel mit Schnee zur damaligen Zeit auch deshalb rentabel, weil man damit Speiseeis zubereitete. Bereits im 19. Jahrhundert konnte man in den Straßen der Stadt Palma häufig diese kleinen Karren sehen, mit denen das äußerst beliebte Schnee- oder Eiswasser und Horchatas (kalte Erdmandelmilch) verkauft wurde. Schnee war ein Luxusprodukt von großer Bedeutung in der eleganten Küche der Oberschicht.
Nach einer kleinen Pause bei den Cases de neu gehen wir zurück zum Weg und suchen eine Anhöhe, wo sich die Wegweiser gabeln. Wir biegen nach links ab und steigen zum Gipfel des Puig d’en Galileu hinauf. Auf diesem Wegabschnitt wächst das italienische Brandkraut (Phlomis italica) ziemlich üppig wächst. Dieser auf Mallorca und Menorca heimische Busch wächst auf Wiesen und Berghängen, manchmal auf zerklüftetem Gelände, aber vorwiegend in sonnigen Gebieten mit nitrathaltigen Böden, weshalb diese Pflanze auch häufig mit Viehweiden in Verbindung gesetzt wird. Der wissenschaftliche Name des Brandkrauts, Phlomis, kommt von dem griechischen Wort Phlox, was „Flamme“ bedeutet, und spielt darauf an, dass die Blätter dieser Pflanze zum Anzünden der Öllampen verwendet wurden. Auf katalanisch wird das Brandkraut Estepa blenera genannt und auch diese Bezeichnung bezieht sich auf dieselbe Nutzung: ein Ble ist ein Strang aus geflochtenen Fäden, die mit Wachs oder Öl beschichtet sind und das brennbare Element einer Kerze, also den Docht, darstellen. Früher verwendete man die Blätter dieser Pflanze zum Anzünden.
Die Felsblöcke, die wir rechts vom Weg sehen, bieten vielen Spezies Unterschlupf, die für Laubwälder typisch sind und häufig noch aus Zeiten stammen, in denen es kälter war als jetzt. Dazu gehört beispielsweise auch der Schneeball-Ahorn (Acer opalus subsp. granatense), den wir normalerweise an schattigen Stellen der Serra de Tramuntana und mit den Wurzeln in Felsspalten finden. Im Herbst werden die Blätter allmählich gelblich und nehmen dann wunderschöne Rottöne an. Im Winter kann man diese Bäume vor den Felswänden kaum erkennen. Wenn wir auf dem Gipfel ankommen, können wir feststellen, dass der Puig d’en Galileu eine unvergleichlich schöne Aussicht auf den nordwestlichen Teil der Tramuntana-Berge bietet. Von hier aus haben wir einen herrlichen Blick auf den Puig de Massanella, den Coll des Prat, die Serra des Teixos, den Puig Major und die Serra de na Rius. Auf dem Rückweg nehmen wir denselben Weg wie bei unserem Aufstieg in umgekehrter Richtung. Wenn wir an die Stelle kommen, wo sich die Wegweiser teilen, gehen wir nach rechts, bis wir auf die Ebene kommen und von hier aus geht es weiter nach unten über die Serpentinen Ses Voltes, die jedoch bergab nicht so schwer fallen.

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Castell d'Alaró

Dificultad:Niedrig
Distancia:10.600 m (Hin- und Rückweg)
Duración:4 h

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Die Burg Castell d’Alaró steht auf dem Gipfel des Puig d’Alaró. Es handelt sich um eine der drei in Felsen gebauten Burgen auf Mallorca, die dem Schutz und der Verteidigung der Bewohner in der Umgebung dienten. Ihre strategische Lage in der Höhe ermöglichte eine frühzeitige Entdeckung von Angreifern.

Etapas

Die Strecke beginnt am Kilometerpunkt 18,150 der Landstraße Ma 2100 (Bunyola - Alaró). Ein Schild weist auf den Anfang der Route zur Burg hin. Anfangs ist der Weg asphaltiert, kreuzt jedoch an verschiedenen Stellen den ehemaligen gepflasterten Aufstieg zur Burg. Nach der ersten Steigung zwischen den hohen Mauern der am Weg gelegenen Anwesen kommt der Puig d’Alaró ins Blickfeld. Von hier aus lässt sich bereits erahnen, wie uneinnehmbar die Anlage war. Der Weg führt durch ebene Mandelfelder, wird jedoch bald schon steiler und führt unter schattenspendenden, etwas unheimlich anmutenden Steineichen hindurch. Von dieser Stelle aus sehen wir die vegetationsfreie Felswand. Es besteht jedoch kein Anlass zur Sorge, denn der Gipfel lässt sich auf dem kurvenreichen Pflasterweg erreichen, der den Fels entlang bis zur Burg führt.
Das Eingangstor ist der einzige Zugang zur Burg zu Fuß und gleichzeitig das erste Verteidigungselement gegen Angreifer. Es wird von einer Vormauer mit mittelalterlichem Rundbogen gebildet. An beiden Seiten des Portals sind Schießscharten zu sehen. Es gibt insgesamt drei Schießscharten, durch die die Verteidiger nach außen sehen und ohne Verletzungsgefahr Schüsse abgeben konnten. Wir gehen durch das Tor und folgen dem gepflasterten Weg bis zum zweiten Tor im Wehrturm Torre de l’Homenatge. Der Volksmund bezeichnet diese Stelle als Constipador, weil hier ein starker Luftzug herrscht, der zu Erkältungen führt, wenn man vom Aufstieg verschwitzt hier ankommt. Die linke Seite des Turms nutzt die natürliche Steilwand. Über dem Eingangstor befindet sich eine Art Balkon mit der Bezeichnung Matacà, der dazu diente, beim Versuch einer Eroberung Steine und brennende Materialien auf die Angreifer zu schleudern. Nach dem Wehrturm gelangen wir auf einen freien Platz. Auf der linken Seite führt ein Pfad zu einer Mauerlinie mit Zinnen, die den Gipfel westlich umgibt. Wir folgen dem Pfad und erreichen einen dritten Turm mit einem Fenster, das den Blick auf die Cases del Verger ermöglicht, sowie einer Schießscharte an der südlichen Ecke. Vor hier aus war eine strategische Überwachung in geschützter Position möglich.
Die Burg Castell d’Alaró ist eine der drei in Felsen gebauten Burgen von Mallorca – bei den anderen beiden handelt es sich um die Burgen Castell de Santueri (Felanitx) und Castell del Rei (Pollença). Sie wurden in schwer zugänglichem Gelände fern von Ortschaften an erhöhten Stellen errichtet, um den jeweiligen Landstrich überwachen zu können. Zudem dienten sie als Zufluchtsort für die Bevölkerung in Gefahrenzeiten. Sicherlich war dieser Ort ein Schauplatz grausamer Schlachten. Während der katalanischen Eroberung flüchteten sich hierher die Araber. Das bekannteste Ereignis ist jedoch die Geschichte von En Cabrit und En Bassa aus dem Jahr 1285. Guillem Cabrit und Guillem Bassa verteidigten die Burg Castell d’Alaró unter dem König von Mallorca Jaume II gegen die Besetzung der Insel durch die Truppen von König Alfons von Aragón. Der Überlieferung nach forderte der königliche Offizier des Heers vom jungen König Alfons bei der Belagerung von Castell d’Alaró die Ergebung im Namen von Anfós (also der Bezeichnung für Riesenzackenbarsch) von Aragón und Mallorca und rief diesen zum König und Helden aus. Das Gedicht El Comte Mal von Guillem Colom i Ferrà greift den angeblichen Dialog auf, wonach auf die Forderung nach Unterwerfung Guillem Cabrit im Namen der Verteidiger mit Sarkasmus und Zorn antwortete:No coneixem al reialme, altre rei que el rei En Jaume. A Mallorca, –i perdonau-me–anfós és un peix que es menja amb allioli a tot arreu. Alfons war natürlich erzürnt und fragte, wer es wagte, den König von Aragón zu beleidigen. Die Antwort aus der Burg lautete:Dos lleials Cabrit i Bassa Woraufhin der König von Aragón antwortete: Cabrit, dieu? Bona caça!. Doncs, com cabrits jur rostir-vos per escarment del traïdor! Nach der Einnahme der Burg machte Alfons der Überlieferung nach seine Drohung wahr und Cabrit und Bassa wurden bei lebendigem Leib geröstet.
Rechts befindet sich ein freier Platz, wo noch die Überreste einer großen Zisterne mit einem kleinen Tümpel daneben zu sehen sind. Im Umkreis der Zisterne ist ein Teil der Mauer mit Zinnen erhalten. Vom Turm aus gehen wir weiter aufwärts unter Steineichen hindurch zum Gästehaus Hostatgeria links. Je weiter wir noch oben steigen, desto beeindruckender wird die Aussicht auf die Täler Vall d’Orient und Vall de Solleric sowie die Serra de Tramuntana. An die Felsen geklammert wachsen Skabiosen (Scabiosa cretica). Nach wenigen Minuten erreichen wir die Kapelle Mare de Déu del Refugi und das Gästehaus Hostatgeria del Castell. Vom Gästehaus aus führt ein kleiner Weg nach Süden, der sich bald gabelt. Links kommen wir zu drei Zisternen und einem Regenwassersammelbecken. Wasser war ja bei einer Belagerung außerordentlich wichtig und entschied über Unterwerfung oder Tod. Nach rechts kommen wir zum Presó dels Moros genannten Südturm. Sein Grundriss ist quadratisch und er verfügt wie der Wehrturm Torre de l’Homenatge über Zinnen und Schießscharten. Dieser Turm diente der Verteidigung auf der Südseite der Burg.
Der Rückweg nach Alaró führt zum Wehrturm Torre de l’Homenatge zurück und der Abstieg erfolgt dann auf derselben Strecke wie der Aufstieg. In dieser Wegrichtung bietet sich ein Blick auf die Olivenhaine unter uns und die Hochebene El Pla im Hintergrund.

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Camí des Correu

Dificultad:Niedrig
Distancia:7.670 m (nur Hinweg)
Duración:2,5 h

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Der Camí des Correu ist der "Königliche Weg", der Esporles mit Banyalbufar verbindet. Bis zum 19. Jahrhundert war dieser Weg die einzige Verbindung der Bewohner von Banyalbufar nach Esporles und von dort aus nach Palma. Lebensmittel und andere Waren wurden mit Karren auf diesem Weg transportiert. Noch heute gibt es Einheimische, die erzählen, wie "tomàtigues de ramellet" (Strauchtomaten) nach Esporles transportiert wurden. Das machten sie so oft, dass das Tier schon alleine den Weg wusste. Die Route ist ganz einfach, denn man muss einfach nur dem Weg folgen, der ständig mit der Einstufung GR (Gran Recorrido - große Route) gekennzeichnet ist.

Etapas

Unsere Strecke beginnt in Esporles. Wir schlagen die gepflasterte Straße ein, die vor dem Gebäude der Gemeindeverwaltung an der Kirche vorbei aufwärts führt. Nach wenigen Minuten befinden wir uns schon außerhalb der Ortschaft. Der Weg verläuft zwischen hohen Trockensteinmauern im Schatten üppiger Vegetation dank der hohen Niederschlagsmengen im Gemeindegebiet. Sobald wir die anfängliche Steigung überwunden haben, kommen wir auf eine Ebene, wo rechterhand Mandelplantagen und Johannisbrotbäume zu sehen sind, mit dem Moleta de Son Cabaspre (618 m) im Hintergrund. Nach einer gewissen Zeit kreuzt der Weg die Landstraße über die Brücke Pont de sa Turbina, die über den Wildbach Torrent d’Esporles bzw. Torrent de Sant Pere führt, und verläuft dann ein gutes Stück parallel zur Straße und zum Wildbach. Der Wildbach Torrent de Sant Pere bzw. Torrent d’Esporles entspringt in Puntals de Planícia, fließt durch das Tal Vall de Superna bis nach La Granja und dann durch den ganzen Ortskern von Esporles. Schließlich mündet er in den Torrent de Bunyola, um als Torrent Gros in der Bucht von Palma in der Nähe von Coll d’en Rabassa ins Meer zu fließen. Auf Mallorca führen die Wasserläufe nicht durchgehend Wasser, sondern weisen je nach Jahreszeit unterschiedliche Wasserstände auf. Aus diesem Grund war die Nutzung von Regenwasser immer schon von großer Bedeutung. Das Wasser des Torrent d’Esporles wurde außer zur Bewässerung ehemals auch für zwei Textilfabriken genutzt, sowie für die Ölmühle von La Granja, eine Mehlmühle und zwei Rindenmühlen (Papierfabrik). Der Name der Brücke geht in der Tat auf die Turbine zurück, die mit Wasserkraft die Webstühle antrieben.
Nach Überqueren der Straße auf der Brücke gelangen wir in einen kleinen Uferwald beiderseits des Wildbachs. Uferwälder zeichnen sich durch Laubbäume in der Nähe von Wasserläufen aus. Die hier vorkommenden Arten benötigen viel Wasser und siedeln sich deswegen an den Ufern von Wildbächen an, wo ab einer gewissen Tiefe auch der Boden wasserreich ist. Die Bäume hier sind hohe Exemplare von Schwarzpappel (Populus nigra), Feldulme (Ulmus minor), Schmalblättriger Esche (Fraxinus angustifolia) und sogar Gewöhnlicher Platane (Platanus x hispanica). Die meisten dieser Arten gelten als vom Menschen eingeführt und gedeihen meist in Begleitung einer Ufervegetation, die hauptsächlich aus dornigen Arten wie zum Beispiel Mittelmeer-Brombeere (Rubus ulmifolius), Immergrüne Rose (Rosa sempervivens) und Eingriffeliger Weißdorn (Crataegus monogyna). Das ganze Jahr über wuchert das Mittlere Immergrün (Vinca difformis) mit seinen blau-violetten Blüten. Wir gehen etwa einen Kilometer am Straßenrand weiter, bis wir zu einem Hinweisschild gelangen, das die Dauer der Wanderung bis nach Banyalbufar mit knapp zwei Stunden anzeigt. Wir überqueren erneut vorsichtig die Landstraße und kommen zu einem Olivenhain, in den junge Kiefern eingedrungen sind.
Die Strecke führt im ansteigenden Zick-Zack-Kurs durch einen mit Kiefern durchwachsenen Olivenhain des Anwesens Possessió de ses Mosqueres, das bereits im Gemeindegebiet Banyalbufar liegt. Der Camí des Correu durchquert zwei bekannte Anwesen in diesem Gemeindegebiet: Ses Mosqueres und dahinter Son Valentí. Nach kurzer Zeit kommen wir zum Wald von Ses Mosqueres, ein dichter Steineichenwald mit zahlreichen Erdbeerbäumen. Er erstreckt sich vom Puig de sa Vinya (438 m) links bis zur Sa Potada des Cavall genannten Stelle einige Meter vor der Grenze zu Son Valentí. Ab hier heißt der Wald Bosc de Son Valentí. Der Weg ist hier ziemlich steil und besonders gut erhalten. Wir können die Ratlletes genannten Steinreihen erkennen, die etwas erhöht in regelmäßigen Abständen den Weg diagonal überqueren. Sie erfüllen eine wichtige Aufgabe bei der Instandhaltung des Wegs: Sie leiten Regenwasser zum Wegrand ab und verhindern, dass er Schaden nimmt. Eine kleine unverschlossene Pforte kennzeichnet den Eingang zum Bosc de Son Valentí. Ein paar Meter vorher ist mitten im Weg eine Felsmulde zu erkennen, die mit etwas Phantasie an einen Hufabdruck erinnert. Der Überlieferung nach soll es sich dabei um den die Spur des Pferdes von König Jaume I handeln, als es im wilden Galopp gegen die Araber kämpfte. Was meinen Sie? Ist König Jaume I hier vorbeigekommen? Die Anwesenheit der Köhler ist auf dem ganzen Camí des Correu zu erkennen. Unzählige Pfade führen vom Hauptweg waldeinwärts zu den Ranxos genannten Köhlerbezirken. Zahlreiche Ranxos haben sogar eigene Namen in Anlehnung an die Konzessionsinhaber, wie zum Beispiel der Rotlo d’en Sutro, der etwas weiter entfernte Rotlo d’en Mutxilla und der Rotlo d’en Puquinso unterhalb des Coll des Pi. Bald schon erreichen wir den Pass Coll des Pi zwischen dem Puig de s’Argenter (498 Meter) rechts und dem Puig de sa Barca (582 Meter) links. Jetzt führt der Weg abwärts bis zur Grenzlinie zwischen Son Valentí und Son Sanutges.
Der Steinweg mündet in einen asphaltierten Forstweg und führt dann stark abwärts durch Kiefernwälder und Olivenhaine. Wir erreichen ein Tal, das schon in frühesten Zeiten besiedelt war. Davon zeugen zahlreiche Überreste der Talayot-Kultur, die in den drei Tälern des Gemeindegebiets Banyalbufar zu besichtigen sind. Das Landschaftsbild ist hier vom arabischen Erbe geprägt. Die angelegten Terrassenfelder und das komplexe Wassergewinnungs- und Verteilungssystem mit Bewässerungskanälen und Ma’jil genannten offenen Sammelbrunnen machen die Bewirtschaftung dieses Landstrichs dank der Araber möglich. Bei den hiesigen Klimaverhältnissen mit lediglich saisonalen Regenfällen spielt die Speicherung von Wasser für die trockenen Jahreszeiten eine lebenswichtige Rolle. Bereits vor Jahrhunderten nutzten die Landwirte die Schwerkraft zur Wasserverteilung. Ein ausgeklügeltes Netz von Bewässerungskanälen (die wichtigsten sind Síquia de Dalt, Síquia de Baix und Síquia de Son Bauzà) führte des Wasser von der Quelle Font de la Vila zu großen offenen Sammelbrunnen und von dort weiter über Bewässerungskanäle bis zu den Terrassenfeldern. Diese außergewöhnliche Wasserverfügbarkeit hat es ermöglicht, die Terrassenfelder von Banyalbufar im Gegensatz zu anderen Gegenden der Serra mit Pflanzen zu bewirtschaften, die auf Bewässerung angewiesen sind, darunter Wein und Tomaten. Die Strauchtomaten von Banyalbufar bescherten den Einwohnern einen gewissen Wohlstand: Der Export dieser Tomaten zum Markt von Barcelona hat die Bezeichnung Tomàtiga de Ramellet de Banyalbufar über Mallorca hinaus bekannt gemacht.

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Pujada a la mola de s'Esclop

Dificultad:Hoch
Distancia:8.7 km
Duración:5 h

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Der Berg Mola de s'Esclop gleicht einem großen Backenzahn, der zwischen dem Meer und dem Puig de Galatzó in die Höhe ragt. Auf dem Weg zum Gipfel kommen wir an drei öffentlichen Fincas des Naturparks Serra de Tramuntana vorbei: Son Fortuny, Sa Coma d'en Vidal und Galatzó. Der Aufstieg ist vielleicht ein bisschen mühsam, aber einmal geschafft, gibt es eine zweifache Belohnung. Eine herrliche Aussicht und die Ruinen eines Steinhauses, das in der Geschichte Mallorcas eine Schlüsselrolle spielt. Unsere Route beginnt am Eingang zur öffentlichen Finca Son Fortuny, am Kilometerpunkt 97 der Landstraße von Andratx nach Pollença. Der Eingang liegt auf der linken Seite, wenn wir von Estellencs kommen.

Etapas

Kurz nachdem wir das Auto abgestellt haben, beginnt der Weg (ein Forstweg) stark anzusteigen. Nach rund 10 Minuten kommen wir zu einer Weggabelung. Links ist der Weg nach Sa Boal de ses Serveres ausgeschildert. Boal bzw. Boval ist die Bezeichnung für einen Ochsenstall, wo die Tiere Zuflucht suchen und Stroh fressen konnten. Wir schlagen den Weg rechts ein und kommen an einem Wasserspeicher vorbei, der als Löschbecken bei Waldbränden dient. Der Weg führt weiter aufwärts mit der Serra des Pinotells zu unserer Linken. Ab und zu können wir eine Blick auf die Küste von Estellencs mit dem Meer im Hintergrund werfen und dabei wieder zu Atem kommen. Einige Wegbiegungen weiter kommen wir an den Überresten eines Kalkofens vorbei. Dort arbeiteten die Kalkbrenner hart, um aus Kalkstein Ätzkalk herzustellen. Der Anstieg geht weiter und nach zwei weiteren Kurven kündigen uns Zypressen die Häuser der Finca de sa Coma d’en Vidal an, die sich seit 2002 in öffentlicher Hand befindet. Vor den Häusern steht ein kleines Gebäude mit Vordach, das zu Rast und Stärkung lädt.
Wir überwinden den Botador genannten Überstieg links und folgen dem Weg durch dichtes Diss, bis wir zu einer Trockenmauer kommen, die die Grenze zwischen dem Gemeindegebiet Estellencs und der Finca de sa Coma markiert. Wir steigen über die Mauer und gelangen auf die öffentliche Finca Galatzó, wo wir auf einem deutlich sichtbaren Pfad rechts durch Kiefern weiter bis zu einem ehemaligen Dreschplatz gelangen. Etwas weiter vorne sind die Ruinen der Cases de s’Esclop zu sehen. Früher wurde hier trotz der schwierigen Geländegegebenheiten Landwirtschaft betrieben. Vom Pass Coll de s’Esclop aus ragt imposant der Mola vor uns auf. Die Herkunft der Bezeichnung S’Esclop wurde oft mit einer angeblichen Ähnlichkeit der Bergform mit dem Esclop genannten Schuhwerk in Verbindung gebracht. Der Hypothese von Gaspar Valero zufolge stammt die Bezeichnung Mola de s’Esclop von dem Namen Mola des Clop. Als Clops werden Pappeln (Populus sp.) bezeichnet, die auch heutzutage noch bei den Häusern Cases de s’Esclop und der Quelle Font des Quer wachsen. Manchmal ist in dieser Gegend der Flug eines Zwergadlers (Hieraaetus pennatus) zu beobachten. Dieser mittelgroße Greifvogel nistet in den Felswänden der Serra. Seine Nahrung ist vielfältig: Ringeltauben und Tauben; kleine Vogelarten wie Spatzen, Stare und Schwalben etc. und auch kleine Säugetiere wie Mäuse oder Kaninchen. Häufiger ist die Felsenschwalbe (Ptyonoprogne rupestris) zu sehen, die an den Felshängen nistet und Nahrung sucht. Wenn wir den Gipfel in den Wintermonaten besteigen, sehen wir die Alpenbraunelle (Prunella collaris), die keine Scheu vor Menschen hat.
Vom Pass Coll de s’Esclop führt rechts ein Weg abwärts zur Quelle Font des Quer. Wir gehen jedoch direkt zum Mola weiter, indem wir die letzten Kräfte mobilisieren, um den Gipfel zu erreichen. Dabei müssen wir auf die Markierungssteine achten. Zuerst geht es durch die Überreste von ehemaligen Terrassenfeldern und dann über einen felsigen Abschnitt ohne erkennbaren Weg. Oben in 926 Metern Höhe angekommen, weisen uns die Markierungssteine etwas nach links und wir erreichen kurz darauf den Trigonometrischen Punkt zwischen drei Gemeinden: Estellencs, Puigpunyent und Calvià. Der Aufstieg bis hierher wird zweifach belohnt. Ein herrlicher 360º-Rundblick ohne Hindernisse und 100 Meter weiter links einige Überreste von geschichtlicher Bedeutung, um die sich auch Geschichten ranken. Es sind die Überreste eines kleinen Observatoriums, das im Jahr 1808 von dem Astronomen, Politiker und Mathematiker Dominique François Arago aus dem Roussillon bewohnt wurde. In dieser unwirtlichen Gegend hat Arago harte Arbeitstage verbracht, um den Meridianbogen zwischen Katalonien und den Balearen zu vermessen. Arago nahm trigonometrische Vermessungen von Mallorca, Ibiza und Formentera vor, um den Meridian von Paris bis zu den Inseln zu führen. Ende Mai jenen Jahres jedoch erreichte Mallorca die Nachricht von der Erhebung des spanischen Festlands gegen die Truppen Napoleons. Auf Mallorca wurde Arago aufgrund seiner Machenschaften mit Feuer und optischen Instrumenten auf dem Berg für einen französischen Spion gehalten. Eine bewaffnete Meute brach zum Mola auf, um den gefährlichen Spion dingfest zu machen. Arago konnte jedoch verhindern, ein Opfer der Lynchjustiz zu werden, was er selbst in seinem Werk Història de la meva Joventut beschrieb: El senyor Damià, patró del mistic que el govern espanyol havia posat a la meva disposició, els va adelantar i em va portar un vestit amb l’ajuda del qual em vaig disfressar. Dirigint-me vers Palma, en companyia del valent marí, vam trobar els grups que m’anaven a buscar. No se’m va reconèixer, ja que jo parlava perfectament el mallorquí. Vaig encoratjar fortament els homes d’aquest destacament a continuar la seva ruta, i em vaig encaminar cap a Palma. Dank seiner Verkleidung und seiner Sprachkenntnisse schaffte er die Flucht nach Palma. Er konnte die Insel nicht verlassen und willigte ein, im Castell de Bellver als Gefangener unterzukommen, was mehr zu seinem Schutz denn als Strafe geschah. Zwei Monate später konnte er nach Cabrera und dann nach Alghero entkommen.
Vom Gipfel abwärts nehmen wir dieselbe Route wie bergauf in Richtung Penya Blanca. Wir kommen erneut am Pass und am Dreschplatz vorbei, bis wir am Kiefernwald zur Trockenmauer gelangen, die die Grenze zu Estellencs markiert. Nach links würden wir nach Sa Coma d’en Vidal zurückkehren. Wir überqueren jedoch die Mauer nicht, sondern gehen nach rechts. Nach rund 30 Minuten erreichen wir eine Kreuzung, wo wir den Weg in Richtung Estellencs einschlagen. Auf der rechten Seite begleitet uns fast den ganzen Rückweg lang der Puig de Galatzó. Diss (Ampelodesmos mauritanica) beherrscht das Landschaftsbild, sowie hier und da Aleppo-Kiefern (Pinus halepensis), Mastixsträucher (Pistacia lentiscus), Zedern-Wacholder (Juniperus oxycedrus) und Zwergpalmen (Chamaerops humilis). Auf diesem Streckenabschnitt wächst ein polsterförmiger Strauch mit Dornen, der in bergigen Gegenden heimisch ist. Die endemische Art hat kleine längliche Blätter, die am Ansatz etwas schmaler sind, und bevorzugt felsige Orte mit wenig Sonne und viel Wind. Die Rede ist vom Balearen-Kreuzdorn (Rhamnus bourgeanus). Wir folgen den Markierungssteinen auf einem Abschnitt, auf dem der Weg nicht immer eindeutig zu erkennen ist, bis wir zum Weg kommen, der aufwärts zum Puig de Galatzó führt. Wir wenden uns jedoch nach links und gehen weiter abwärts, bis wir das Freizeitareal Son Fortuny erreichen, um eine wohlverdiente Rast einzulegen.

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Pujada al puig des Tossals Verds

Dificultad:Niedrig
Distancia:4.52 km
Duración:3.5 h

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Der Puig des Tossals Verds ist mit 1.118 Metern Höhe der dritthöchste Berg in der Serra de Tramuntana, eine beeindruckende Warte mit herrlicher Sicht auf einen großen Teil der Serra und die Hochebene Pla de Mallorca. Die bewachsenen Nord- und Südhänge bilden einen Kontrast zu den umliegenden kahlen Bergen von gräulicher Färbung, was dazu geführt hat, dass dieser Berg als „der Grüne“ bezeichnet wird. Der Weg zum Pass Coll des Coloms ist mit Markierungen des Fernwanderwegs GR-221 gekennzeichnet, der zur Wanderherberge Refugi de Tossals Verds führt. Der letzte Abschnitt des Wegs ist ein steiler Aufstieg zum Gipfel (1 Stunde). Markierungssteine sollten beachtet werden, um nicht von der Route abzukommen. Bergstiefel sind erforderlich.

Etapas

Diese Route beginnt am Kilometerpunkt 33,750 der Landstraße Ma-10 (Andratx-Pollença) direkt vor dem Freizeitareal Font des Noguer. Wir gehen rund 40 Minuten lang an der linken Seite des Kanals entlang, der Wasser vom Stausee Gorg Blau zum Cúber-Stausee leitet. Dabei überqueren wir bis zu 4 kleine Holzbrücken, gehen jedoch nicht über 3 Zementbrücken auf der rechten Seite. Wenn wir zur vierten Zementbrücke gelangen, überqueren wir sie und passieren ein kleines Holztor. Hier kommen wir in einen kleinen Steineichenwald. Unser Weg weist Spuren eines früheren Pflasters auf, führt durch ein Steintor und dann zu einem Abschnitt mit gut erhaltenem Steinpflaster. Im Steineichenwald mit Unterholz aus Rosmarin (Rosmarinus officinalis) und Zedern-Wacholder (Juniperus oxycedrus) kann man zuweilen dem Gesang von Kohlmeise (Parus major) oder Buchfink (Fringilla coelebs) lauschen. Wir gelangen zu verschiedenen Rotlos de Sitja genannten Kohlenmeilern und der Weg beginnt anzusteigen. Nach rund 20 Minuten erreichen wir eine Wegkreuzung, an der der Anstieg zum Puig des Tossals Verds beginnt. Wir haben den Pass Coll des Coloms erreicht.
Wir schlagen den Weg rechts ein und es geht steil aufwärts durch einen dichten, schattigen Steineichenwald. Im Wald treffen wir auf die mit Erde bedeckten Überreste eines ehemaligen Kalkofens und gehen zwischen einem Kohlenmeiler und einer Köhlerhütte hindurch. Nach etwa 20 Minuten kommt auf der linken Seite ein heller Felshang ins Blickfeld, der sich von der Landschaft abhebt und Frare (Mönch) oder Pa de Figa (Feigenbrot) genannt wird.
Am Waldrand kommen wir zur Ebene Pla des Clot de sa Neu, wo auf der rechten Seite unserer Route ein imposantes Schneehaus steht. Mit einer Länge von rund 20 Metern ist es eines der größten Schneehäuser der Serra. Es steht in 955 Metern Höhe und wird von hohen Mauern um eine Mulde bzw. Grube gebildet. Deshalb ist auch die Bezeichnung Pou de Neu de Tossals geläufig. Häufig stehen die Schneehäuser auf weichem Boden, der aufgegraben wurde. In einigen Fällen jedoch, wie hier, wurden natürliche Mulden im Fels als Schneegruben genutzt. An diese Konstruktion angebaut entdecken wir Trockensteinmauern, die der Ansammlung von Schnee dienten, der anschließend in die Grube geschüttet wurde.
Unsere Strecke führt auf einem Pfad an den Hängen des Puig durch Rosmarin und Vielblütige Heide (Erica multiflora). Vereinzelt treffen wir auf von Wind und Ziegen geformte Wacholdersträucher und Aleppo-Kiefern (Pinus halepensis). Bei genauerer Betrachtung entdecken wir an den unwegsamen Felsen des Puig einige Exemplare von Schneeball-Ahorn (Acer opalus subsp. granatense) und Echter Mehlbeere (Sorbus aria). Diese Pflanze kann unter günstigen Bedingungen Baumgröße erreichen, in diesem Gelände wächst sie aber nur als Strauch. Beide Arten haben sich in die schattigen Furchen von Felshängen zurückgezogen und sind die letzten Zeugen von Laubwäldern aus Zeiten mit kühlerem Klima. Wenn wir zu einem kleinen Bergsattel kommen, bleiben nur noch 20 Minuten Wanderung bis zum Gipfel. Hier ist Achtsamkeit geboten! Der Weg ist ein nur wenig ausgebildeter Pfad mit lediglich kleinen Steinhaufen als Markierung. Die Vegetation wird karger und es wachsen hauptsächlich Balearen-Stechwinden (Smilax aspera subsp. balearica) und vereinzelte Exemplare von Balearen-Johanniskraut (Hypericum balearicum), die das wenige Erdreich zwischen den Felsen nutzen. Beide Arten sind endemisch für die Balearen. Bei genauem Hinsehen können wir die Auswirkungen der Erosion durch Regenfälle sowie die durch Schnee und Eis erzeugten Risse in den Felsen erkennen.
Vom Puig des Tossals Verds (1.118 m) aus haben wir eine der besten 360-Grad-Rundumsichten der Insel. Der Puig Major de Son Torrella, die höchste Erhebung auf Mallorca (1.445 m) mit der militärischen Anlage auf dem Gipfel dient uns zur Orientierung. Direkt davor ist der Morro d’Almallutx zu sehen und rechts davon der Puig de ses Vinyes. Etwas weiter rechts in nordöstlicher Richtung erhebt sich der Puig de Massanella und anschließend der spitzige Puig de n’Ali. Es bietet sich die Sicht auf die Bucht von Alcúdia und weit im Hintergrund das Cap de Ferrutx. Im Südosten fällt der Blick auf die Hochebene Pla de Mallorca und dann zum Puig de s’Alcadena und Puig d’Alaró, beides Berge mit senkrechten Felsen, die fast wie Zwillinge wirken. An Tagen mit guter Fernsicht lassen sich Palma und die Insel Cabrera ausmachen. Im Osten stehen die Berge des bei Wanderern als Route der "drei Tausender von Mallorca" bekannten Gebiets mit dem Puig de sa Rateta (1.113m), Puig de na Franquesa (1.067) und Puig de l’Ofre (1.093m) (siehe Foto). In etwas mehr Entfernung sind die Serra d’Alfàbia und weit im Hintergrund der Puig des Teix zu sehen.
Klüfte sind natürliche Öffnungen und wirken wie Abflüsse für das Wasser. Sie weisen die unterschiedlichsten Formen auf, wobei sie jedoch am häufigsten senkrecht oder sehr steil verlaufen und große Tiefe aufweisen. Klüfte sind typisch für kalkhaltiges Gestein. Sie haben sich aus Rissen gebildet, die sich durch die Auflösung des Felsgesteins erweitert haben. Einige wie die Kluft Avenc des Tossals gehen auf Nivo-Karst zurück. Sie entstanden durch Konzentration von Schnee mit anschließender Auflösung des Kalksteins. Das Massiv des Puig de Tossals weist einige Klüfte auf. Ab einer Höhe von 1.000 Metern gibt es 6 davon, die allerdings ziemlich klein sind. Erwähnenswert ist die Kluft Avenc des Benavenguts mit 78 Metern Tiefe sowie die Kluft Avenc des Tossals mit 40 Metern Höhenunterschied, die sich vor allem dadurch auszeichnet, dass die Öffnung von Leberblümchen und Moosen überzogen ist.
Die Quelle Font de Massanella führt das ganze Jahr über Wasser und bietet deshalb die Gelegenheit, besondere Arten zu entdecken, die auf solche Bedingungen angewiesen sind. Im Winter und Frühjahr können wir vielleicht sogar blühende Exemplare der Sommer-Knotenblume (Leucojum aestivum subsp. pulchellum) sehen. Jedes Jahr treiben neue Blätter aus und am Ende eines langen Stängels bilden sich die hängenden Blüten in schneeweißer Farbe mit einem grünen Fleck jeweils am Ende der 6 Blütenblätter. Diese Pflanze kommt jedes Jahr auf dem fruchtbaren feuchten Boden am Ufer des Wildbachs zum Vorschein. Die restliche Zeit ruht sie als Zwiebel unter der Erde.
Zurück am Pass Coll des Coloms können wir einen Abstecher zur Quelle Font des Prat machen. Wir gehen in Richtung Südosten auf dem Weg rechts, wenn wir vom Puig des Tossals heruntersteigen. Wir kommen an einem Kohlenmeiler auf der rechten Seite vorbei und etwas weiter vorne, nach einer kleinen Klamm, führt der Weg mit zwei engen Kurven abwärts. Ein Hinweisschild aus Holz weist uns den Weg zur Quelle. Wir kommen an weiteren Kohlenmeilern vorbei sowie an einer mit Steinen begrenzten Tierweide und erreichen nach einigen Minuten die Quelle. Dieser Abstecher dauert rund 20 zusätzliche Minuten. Am Zugang zur Quelle Font des Prat ist eine Inschrift auf Zement zu sehen: “Font de Massanella”. Der Stollen ist hoch und nicht sehr tief und mit einem Metallgitter verschlossen. Hier beginnt der mit Steinplatten bedeckte Wasserkanal Canaleta de Massanella. Der Wasserkanal wurde im Jahr 1750 nach einem Entwurf des Vorarbeiters der Finca de Massanella Jacint Josep Montserrat Fontanet i Llebrés aus Lloret de Vistalegre fertig gestellt. Dieses Meisterwerk der Ingenieurskunst beförderte das Wasser zu den Cases de Massanella auf einer Länge von rund 11 Kilometern mit 600 Metern Höhenunterschied. Im Jahr 1982 wurde die Quelle eingefasst und versorgt heutzutage Mancor mit Trinkwasser.

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Camí Vell de Lluc a Pollença

Dificultad:Mittel
Distancia:17.80 km (nur Hinweg)
Duración:2 h

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Der alte Weg von Lluc nach Pollença ist als "Camí Vell de Lluc a Pollença“ ausgeschildert. Unsere Wanderung beginnt in Lluc und wird uns durch die Possessions – große Landgüter, die landwirtschaftlich genutzt wurden – von Menut, Binifaldó, Muntanya, Son Marc, Son Grua und Can Serra bis zum Tal Vall d’en Marc führen. Das Tal Vall d’en Marc befindet sich im Stadtgebiet Pollenças, eine der Gemeinden, die in der Naturlandschaft Serra de Tramuntana die meisten Natur-, Kultur- und Landschaftsreichtümer besitzen. Der Pfad startet an der Wallfahrtskirche Santuari de Lluc. Vom Umweltbildungszentrum Binifaldós aus, folgt man einfach der Beschilderung des Wanderweges GR-221, die uns ohne Schwierigkeiten bis zum Weg nach Pollença führen sollte.

Etapas

Wir gehen unter den „porxets”, den Laubengang-Häusern, des Santuari de Lluc entlang bis zu einem Torbogen und nehmen dann die geteerte Straße, an der linker Hand ein Sturzbach entlang fließt. Ein paar Meter weiter biegen wir links ab und gehen weiter bis zum Fußballplatz. Wir müssen eine kleine Holzbrücke links hinter uns lassen, dann nehmen wir den alten Wanderweg Camí Reial, der Lluc und Pollença einst miteinander verband. Wir gehen eine Weile, bis wir die Straße MA-10 (Andratx-Pollença) erreichen, biegen dann links ab und gehen etwa 120 m weiter geradeaus, bis wir die Begrüßungsschilder der öffentlichen Landsitze Menut und Binifaldó erreichen. Wir begeben uns ins Gut und folgen zwischen Eichen und Felsformationen dem geteerten Weg, bis zu den Menut-Häusern. Wir lassen die Häuser rechts hinter uns und wandern weiter bis zum Umweltbildungszentrum Binifaldó, lassen es ebenfalls rechts hinter uns, um dann den weiten, nicht geteerten Wanderweg zu nehmen, der parallel an der Trockenmauer entlang führt. Diese Trockenmauer grenzt die Grundstücke rund um die Menut-Häuser ab. Hier können wir Halt machen und die sehbehindertengerechte Strecke zurücklegen, die etwa einen Kilometer weit in unserer Richtung verläuft. Wir laden Sie herzlich ein, diese Strecke mit geschlossenen oder offenen Augen zurückzulegen; wichtig ist dabei, alle Sinne hellwach zu halten. So können wir feststellen, welche anderen Sinne beim Betrachten der Natur beteiligt sind. Im Herbst hören wir unter unseren Füßen das Knistern der Blätter, die die Weiß-Pappeln (Populus alba) verloren haben. Im Sommer genießen wir den Schatten der Eiche d‘en Pere, die über 500 Jahre alt ist! Das ganze Jahr über begleiten uns verschiedene Vögel mit ihren Gesängen: die Singdrossel (Turdus philomelos), die Kohlmeise (Parus major) oder die Ringeltaube (Columba palumbus). Spielen Sie Raten! Entdecken Sie, wie sich der gezahnte Blätterrand des einheimischen Kreuzdorns (Rhamnus ludovici-salvatoris) anfühlt oder wie klebrig die Blätter der Montpellier-Zistrose (Cistus monspeliensis) sind. Streichen Sie mit der Hand über den Rosmarin (Rosmarinus officinalis) und riechen Sie daran: Das Aroma ist unverkennbar.
Nach einem leichten Anstieg erreichen wir den kleinen Hügel Collet de Binifaldó (598 m), der uns einen herrlichen Blick über die Bucht Pollenças gewährt. Und wenn das Wetter richtig klar ist, kann man manchmal sogar das Profil der Insel Menorca erkennen. Wir gehen durch eine kleine Pforte, die den öffentlichen Landsitz Binifaldó vom Besitz Muntanya trennt, und gehen den alten Schotterweg bis zur Quelle Font de Muntanya entlang. An diesem Ort machten Pilger auf dem Weg nach Lluc halt, um sich abzukühlen. Steinbank und Steintisch neben der Grube dieser Quelle laden uns ein, einen Augenblick zu rasten.
Bevor wir uns wieder auf den Weg machen, können wir eine kleine Pflanze kennenlernen, die sich zum Gedeihen nasse Plätze wie diese aussucht: Das Echte Zwerggänseblümchen (Bellium bellidioides). Sie ist klein und blüht nur im Frühling auf, hat kleine runde Blätter, die in Form einer Rosette um die Basis der Pflanze herumwachsen. Rundherum wird der reichlich vorhandene Adlerfarn (Pteridium aquilinum) nicht unbemerkt bleiben: Er kann bis zu einem Meter hoch wachsen. Die Blätter, bei den Farnen Wedel genannt, sind gespalten. Dem Volksglaube zufolge blühte, fruchtete und verteilte der Adlerfarn seine Samen in der Johannisnacht, am 23. Juni, da niemand seine Blüten oder seine Samen jemals gesammelt hatte. Man schreibt ihm medizinische Eigenschaften zu, die aber, so heißt es, nur dann ihre Wirkung entfalten, wenn die Pflanze in der Nähe von Lluc gesammelt wird. Dieser Volksglaube, der in der Märchensammlung „Rondaies mallorquines“ von Mossen Alcover festgehalten ist, entbehrt jedoch, wie man heute weiß, jeder wissenschaftlichen Grundlage, da sich die Farne mittels Sporen auf der Rückseite ihrer Blätter fortpflanzen.
Wir begeben uns in den Eichenhain hinein, wo das fast völlige Fehlen von Unterholz auffällt. Nach einigen Wegbiegungen erreichen wir einen breiten, geteerten Weg, der uns bis zum Bach Fondo de Muntanya und ins Tal Vall d’en Marc führen wird. Im Tal Vall d‘en Marc bestimmt der Anbau von Feigen, Mandelbäumen und Orangenbäumen das Landschaftsbild. Dieses Tal bildet die Öffnung der Serra de Tramuntana zur Küste hin und trennt zwei Bergketten voneinander. Schauen wir Richtung Süden, sehen wir den Puig de Ca Míner (887 m, der höchste der Gemeinde), die Cuculla de Fartàritx, die Moleta und den Moletó, die Gebirgsausläufer des Puig Tomir. Auf der anderen Bergkette, nördlich des Tals Vall d‘en Marc, befinden sich der Puig de Can Massot, der Puig Gros de Ternelles (839 m, der zweithöchste der Gemeinde) und der Puig de l‘Esbaldregat.
Vor der christlichen Eroberung des Landstrichs, der heute Son Marc genannt wird und auch dem Tal seinen Namen verleiht, stand das Sarazene-Bauerngut de Beni‑Gigar, wo Ben-Nassar, der Erbe, wohnte. Er verliebte sich in Balaixa, die Tochter des Herren des anliegenden Gutes d’Algatzení, heute: Can Guilló. Ihre Eltern waren gegen diese Verbindung, und Balaixa erkrankte aus Lieberkummer. In ihrem Wahn sagte sie, dass nur die Blüten der Beni-Gigar-Mandelbäume sie heilen könnten. Da es bis zur Mandelblüte aber noch einige Monate dauern würde, war ihr Vater sehr besorgt. Balaixa jedoch blieb hartnäckig. Und so eauftragte der Vater schließlich Ben‑Nassar damit, noch vor dem nächsten Vollmond einen Mandelblütenstrauß zu bringen. Als Gegenleistung würde er dann die Einwilligung zur Vermählung mit seiner Tochter aussprechen. Ben-Nassar musste sehr leiden, weil er davon überzeugt war, dass die Mandelbäume nie vor Vollmond blühen würden. Er weinte untröstlich unter einem Beni‑Gigar‑Mandelbaum, als plötzlich eine Nachtigall die weißen Blüten sprießen sah und sang: "Der blühende Mandelbaum / ist ein Brautschleier / für die Jungfrau / der Himmel offen vor ihrer Seele. Balaixa und Ben-Nassar vermählten sich. In Pollença gibt es eine Straße, die den Namen Balaixa trägt. Begleitet vom Flüstern dieser schönen Legende erreichen wir die hohe Kiefer Pi de Son Grua, die an der Kreuzung des alten Wanderweges mit der Straße MA‑10 (Andratx‑Pollenca) steht. Wir folgen einem kleinen Pfad, der etwa parallel zur Straße an der Seite des Sturzbaches Torrent de Son Marc verläuft. Reichlich zu sehen sind auf dieser Strecke die ahornblättrigen Platanen (Platanus sp.), die eingriffeligen Weißdorne (Crataegus monogyna) und die ittelmeer‑Brombeeren (Rubus ulmifolius). Ein paar Meter weiter überqueren wir eine Fußgängerbrücke, genannt Pas d’en Barqueta, und kommen ohne weitere Hindernisse in Pollença an.

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Volta des General

Dificultad:Niedrig
Distancia:4.22 km (nur Hinweg)
Duración:2 h 30 min

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Mit leichtem Gefälle führt der Weg vom Berg zum Meer aus der Gegend um Banyalbufar zum Port des Canonge, einem früheren Fischereihafen und Küstenort. Heutzutage gibt es hier Ferienwohnungen, aber der Ort ist weiterhin voller Charme und lädt dazu ein, die Landschaft und die Nordküste Mallorcas zu bewundern. Die ganze Route ist gut markiert.

Etapas

Wir beginnen diese angenehme Wanderung auf einem kleinen, zur Küste hingewandten freien Platz am Kilometerpunkt 85,2 der Landstraße Ma-10 von Andratx nach Pollença, wo wir das Auto abstellen können. Von dieser Stelle aus bietet sich uns eine hervorragende Sicht auf die Ortschaft Banyalbufar und ihre Terrassenfelder mit zahlreichen komplexen Bewässerungssystemen, Teichen und Stollenbrunnen. Die bestellten Terrassenfelder begünstigen das Eindringen von Wasser und verhindern die Erosion. Wie in vergangenen Zeiten wird auch heute noch Gemüse und Wein angebaut. Wir folgen dem breiten Karrenweg. Nach einigen Minuten kommen wir an einem nicht weiter interessanten modernen Wasserspeicher vorbei und dann an eine Weggabelung, wo wir aber nicht den Weg nach rechts einschlagen. Auf unserer Route finden sich Spuren einer ehemaligen Pflasterung inmitten eines Mischwalds mit Aleppo-Kiefern (Pinus halepensis) und Steineichen (Quercus ilex), Wilden Olivenbäumen (Olea europaea var. sylvestris), Mastix-Sträuchern (Pistacia lentiscus) sowie vereinzelten Zwergpalmen (Chamaerops humilis). Nach fünf Minuten gelangen wir an ein offenes Metallgatter mit Überstieg auf der linken Seite. Wenige Meter dahinter erreichen wir eine Kreuzung, wo wir den Weg nach rechts einschlagen. Jetzt werden die Steineichen seltener und Erbeerbaum (Arbutus unedo) und Vielblütige Heide (Erica multiflora) nehmen ihren Platz ein.
Nach wenigen Minuten sehen wir einen nur schwach markierten Pfad, der rechts vom Weg abzweigt. Wir folgen jedoch dem Weg nach links. Bei genauerer Betrachtung lassen die Johannisbrotbäume im Wald noch auf ehemalige Terrassenfelder schließen. Zahlreiche Vogelarten begleiten uns hier das ganze Jahr hindurch, darunter Sandkopf-Grasmücke (Sylvia melanocephala), Zaunkönig (Troglodytes troglodytes), Buchfink (Fringilla coelebs), Kohlmeise (Parus major) und Sommergoldhähnchen (Regulus ignicapillus). Im Winter sind öfters Rotkehlchen (Erithacus rubecula) und Singdrossel (Turdus philomelos) zu beobachten. Eine Art begleitet uns die ganze Strecke über und beobachtet uns von den Kiefern aus: Der Fichtenkreuzschnabel (Loxia curvirostra). Dieser Vogel erinnert von Aussehen und Verhalten her an einen Sittich. Er ernährt sich von Kiefernsamen, die er mit seinem gekreuzten Schnabel wie mit einer Zange aus den Zapfen holt. Die Weibchen haben eine grünliche Färbung mit Flecken an Bauch, Seiten und Rücken, während die Männchen ein einem auffälligen intensiven Rot zu erkennen sind. Mit Sicherheit hören wir ihren Gesang, wenn wir durch die Kiefern gehen. Wenn wir genau hinhören, können wir bestimmt auch das Geräusch erkennen, das beim Öffnen der Zapfen entsteht.
Linkerhand begleitet uns stets das Meer. Auf der rechten Seite sehen wir die hellen Steilhänge des Puig de ses Planes. Nach einer halben Stunde gelangen wir zu einem Kohlenmeiler und einer eigentümlichen Köhlerhütte, bei deren Bau ein großer Felsen genutzt wurde. Kürzlich wurde das Dach mit der typischen Dissbedeckung wieder hergestellt. Zu sehen sind zudem die Überreste eines alten Steinhauses. Der immer noch breite Weg führt über ein mit Steinen eingefasstes Terrassenfeld an Wasserabläufen aus Stein vorbei. Die Weg steigt jetzt an und wir kommen zu großen Steinblöcken. Die Findlinge liegen im Kiefernwald und manchmal kommen Zweifel auf, ob die Steine den Kiefern Halt bieten oder umgekehrt. Diese Felsblöcke scheinen von Erdrutschen am Puig de ses Planes zu stammen und haben zu einem originellen und außergewöhnlichen Landschaftsbild geführt. Rund 40 Minuten nach Beginn der Wanderung erreichen wir einen großen Kalkofen auf der rechten Seite, der fast vollständig in den Fels gehauen wurde. Ab hier verdrängen Erdbeerbäume die Kiefern und der Weg beginnt abwärts zu führen. Er wird schmaler und führt uns unter den Penyes des Corral Fals durch, von wo wir eine herrliche Sicht auf Punta de s’Àguila haben, eine Felszunge mit charakteristischer Schichtzeichnung, die ins Meer ragt. Mit etwas Glück können wir sogar den schnellen Flug des Wanderfalken (Falco peregrinus) an den Steilhängen beobachten.
Wir gehen den Weg weiter abwärts und in einer Kurve eröffnet sich uns eine Panoramasicht auf Punta de Sóller, Punta de na Foradada und den Wachturm Son Galceran. Zu sehen ist ebenfalls die Wohnsiedlung von Port des Canonge. Unser Weg mündet in einen asphaltierten Forstweg, der rechts in die Finca de Son Bunyola führt. Die Häuser der Finca sind jetzt vor uns zu sehen. Wir folgen dem Forstweg nach links und nach drei Kurven gelangen wir erneut auf einen unbefestigten Weg. Diese Route ist vor allem wegen der sehenswerten geologischen Merkmale interessant. Rechts des Wegs können wir senkrecht angeordnete Gesteinsschichten erkennen. Wenn man bedenkt, welche Kräfte gewirkt haben müssen, um wagrechte Sedimentschichten in die Vertikale zu bringen, kommt man gewiss ins Staunen. Ab hier sollte man auch mehr auf den Boden sehen, der eine intensive Rotfärbung aufweist. Die carbonatarme Kieselerde ist der Grund für eine außergewöhnliche Vegetation: Kiefern wachsen auch hier, das Unterholz jedoch besteht hauptsächlich aus Schmalblättriger Steinlinde (Phillyrea angustifolia), einer an Olivenbäume erinnernde Strauchart mit kleinen Beeren, Baumheide (Erica arborea) und Myrte (Myrtus communis). Kurioserweise sind Myrten mit den typischen schwarzen, aber auch mit weißen Früchten zu sehen. Die Weißfärbung ist auf eine genetische Mutation mit enzymatischer Veränderung zurückzuführen. Die Früchte von Schmalblättriger Steinlinde und Myrte dienen den kleinen Vögeln im Herbst als Nahrung. Auch Baummarder (Martes martes) ernähren sich von diesen Beerenfrüchten.
Auf der linken Seite befindet sich die Punta Roja genannte Felszunge, deren Name von der Färbung der Felsen herrührt. Hier können, wie auch an anderen Stellen der Nordküste von Mallorca, die Kiefern das Meer fast berühren. Stürme sowie Erosion und Verlust von Erdreich bringen sie zum Entwurzeln, manchmal sterben sie sogar ab und fallen ins Meer. Die Kraft von Wind und Gischt trägt ihr Übriges dazu bei, um die Vegetation zu formen, weshalb Myrten und Schmalblättrige Steinlinden polsterartige Formen ausbilden. Wir gehen auf Küstenhöhe weiter und linkerhand an einem kleinem Tor mit Holzschranke auf der rechten Seite vorbei. Wir kommen an den Überresten von ehemaligen Toiletten aus Stein vorüber und nach wenigen Minuten erreichen wir einen Wildbach, der am Strand Platja de Son Bunyola ins Meer mündet. Der Weg führt nach rechts und dann einige in Fels gehauene Stufen hinauf. Nach einer Linkskurve müssen wir einen weiteren Wildbach überqueren, der in bestimmten Jahreszeiten Wasser führen kann, weshalb wir vorsichtig gehen müssen, um nicht auszurutschen. Nach wenigen Minuten kommen wir zu einer offenen Stelle ohne Vegetation und kurz darauf zum Hafen Port des Canonge. Auf Stufen gelangen wir zu einem Aussichtpunkt über die Hafenbucht. Hier sehen wir einige Anlegestellen auf der rechten Seite und links Rampen aus Holzbalken, auf denen die Boote hochgezogen werden können. Wenn wir den asphaltierten Weg erreichen, liegt der Ortskern mit einigen alten Häusern direkt vor uns und die Wohnsiedlung im Anschluss daran. Hier können wir eine kleine Rast einlegen und dann den Rückweg zum Ausgangspunkt unserer Route antreten.
Der Strand von Son Bunyola hat keinen Sand. Es handelt sich vielmehr um eine der typischen Buchten an der Nordküste Mallorcas mit Kieselsteinen. Die kleinen Steine sind durch Erosion aus Felsstücken entstanden, die Tag für Tag den Wellen ausgesetzt sind. Die ständige Reibung hat sie glatt ohne scharfe Kanten und rund oder länglich geformt. Die Kraft der Wellen treibt während der Nordstürme auch größere Steine an den Strand, weshalb sich das Aussehen der Bucht je nach Wetter ändert und mal größere und mal kleinere Steine aufweist. Zwischen den Kieselsteinen finden sich auch rötliche Steine mit rauer Oberfläche. Es handelt sich um Fragmente von Quarz und roten Lehmen, die Buntsandstein genannt werden. Diese Felsreste stammen aus der unteren Schicht der Germanischen Trias und sind rund 250 Millionen Jahre alt. Sie können fossile Einschlüsse (Trittsiegel) enthalten, die möglicherweise von kleinen Sauriern (Chirotherium) stammen, den Vorfahren der Dinosaurier. Eine große Steinplatte mit solchen Trittsiegeln ist im Gebäude Guillem Colom i Casasnovas der Universitat de les Illes Balears zu besichtigen. Die ältere Generation kannte diese Felsen als “Schleifsteine”, weil man mit ihnen, wenn man sie mit Wasser begoss, Messer schärfen konnte. Vielleicht befindet sich ja in einem Haushalt noch ein Schleifstein aus diesem Material.

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Itinerari de ses Sínies

Dificultad:Niedrig
Distancia:4.7 km (nur Hinweg)
Duración:2 h

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Die öffentliche Finca Galatzó liegt im Gemeindegebiet von Calvià und erstreckt sich über das Tal zwischen dem Puig de Galatzó und den umliegenden Bergen. Geheimnisvolle Berge, wenn man der Überlieferung Glauben schenken will: Um diese Gegend ranken sich Geschichten von Geistern und Erscheinungen, von Verfolgungen und Hinrichtungen, oder auch von einer seltsamen Anziehungskraft, die das Verhalten von Mensch und Tier beeinflussen soll. Die Finca befindet sich seit Mai 2006 in Besitz der Gemeinde.

Etapas

Zur Finca gelangen wir auf der Landstraße Ma-1032, die Es Capdellà mit Galilea verbindet. Beim Kilometerpunkt 2 befindet sich links eine Abzweigung, auf der man nach 600 Metern auf einem nicht asphaltierten Weg den Eingang zur Finca erreicht. Das Landschaftsbild der Finca wird vom Puig de Galatzó geprägt, der mit seinen 1.025 Metern Höhe von überall aus zu sehen ist. Unsere Strecke führt nach Norden zum Tal zwischen den Bergen Muntanyes de s’Esclop und dem Puig de Galatzó. Die Wanderung beginnt vor den Häusern der Possessió, wo wir zur Fassade rechts gehen. Wir kommen an einer der typischen, Porxo genannten Überdachungen auf Säulen vorbei und gelangen zu einem Trockensteinmauerweg, dem wir folgen. Die ganze Strecke ist mit Wegsteinen in oranger Farbe markiert. Der Weg führt durch ein unbewässertes Anbaugebiet für Bäume und Futterpflanzen. Die Menschenhand hat im Lauf der Zeit das Landschaftsbild der Finca genauso stark beeinflusst wie die Natur. Auf diesem ersten Streckenabschnitt ist das ebene Gelände ideal für die traditionelle unbewässerte Landwirtschaft. Die Hanglagen von Galatzó weisen auf den Eingriff des Menschen in Form von Terrassenfeldern hin, auf denen Oliven angebaut wurden, die heute jedoch von Kiefern eingenommen sind. In den Wäldern zeugen die Ranxos genannten Köhlerbezirke von der Bewirtschaftung der Gegend. Rechts vom Weg liegt der Wald Bosc de sa Madona und links der 281 Meter hohe Puig des Senyor. An der Kreuzung schlagen wir den Weg nach rechts ein. Der Weg nach links würde uns zur Quelle Font de sa Cometa führen, wo ein Stollenbrunnen und Tische zu Rast und Stärkung einladen.
Hier führt der Weg zu einer Talsenke mit der Bezeichnung Comellar de na Llaneres. An beiden Seiten des Wegs befinden sich Kalköfen und Köhlerbezirke. Die Köhler stellten aus dem Holz im Wald Holzhohle her und verkauften sie in den Dörfern als Brennmaterial. Sie pachteten beim Besitzer der Possessió ein Stück Wald, wo sie Holz sammeln und den Rotlo de la Sitja genannten Kohlenmeiler anlegen konnten. Häufig wurde mit Sachleistung gezahlt: Holz gegen Holzkohle. Der Rotlo de Sitja ist eine runde, flache Konstruktion, die einem kleinen, mit Steinen ausgelegten und mit Erde bedeckten Dreschplatz ähnelt. Auf diese kreisrunde Stelle wurden die Holzstücke zum Verkohlen aufgeschichtet. Ganz in der Nähe errichteten die Köhler ihre Hütten. Es handelt sich um ganz schlichte Gebäude aus Trockensteinmauern und Dissdach mit einer einzigen Eingangsöffnung in Richtung des Kohlenmeilers, von wo aus der Herstellungsprozess überwacht werden konnte. Der Brennvorgang dauerte sieben bis zehn Tage. In dieser Gegend gibt es in der Nähe der Kohlenmeiler zwei Kalköfen. Die Kalkbrenner fanden hier alle erforderlichen Elemente zur Kalkherstellung vor: Kalkstein und Holz. Die Nähe des Wildbachs Torrent de Galatzó versorgte sie zudem mit Wasser.
Der Weg führt einen Wildbach entlang und das Gelände wird schroffer. Auch die Vegetation hat sich verändert: Wir haben den Wald hinter uns gelassen und jetzt herrschen Diss (Ampelodesmos mauritanica) und Zwergpalmen (Chamaerops humilis) vor. Dennoch stoßen wir immer wieder auf Kohlenmeiler und Kalköfen. Wenn man bedenkt, dass beide Elemente immer an Stellen mit viel Holz und Stein errichtet wurden, kann man davon ausgehen, dass hier früher Wald stand. Wahrscheinlich haben zu intensive Nutzung und die Auswirkungen eines Waldbrandes zu dieser Veränderung geführt. Nach kurzer Entfernung kommen wir, ohne den Weg zu verlassen, an einem Köhlerbezirk vorbei, der im Jahr 2007 von der Werkstätte Escola Taller d’Ocupació Galatzó restauriert wurde. Ein Freizeitareal ist ebenfalls vorhanden.
Der Weg führt weiter bis Ses Sínies, wo wir erneut auf Spuren von menschlichen Aktivitäten in Form einer Köhlerhütte, einer Kleinbauernhütte und einem Kohlenmeiler treffen. In etwas weiterer Entfernung befindet sich ein Brunnen mit Tränke. Roter wurden Personen genannt, denen ein Feldstrich (Rota) innerhalb eines Eigentums zur Bewirtschaftung überlassen wurde. Jährlich musste der Kleinbauer Roter dem Besitzer der Possessió einen Teil der Erzeugnisse seines Feldstrichs abgeben oder als Gegenleistung bestimmte Arbeiten wie Landsäuberungen oder Trockensteinmauerreparaturen ausführen. Die Rotes genannten Feldstriche sind wenig fruchtbar oder liegen in weiter Entfernung von den Cases de Possessió. Die noch erhaltenen Überreste von Behausungen lassen darauf schließen, dass das Leben eines Roter ziemlich mühsam gewesen sein musste. Sie verfügten lediglich über einfache Behausungen aus Trockensteinmauern mit einem Kamin als einzigen Luxus.
Rechts vom Brunnen weist uns ein Schild den Weg zum Aussichtspunkt Mirador de ses Sínies. Dort bietet sich uns eine interessante Aussicht: Von links nach rechts sehen wir Ses Males Roques, Comellar des Lladres, Moleta Rasa, Puig de Galatzó und die Serra de na Burguesa sowie unter uns das Tal Vall de Galatzó. Die Vegetation wird hier von Sträuchern wie der Zwergpalme (Chamaerops humilis) dominiert, einer heimischen Palmenart mit kleinen, adstringierend wirkenden Datteln, sowie von Wacholder (Juniperus oxycedrus) mit spitzen, blassgrünen Blättern und Wildem Olivenbaum (Olea europaea subsp. sylvestris) mit silberfarbenen Blättern. Klettersträucher wie die Raue Stechwinde (Smilax aspera) klammern sich überall ans Gelände. Häufig zu sehen sind auch die Montpellier-Zistrose (Cistus monspeliensis), der duftende Rosmarin (Rosmarinus officinalis) und die Baumheide (Erica arborea).
Nachdem wir die wunderbare Aussicht vom Aussichtspunkt aus genossen haben, kehren wir zum Brunnen Pou de ses Sínies zurück. Links zweigt ein markierter Pfad ab, der uns zur Siedlung Ses Sínies mit den Navetes genannten, schiffsrumpfartigen Bauwerken führt. Es handelt sich um eine Siedlung aus der Bronzezeit zwischen 1.700 und 900 v. Chr. mit länglichen Steinkonstruktionen, die als Behausung dienten. Nur eine dieser Strukturen ist noch erkennbar, die anderen wurden von der Vegetation überwuchert. Dennoch haben die Überreste die Fachwelt zu der Annahme gebracht, dass es sich um eine dauerhafte Siedlung mit zahlreichen Einwohnern gehandelt haben muss. Vor hier können wir zwei verschiedene, ebenfalls markierte Routen einschlagen, die uns zum Gipfel von Mola de s’Esclop und zum Gipfel des Puig de Galatzó auf einer Variante des Fernwanderwegs GR-221 führen. Der Puig de Galatzó und der Mola de s’Esclop sind die beiden ersten hohen Südgipfel der Serra de Tramuntana. Beide zeichnen sich dadurch aus, dass dort zahlreiche endemische Pflanzenarten heimisch sind, wie zum Beispiel das Vierblättrige Kleeblatt (Lotus tetraphyllus) und die Kreuzdorn-Art Rhamnus bourgeanus, für die es keine Bezeichnung in deutscher Sprache gibt.

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Les fonts Ufanes

Dificultad:Niedrig
Distancia:2.9 km (Rundweg)
Duración:45 min
Recomendaciones:-

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Das Landgut Gabellí Petit, in der Nähe der Kapelle Sant Miquel de Campanet, hat wunderschöne Landschaften zu bieten und wir können zu jeder Jahreszeit einen angenehmen Spaziergang genießen. Zudem gibt es hier ein wirklich überraschendes hydrogeologisches Phänomen zu bestaunen: Die Quellen Fonts Ufanes. Aus diesem Grunde sind die 50,2 Hektar des öffentlichen Landguts und ein Teil der benachbarten Privatgrundstücke zum Naturschutzgebiet mit der Kategorie Naturmonument erklärt worden. Um diese einzigartige Natur zu bewahren, erwarb die Umweltschutzbehörde der balearischen Regionalregierung das Landgut im Jahr 2005. Das öffentliche Landgut Gabellí Petit kann das ganze Jahr über von 10 bis 17 Uhr besucht werden. Wenn die Quellen sprudeln, läuft das Wasser frei über viele Teile des Weges, weshalb es ratsam ist, entsprechend wasserfeste Schuhe zu tragen.

Etapas

Der Eingang zur Finca Gabellí Petit befindet sich neben der ehemaligen Kapelle Ermita de Sant Miquel in weniger als einem Kilometer Entfernung vom Ortskern von Campanet. Der Weg führt am Wildbach Torrent de Sant Miquel entlang durch Felder. Links sind die Häuser der Possessió de Gabellí Gran und der Possesió de Gabellí Petit zu sehen, von wo aus beide Anwesen geleitet wurden. Nach rund 30 Metern teilt sich der Weg, aber beide Optionen führen zu den sprudelnden Quellen, der Weg rechts ist lediglich etwas ebener. Nach rund 20 Minuten erreichen wir eine kleine Brücke über den Wildbach Torrent de Teló. Eine kleine Toröffnung aus Marès-Stein kennzeichnet den Anfang des Steineichenwalds. Dieser schattige und feuchte Wald mit üppig wuchernder Vegetation versetzt uns in eine Märchenwelt voller Magie und kleinen Schätzen, die in den verschiedenen Jahreszeiten entdeckt werden können. Wir bleiben auf dem markierten Weg, um die im Steineichenwald lebenden Tierarten nicht zu stören. Die Steineichen (Quercus ilex) wachsen in Gemeinschaft mit Unterholz aus Mastix-Strauch (Pistacia lentiscus), Erdbeerbaum (Arbutus unedo), Myrte (Myrtus communis), Immergrünem Kreuzdorn (Rhamnus alaternus) und Mittelmeer-Brombeere (Rubus ulmifolius). Hier und dort sind die Äste von Rauer Stechwinde (Smilax aspera) überwuchert, die sich in dornigen Lianen hochrankt, sowie von der balearischen Variante der Waldrebe (Clematis cirrhosa var. balearica). Im Frühjahr spitzen die Blüten des Balearen-Alpenveilchens (Cyclamen balearicum) zwischen dem Laub hervor. Am Ufer der Wasserläufe wird der Wald artenreicher und die Steineichen vermischen sich mit Bäumen, die gerne am Wasser wachsen, wie zum Beispiel die Feldulme (Ulmus minor) und die Schmalblättrige Esche (Fraxinus angustifolia). Im dichten Geäst fühlt sich eine Vielzahl von kleinen Vögeln besonders wohl. Wir lauschen dem Tschilpen und Tack-Tack der Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla) und auch eine Gruppe von Sommergoldhähnchen (Regulus ignicapilla) lässt nicht lange auf sich warten, die uns mit ihrem Gesang erfreuen und mit akrobatischen Bewegungen winzige Insekten in den Blättern der Steineichen jagen. Im Unterholz dominiert der Zaunkönig (Troglodytes troglodytes), dessen Nest in Form einer mit Moos und Flechten ausgekleideten Kugel dank der perfekten Mimesis bestimmt unentdeckt bleibt. Die Buchfinken (Fringilla coelebs) sind mit ihrem Gesang allgegenwärtig und suchen auf dem Boden nach Samen, Insekten, Stücken von Eicheln etc. Wenn wir aufmerksam lauschen, können wir ein Rascheln im Laub am Boden hören. Die Lösung des Rätsels kommt mit dem entrüsteten Protestgeschrei der Amsel (Turdus merula), das durch den Wald hallt.
Der Weg führt uns ohne Abzweigungen zu den ehemaligen Schattenplätzen für das Vieh auf der Finca, die zum Interpretationszentrum umgebaut wurden. Das Zentrum verfügt über einen Raum für audiovisuelle Inhalte, einen Raum für Wanderausstellungen sowie barrierefreie öffentliche Toiletten. Beim Verlassen des Interpretationszentrums weist uns ein Hinweisschild rechts den Weg zu zwei interessanten Stellen: ein Talayot als Zeuge ehemaliger menschlicher Besiedelung dieser Gegend und der Wildbach Torrent de Biniatró. Vom Talayot ist lediglich der Eingang aus drei großen Steinplatten erhalten, während die übrigen Steine formlos aufgehäuft sind. Wir können jedoch die ehemalige Größe erahnen und uns vorstellen, dass die Bauarbeiter mit dem Bewegen der riesigen Steine bestimmt viel Arbeit gehabt haben. Wenn wir dem Weg einige Minuten weiter folgen, kommen wir zum Wildbach Torrent de Biniatró, der Wasser von den Hängen der naheliegenden Berge der Serra de Tramuntana führt, die die Grenzen des Gemeindegebiets von Campanet zu jenen von Escorca und Selva bilden, wie Sa Carrasca (477 m), Serra des Pas d’en Bisquerra und Puig de Ca de Son Monjo (271 m).
Wenn wir auf dem Weg links weitergehen, erreichen wir bald eine der interessantesten Stellen, wo die Quellen Fonts Ufanes an manchen Tagen sprudeln. Wie lässt sich dieses aufsehenerregende Phänomen erklären? Das hydrogeologische Becken der Quellen erstreckt sich über eine 46 Quadratkilometer große Fläche mit sehr durchlässigem Kalkstein in den oberen und undurchlässigem Gestein in den tieferen Schichten. Im Süden dieses Beckens befindet sich eine Verwerfung oder Bodenfraktur, die von Nordosten nach Südwesten verläuft und die Grenzlinie zwischen durchlässiger und undurchlässiger Schicht bildet. Bei Regen dringt das Wasser bis zum Wasserspiegel des Wasserlaufs ein und füllt Fels, Poren, Risse und hohle Stellen. Da die Unterschicht des Wasserlaufs aus undurchlässigem Material besteht, sammelt sich das Wasser und kann nicht weiter eindringen. Der Wasserspiegel des Wasserlaufs steigt an, wenn sich nach ausgiebigen Regenfällen das Wasser aus dem ganzen Becken staut Geologischer Querschnitt zur Erklärung der Quellen Fonts Ufanes. Regionalregierung der Balearen und Spanisches Institut für Geologie und Bergbau (IGME). und der Wasserlauf kein Wasser mehr aufnehmen kann. Dann sprudelt das Wasser aus den Quellen, die sich auf einer Linie in den tiefer gelegenen Wasseraustrittstellen des Landstrichs der Verwerfung entlang anordnen. Die beiden wichtigsten Quellen heißen Ufana Grossa und Ufana Petita. Bei Starkregen ist der Wasserlauf so voll, dass Wasser aus weiteren Rissen und kleinen Austrittsstellen im ganzen Steineichenwald sprudelt. Nach einer solchen Entleerung sinkt der Wasserspiegel erneut und die Quellen versiegen bis zu den nächsten starken Regenfällen.
Das Wasser der Quellen Fonts Ufanes fließt im Wildbach Torrent de Teló weiter und vereint sich in der Nähe der Kapelle Ermita de Sant Miquel mit dem Wildbach Torrent de Biniatró und dem Wasser aus weiteren Bächen in der Umgebung. Ab hier erhält der Wildbach die gleichnamige Bezeichnung Torrent de Sant Miquel, fließt zur Ebene Pla de sa Pobla durch bestelltes Land und speist die Wasserläufe des hydrogeologischen Beckens bis zum Naturpark Parc Natural de s’Albufera von Mallorca. Die Ufervegetation am Torrent de Sant Miquel besänftigt den Wasserlauf, begünstigt das Eindringen des Wassers in den Boden und schützt vor Erosion. Bei Erreichen von S’Albufera vereint sich der Bach mit dem Torrent de Muro und Sa Siurana. Ein Teil des Wassers wird über die Hauptkanäle ins Meer geleitet, während ein anderer Teil mit Nebenkanälen verteilt wird und das Feuchtgebiet bewässert. Auch dieses Wasser erreicht das Meer, jedoch um einiges langsamer und ermöglicht so die Aufrechterhaltung der biologischen Zyklen in diesem Feuchtgebiet. Das eindringende Wasser speist die Brunnen und tritt aus den Ullals genannten Stellen aus, die ebenfalls den Wasserspiegel des Naturparks aufrecht erhalten.
Der Weg führt uns kurze Zeit später aus dem Steineichenwald heraus. Ab hier fällt er sanft zum Ausgang der Finca ab. Auf der rechten Seite bleiben die Häuser und Felder von Gabellí Gran zurück, die heutzutage der Landwirtschaft und als Weideland dienen. Auf dem ebenen Gelände von Gabellí Petit hinter dem Steineichenwald wachsen Johannisbrotbäume. Der Johannisbrotbaum (Ceratonia siliqua) ist typisch für den unbewässerten Landbau auf Mallorca, weil er in Bezug auf Bodenqualität und Pflege ziemlich anspruchslos ist. Der Anbau reicht weit zurück und seine Ursprünge sind nicht bekannt. Das Holz des Johannisbrotbaums wurde traditionell als Brennmaterial verwendet. Die Frucht dient als Viehfutter und das Carob genannte Fruchtfleisch wird heutzutage auch als Kakaoersatz bei der Herstellung von Schokolade verwendet. Die Samen erlangten während des Spanischen Bürgerkriegs und der Nachkriegszeit, als das Land international isoliert war, eine gewisse Bedeutung für die menschliche Ernährung als Kaffeeersatz. Zudem wird daraus Johannisbrotkernmehl hergestellt, das als Verdickungsmittel für Speiseeis, Suppen, Saucen und Erfrischungsgetränke zum Einsatz kommt. Des Weiteren lässt sich daraus Phytat gewinnen, das reich an Spurenelementen, Aminosäuren sowie Vitamin A und B ist. Die Einnahme von Phytat senkt das Risiko von Nierensteinen. Der Weg mündet nun erneut in den Abschnitt, auf dem wir den Hinweg angetreten haben. Auf ihm gelangen wir zum Eingang der Finca zurück.

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Camí de cala Figuera

Dificultad:Niedrig
Distancia:944 m
Duración:30 min

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In Cala Figuera schlagen wir Ihnen eine ganz einfache Route vor. Dabei soll dieses Mal nicht eine große Wanderung im Vordergrund stehen, sondern wir wollen unsere Aufmerksamkeit auf die Tier- und Pflanzenwelt lenken, die man an einem Strandtag an der Tramuntana-Küste entdecken kann. Diese Gegend wurde als Beispiel für das gewählt, was man auch an zahlreichen anderen Küstenbereichen der Serra de Tramuntana finden kann. Cala Figuera liegt im Gemeindegebiet von Pollença am Nordende der Serra. Dorthin gelangen wir auf der Landstraße PM-221 von Port de Pollença zum Cap de Formentor. Kurz vor dem Tunnel steht am Kilometerpunkt 12,7 ein Schild, das den Beginn der Route kennzeichnet.

Etapas

Anfangs gehen wir durch ein Kiefernwäldchen. Je weiter wir abwärts gehen, desto mehr verändert sich die Vegetation und Diss (Ampelodesmos mauritanica) sowie einige Zwergpalmen (Chamaerops humilis) wachsen an den Hängen links und rechts von uns. Hier bietet sich uns die Gelegenheit, in Meeresnähe auf so unwirtlichem Gelände wachsende Pflanzen zu entdecken. Diese Pflanzen müssen nicht nur der salzhaltigen Luft standhalten, sondern auch den sonnenarmen Wintern und den Sommern mit starker Sonnenstrahlung. Die spontanen genetischen Veränderungen (Mutationen) führen zu morphologischen, physiologischen und biochemischen Veränderungen, oder aber auch zu Verbesserungen bei der Fortpflanzungsstrategie, was wiederum in stärkeren und widerstandskräftigeren Exemplaren zum Ausdruck kommt, die sich an die ungünstigen Bedingungen angepasst haben. Ein Bespiel dafür ist der Meerfenchel (Crithmum maritimum), der dank seiner dicken fleischigen Blätter besonders viel Wasser speichern kann. Durch die Dicke der Blätter und ihre abgerundete Form ist die Oberfläche der Pflanze weniger dem Wind ausgesetzt und verliert somit weniger Wasser. Zudem ist sie in der Lage, auch bei einer hohen Salzkonzentration im Boden zu keimen. Ein anderes Beispiel für die Vegetation am Wegrand ist der Strandflieder (Limonium spp.). Er bildet eine Art von Polster und nutzt die ins Geflecht fallenden Blätter erneut als eigenes Substrat. Beim Zerfall liefert es der Pflanze den benötigten organischen Dünger. Zudem ist diese Art in der Lage, Salzüberschuss über die Blätter auszuscheiden, wodurch für die Pflanze unschädliche Salzkonzentrationen aufrecht erhalten werden. Im Laufe der Evolution hat die Socarrells genannte Strauchart (Launaea cervicornis), für die es keine deutsche Bezeichnung gibt, mit der Weise, den Wind für die Verteilung von Samen zu nutzen, eine kuriose Fortpflanzungsstrategie entwickelt. Der Samen dieser endemischen Art, die als dorniges Polster wächst, ist mit einer Art von kleinen Federn ausgestattet. Bei Wind verteilen sich die Samen somit besonders leicht und es besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, in eine Ritze mit etwas Erde zu gelangen, um wurzeln zu können. Ein anderes Zeichen für die Anpassungsfähigkeit dieser Pflanzenart an die Umweltbedingungen sind die kleinen Blätter, die Wasserverlust vermeiden.
Auch die Meeresvögel haben sich an die extremen Umweltbedingungen angepasst. Die Schwimmhaut zwischen den Zehen ermöglicht es ihnen, sich geschickt auf dem Wasser fortzubewegen. Durch das wasserundurchlässige Gefieder am Körper können sie direkt vom Wasser aus zum Flug ansetzen. Viele verfügen am Kopf in Augennähe über Drüsen, die den Salzüberschuss ausscheiden, den sie mit Wasser und Futter aufnehmen. Diese Anpassung ist auch bei Meeresschildkröten gegeben. Die Möwe ist einer der bekanntesten Meeresvögel. Häufig ist ein Schwarm von Mittelmeermöwen (Larus michahellis) zu sehen. Etwas kleiner und mit rotem Schnabel ausgestattet ist die Korallenmöwe (Larus audouinii), die als bedrohte Tierart im nationalen Verzeichnis aufgenommen wurde. Im Gegensatz zur Mittelmeermöwe ist sie nicht so gesellig und tritt häufiger alleine oder paarweise auf. Sie bevorzugt niedrige Felsenküsten mit kleinen Buchten. Eine weitere Vogelart, die häufig an der Felsküste mit ihren Vorsprüngen anzutreffen ist, ist die Krähenscharbe (Phalacrocorax aristotelis). Die Art ist am schwarzen Gefieder der erwachsenen und am gräulichen Farbton mit weißem Brustgefieder der Jungtiere zu erkennen. Ihr Brutkleid ist besonders auffällig. Ein Merkmal dieser Vogelart ist, dass sie kein wasserdichtes Gefieder hat. Somit breitet sie nach dem Fischfang die Flügel in der Sonne zum Trocknen aus. Vom Weg aus kann auch ab und zu ein Balearischer Sturmtaucher (Puffinus mauretanicus) beobachtet werden. Es handelt sich um eine endemische Art der Balearen, die das seichte Wasser der kontinentalen Platte bevorzugt, um sich von in Schwärmen auftretenden pelagischen Fischen zu ernähren. Dieser Meeresvogel fliegt meist in großen Gruppen nahe der Wasseroberfläche.
Er Weg führt zu einer kleinen ebenen Stelle mit Sicht auf die Bucht. Zwei Stufen führen zur Bucht mit abgerundeten Steinen. Rechts erhebt sich majestätisch der Puig Fumat und links der Morro de Catalunya. Die beidseitigen Felshänge genießen die höchste Schutzstufe in der Naturlandschaft der Serra de Tramuntana. Es handelt sich um Rückzugsgebiete für empfindliche, bedrohte oder spezielle Pflanzen und Tiere, die besondere Schutzmaßnahmen benötigen. In der Bucht angelangt gehen wir zu den Steinplatten zu unserer Linken. Hier können wir sehen, dass, auch wenn es noch so unwahrscheinlich ist, die Felsen das ideale Gelände für Niederlassung und Entwicklung von Lebewesen sind. Hier finden sie solides Substrat, gutes Licht und viel Sauerstoff. Der einzige Nachteil sind die aufschlagenden Wellen. Bei genauerer Betrachtung, wie das Wasser die Felsen erreicht, lassen sich zwei Bereiche unterscheiden: Zum weiter entfernten Bereich gelangen nur Spritzer der sich brechenden Wellen, während der andere Bereich fast durchgehend von Wasser bedeckt ist. Diese Bereiche werden Supralitoral und Sublitoral genannt. Die hier angesiedelten Organismen halten der Wellkraft stand und überdauern auch Zeiten außerhalb des Wassers. Die Gestreiften Strandschnecken (Littorina sp.) zum Beispiel bilden kleine Gruppen in Rissen und winzigen Hohlräumen im Fels. Diese Weichtiere sondern eine schleimige Substanz ab, mit der sie am Felsen haften. Auf diese Weise halten sie den sich ankommenden Wellen stand und vermeiden zugleich die Austrocknung. Ein anderes Beispiel sind die Napfschnecken (Patella sp.) mit ihrem harten Gehäuse in Form einer abgeflachten Pyramide mit scharfem Rand. Die einzelnen Exemplare passen sich perfekt in Felsöffnungen ein. Von ihrer Stelle aus entfernen sie sich nur wenig, um sich von den Algenteppichen in der Nähe zu ernähren. Diese Tiere klammern sich mit einem fleischigen Fuß, der als Saugnapf wirkt, fest an die felsige Oberfläche. Des Weiteren treffen wir auf Tiere, die normalerweise in diesen Bereichen weiden und Nahrung suchen, sich jedoch bei ungünstigen Bedingungen unter die Wasseroberfläche zurückziehen, darunter die Landassel (Ligia italica) oder die Felsenkrabbe (Pachygrapsus marmoratus). Das Aufsammeln von Meeresschnecken, Napfschnecken und Krebsen ist übrigens verboten (Dekret 69/1999 vom 4. Juni zur Regelung der Sport- und Freizeitfischerei in Binnengewässern der Balearen. Amtsblatt BOCAIB Nr. 80). Andere Arten haben eine weiche und elastische Konsistenz, wodurch sie, ohne sich vom Felsen zu lösen, den Wellenbewegungen folgen können. Dies ist der Fall bei vielen Algenarten wie zum Beispiel dem Meersalat (Ulva lactuca) oder der Adriatischen Braunalge (Fucus virsoides). Die Flechten hingegen, die an Felsen wachsen, auf die die Gischt der Wellen spritzt, sind fest mit dem Substrat verbunden und bilden Krusten. Den waagrechten Streifen, den wir an vielen Felshängen sehen können, bildet die Flechte Verrucaria adriatica, die so fest mit dem Fels verbunden ist, dass sie nicht unbeschadet abgelöst werden kann.
Cala Figuera ist als Ort von gemeinschaftlicher Bedeutung (LIC) Teil des Netzwerks Natura 2000, das Schutzgebiete gemäß der FFH-Richtlinie (92/43/EWG) ausweist, um die Biodiversität in Europa zu bewahren. Die einzelnen Gebiete bilden das Habitat für gefährdete wildlebende heimische Pflanzen- und Tierarten. Der LIC Cala Figuera wurde aufgrund des Vorkommens von Neptungras (Posidonia oceanica) und Großem Tümmler (Tursiops truncatus) unter Schutz gestellt. Neptungras bildet laut der Richtlinie ein besonders schützenswertes Habitat. Es handelt sich um eines der wichtigsten mediterranen Ökosysteme. Die Seegraswiesen sind zum einen Primärproduzenten und bilden zum anderen einen reichhaltigen Lebensraum, weil sie anderen Arten Schutz und Nahrung bieten. Somit ist es besonders wichtig, das Neptungras zu erhalten. Die Großen Tümmler sind häufige Besucher an unseren Küsten. Diese Meeressäuger wagen sich nahe an das Ufer heran und sind somit auch besonders stark den menschlichen Aktivitäten ausgesetzt.

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Volta al puig des Tossals Verds

Dificultad:Hoch
Distancia:10,5 Km
Duración:4 h
Recomendaciones:Für diese Route muss man körperlich fit sein, gute Schuhe tragen und Wasser und in den Wintermonaten warme Kleidung dabei haben

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Dieser Weg bietet alle notwendigen Bestandteile, um die Berge im Naturschutzgebiet Serra de Tramuntana zu genießen: eine unbestreitbar schöne Landschaft, die Spuren der früheren Arbeiter in der Serra, eine bedeutende biologische Vielfalt, das zauberhafte Plätschern des Wassers im Wildbach Es Prat ... Kurz, ein Gebiet, wo man auch heute noch Vögel in der Luft beobachten und ihr Zwitschern hören kann. Für diese Route muss man körperlich fit sein, gute Schuhe tragen und Wasser und in den Wintermonaten warme Kleidung dabei haben. Folgen Sie immer den Wegweisern aus Stein bis zur Schutzhütte Es Tossals Verds und auf dem Rückweg den Hinweisschildern der GR-221.

Etapas

Der Weg beginnt im Ausflugsbereich von Font des Noguer, am Kilometerpunkt 33,8 der Landstraße Ma-10 von Andratx nach Pollença. Auf der rechten Seite sehen wir eine olztreppe, auf der wir vorsichtig hinaufsteigen. Nach etwa fünfzig Metern stößt der Weg auf eine Trockensteinwand und führt nach links in Serpentinen bergauf. Wenn wir die Coma des Ases hinaufgehen, können wir von oben das blaugrüne Wasser des Stausees sehen und es fällt schwer, sich vorzustellen, dass diese Flächen früher von Getreidefeldern bedeckt waren. Das Landgut Cúber bestand schon vor der Herrschaft der Sarazenen. Diese Ortsbezeichnung wurde früher Qulber geschrieben und stammt aus der Zeit vor den Arabern, im Gegensatz zu den benachbarten Landgütern Almallutx (Almelug), Binimorat (Benimoratgi) oder l’Ofre (Alofra). Nachdem König Jaume I Mallorca erobert hatte, war das Gebiet der Muntanyes der Teil der Insel, den der König für sich behielt und dann unter seinen Mitstreitern bei der Eroberung verteilte. Im Llibre del repartiment, dem Aufteilungsverzeichnis, erscheint das Gut mit einer Fläche von fünfzehn Jovades (die Jovada war ein landwirtschaftliches Flächenmaß, das dem Stück Land entsprach, das ein Ochsenpaar an einem Tag pflügen konnte, nämlich etwa 11,36 Hektar). Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war Cúber ein großes Landgut, das sich hauptsächlich der Landwirtschaft und extensiven Schafszucht widmete. Die landwirtschaftliche Nutzung war auf den unteren Teil des Tals konzentriert, wo die beste Erde für Weideland und Getreideanbau vorhanden war. Bei der Überschwemmung des Cúber-Tals im Jahr 1972 wurden die Häuser dieses Guts, die Felder und die Weiden zerstört und die Landwirtschaft in der Gegend wurde aufgegeben. Seit 1989 gehört das Landgut der balearischen Regierung, von der es betrieben und verwaltet wird. Die städtischen Wasserwerke von Palma, die Empresa Municipal de Agua y Alcantarillado del Ayuntamiento de Palma (EMAYA), sind für die Verwaltung und Instandhaltung des Stausees zuständig, und diese Kanalisierung des Wassers ermöglicht die Versorgung der Stadtgebiete.
Wenn der Weg am Gipfel ankommt, müssen wir durch ein offenes Tor in einer Trockensteinmauer gehen. Aber zuvor sollte man auf jeden Fall stehen bleiben und das Bild der Berge mitten im Herzen der Tramuntana tief in sich ufnehmen. Wir folgen den Wegweisern hinab über die Coma des Ases. Wenn wir dann zum Bergsattel kommen, der vollkommen dem Wind ausgesetzt ist, können wir ein gutes Beispiel der typischen Hochgebirgsvegetation auf Mallorca sehen, darunter die Balearen-Stechwinde (Smilax aspera subsp. balearica), die aussieht wie ein Kissen. Achten Sie darauf, wie winzig ihre Blätter sind, manchmal hat sie auch gar keine. Die riesigen Flächen mit Dissgras (Ampelodesmos mauritanica) beherrschen die Landschaft. Diese Pflanze hat im Laufe der Zeit von der Gewohnheit profitiert, dass sie abgebrannt wurde, um Viehweiden zu gewinnen, da sie leicht brennt und die Fähigkeit hat, schnell wieder nachzuwachsen. Weiter vorne kommen wir dann an vereinzelte Dissgrasflecken und Reste von Steineichenhainen auf Lapiaz-Gestein, mit dem einen oder anderen großen Wacholderstrauch (Juniperus oxycedrus). Kurz, bevor wir zum Pas Llis kommen, sollten wir eine kleine Pause machen und die Balearen-Buchsbäume (Buxus balearica) bewundern. Dabei handelt es sich um pflanzliche Überreste einer üppigen Flora aus vergangenen Zeiten. Heute ist diese Art in der Liste der vom Aussterben bedrohten Spezies auf den Balearen verzeichnet und steht unter speziellem Schutz. Wir können sie an ihren ovalen, glänzenden Blättern mit gelegentlich dumpfer grüner Farbe erkennen, die vom Wind ausgemergelt sind und im Sommer einen rötlichen Farbton annehmen. Das harte Holz ist sehr beliebt zur Herstellung von Löffeln und auch für Tischlerarbeiten.
Wir gehen weiter, bis wir zum Pas Llis (flacher Übergang) kommen. Es ist leicht verständlich, woher dieser Name stammt. Der Übergang ist nicht sehr schwierig und außerdem wurde ein Stahlseil angebracht, das uns beim Aufstieg hilft. Man sagt, dass man in der Johannisnacht von hier aus die kleinen Lichter der Hexen sehen kann, wenn sie auf einem aus Gold gesponnenen Garn vom Puig de s’Alcadena zum Puig de Alaró schweben. Nach kleineren An- und Abstiegen über ein jetzt felsigeres Gelände kommen wir zum Olivenhain von Es Tossals Verds, ein Beispiel der gelungenen Ausgewogenheit zwischen Natur und landwirtschaftlicher Nutzung. Kurz darauf stoßen wir vor einer Felswand auf einen quer verlaufenden Weg. Dort biegen wir nach rechts ab und gehen an einem Holzgeländer entlang zum Refugio de Tossals Verds. Heutzutage bezeichnet dieser Name das Landgut, den Berg und die Gutshäuser. Das Wort Tossal bezieht sich auf eine “nicht sehr hohe, nicht sehr steile und nicht zerklüftete Anhöhe in einer Ebene oder isoliert von anderen Bergen”. Das Adjektiv Verds (grün) ist auf die Färbung urückzuführen, die das üppig wachsende Dissgras (Ampelodesmos mauritanica) einer Gegend verleiht, die den vorhandenen Dokumenten nach bereits sehr früh intensiv für die Viehzucht genutzt wurde.
Das Refugi de Tossals Verds wird vom Inselrat von Mallorca verwaltet und bietet die Möglichkeit, eine kleine Pause einzulegen. Wenn wir uns dann gestärkt haben, folgen wir den Wegweisern der GR-221 in Richtung zur Font des Noguer. Auf der linken Seite der Schutzhütte finden wir den gepflasterten Weg, der zu der Hochebene hinaufgeht, wo die früheren Häuser von Tossals stehen. Kurz davor kommen wir an einem Rotlo de sitja vorbei, ein gepflasterter Kreis, der zum Verbrennen von Holz und damit zur Gewinnung von Holzkohle verwendet wurde. Außerdem sehen wir eine mit Dissgras (Ampelodesmos mauritanica) gedeckte Baracke, die Behausung des Köhlers und seiner Familie. Diese Steingebäude erinnern uns daran, dass bis vor nicht allzu langer Zeit das Köhlergewerbe für die meisten Landgüter in der Serra von sehr großer Bedeutung gewesen ist. Am liebsten arbeiteten die Köhler in den Steineichenwäldern, denn das Holz der Steineichen ist hervorragend zum Gewinnen von Holzkohle geeignet. Deshalb finden wir die meisten Rotlos de sitja an den mit Steineichen bewachsenen Hängen.
Wir lassen Es Tossals hinter uns und gehen in den dichten Steineichenwald auf dem öffentlichen Landgut Coma des Prat. Wir müssen den Gebirgsbach Torrent des Prat überqueren und steigen dazu vorsichtig von einem Stein auf den nächsten, um nicht ins Wasser zu fallen. Gelegentlich können wir hier ein kleines, rundliches Sommergoldhähnchen (Regulus ignicapilla) mit seinem orangefarbenen oder gelben Federkamm auf dem Kopf und seinen grünen Flügelchen mit blassen Flecken beim Trink beobachten. Schwerer zu sehen, aber leicht zu hören ist der laute Gesang des Zaunkönigs (Troglodytes troglodytes). Diese Vögel bauen ihre kugelförmigen Nester aus Moos, Spinnweben und kleinen Federn, und zwar häufig in Höhlen und Felslöchern. Daher kommt auch der wissenschaftliche Name “Troglodyt”. Kurz darauf überqueren wir den Gebirgsbach wieder, diesmal über eine Holzbrücke, und gehen bergauf, bis wir zu einer Wegkreuzung kommen. Wenn wir möchten, können wir kurz von unserer Route abweichen und zur Quelle namens Font des Prat de Massanella weitergehen, die das ganze Jahr über sprudelt und mit der Canaleta de Massanella kanalisiert wurde.
Danach kehren wir wieder zu unserer Route zurück und stoßen auf einen Wegweiser zum Coll des Coloms. Hier können wir eine Abzweigung nehmen, um zum Puig des Tossals Verds (1120 m) aufzusteigen. Unser eigentlicher Weg aber führt uns zu einem Zementkanal, einem Beispiel der Hydraulikstrukturen, mit dem Wasser vom Gorg Blau nach Cúber geleitet wird. Jetzt haben wir wieder einen eindrucksvollen Panoramablick auf den Stausee, den Puig Major, den Puig de ses Vinyes und den Morro d’Almallutx. Von hier aus fehlt nicht mehr viel bis zum Ende der Route. Wenn Sie im Frühling hier sind, wird Sie die intensive und leuchtende gelbe Farbe des stacheligen Dornginsters (Calicotome spinosa) auf diesem Streckenabschnitt des Rückwegs begleiten. Wenn wir dann in das Gebiet kommen, wo vor etwa dreißig Jahren eine Wiederaufforstung mit Schwarzkiefern (Pinus nigra) vorgenommen wurde, wissen wir, dass wir ganz in der Nähe unseres Ausgangspunkts sind. Aber bevor wir zur Font des Noguer kommen, sollten wir noch auf eine Steineiche achten, die ganz alleine in der Landschaft steht und auf die Berge blickt.

PARATGE NATURAL DE LA SERRA DE TRAMUNTANA

(Català) Finca pública de Menut

(Català)

Es tracta de la primera finca pública de la CAIB, declarada l'any 1927, juntament amb la finca pública de Binifaldó. Ha estat declarada refugi de caça, per la qual cosa s'hi prohibeix qualsevol modalitat cinegètica. Al seu interior s'hi troba el Centre Forestal de les Illes Balears (CEFOR). Superfície: 358,84 hectàrees. Situació: es troba ubicada al municipi d'Escorca, al sector central de la serra de Tramuntana, dins la vall de Lluc, a l'àmbit del Paratge natural de la Serra de Tramuntana. Com arribar-hi: l'accés principal a la finca és la carretera Ma-10 de Lluc a Pollença i el tram asfaltat del camí de Menut fins a les cases de Binifaldó i el coll des Pedregaret. Coordenades: 39.829104,2.898331.

PARATGE NATURAL DE LA SERRA DE TRAMUNTANA

(Català) Finca pública de Planicia

(Català)

La finca de Planícia fou adquirida pel Govern de les Illes Balears el febrer de 2009. La possessió de Planícia gaudeix d'una antiguitat considerable, ja que les cases apareixen esmentades al segle XIV. Destaca per la nidificació del falcó pelegrí i l'àguila calçada. També són nombroses les fonts que ragen dins la possessió. La més anomenada és la de sa Menta, una de les més importants del terme de Banyalbufar. El bosc de Planícia és un dels alzinars on es troba una major concentració de rotlles de sitja i barraques de carboner. Es parla de més de 150 rotlles, amb les seves barraques i diversos forns de pa. També hi trobam fins a set forns de calç a Planícia. És una finca d'especial interès botànic, amb riquesa d'endemismes i amb un gran número d'espècies de distribució reduïda. Destaquen l'estepa joana, l'eixorba-rates blanc, la didalera, la cossiada de penyal i l'eixorba-rates negre. Quant a la fauna, destaca la presència del ferreret, endèmic de l'illa de Mallorca. Superfície: té una extensió de 442 hectàrees. Situació: La possessió de Planícia està situada al municipi de Banyalbufar. Ocupa gran part del vessant nord-oest de la Mola de Planícia, ja que s'estén des del cim d'aquesta important elevació de 933 metres fins a la ribera de mar, dins l'àmbit del Paratge natural de la Serra de Tramuntana. Com arribar-hi: l'entrada de la finca es troba en el punt quilomètric 90,2 de la carretera de Pollença a Andratx (Ma-10). Coordenades: 39.670728,2.49424.

PARATGE NATURAL DE LA SERRA DE TRAMUNTANA

(Català) Finca pública de Cúber

(Català)

La finca pública de Cúber és considerada un dels espais més valuosos de les Illes Balears, i destaca a la seva zona central l'embassament del mateix nom. El Govern de les Illes Balears la va adquirir a l'any 1989 i actualment és també mont d'utilitat pública. Al 2001 Cúber va ser declarada refugi de caça, per la qual cosa s'hi prohibeix qualsevol modalitat cinegètica. Superfície: 362,6827 hectàrees, a les quals s'han d'afegir les 59,30 ha ocupades pel pantà de Cúber, propietat de l'Ajuntament de Palma. Situació: la finca pública de Cúber es localitza a l'extrem sud-occidental del municipi d'Escorca, al sector nord de la Serra de Tramuntana, dins l'àmbit del Paratge natural de la Serra de Tramuntana. Com arribar-hi: la carretera Ma-10 Pollença -Andratx travessa la finca pel seu extrem nord-oriental, cosa que permet l'accés rodat a la finca pública des de Lluc i des de Sóller. Entre els quilòmetres 33 i 34 es troben els dos accessos principals als usuaris de la finca: el primer a l'àrea recreativa de sa font des Noguer i camí de la canal, i l'altre, a l'aparcament de l'embassament, on s'accedeix al camí cap al refugi. Coordenades: 39.784664,2.789497

PARATGE NATURAL DE LA SERRA DE TRAMUNTANA

(Català) Finca pública de Binifaldó

(Català)

Es tracta de la primera finca pública de la comunitat autònoma, declarada l’any 1927, juntament amb la finca pública de Menut. La finca es troba declarada refugi de caça, per la qual cosa s’hi prohibeix qualsevol modalitat cinegètica. Superfície: 377,06 hectàrees. Situació: es troba ubicada al municipi d’Escorca, al sector central de la Serra de Tramuntana, dins la vall de Lluc, a l’àmbit del Paratge natural de la Serra de Tramuntana. Com arribar-hi: l’accés principal a la finca és pel camí de Valldemossa a Son Gallard. Coordenades: 39.829104,2.898331.

PARATGE NATURAL DE LA SERRA DE TRAMUNTANA

(Català) Finca pública de Son Moragues

(Català)

Superfície: 579,96 hectàrees. Situació: es localitza al sector occidental del massís del Teix al municipi de Valldemossa, dins l'àmbit del Paratge natural de la Serra de Tramuntana. Dins els seus límits es troben el puig Caragolí, el puig des Boixos i el puig Gros, tots ells de més de 900 m. Com arribar-hi: l'accés principal a la finca és pel camí de Valldemossa a Son Gallard. Coordenades: 39.726993,2.634659.

PARATGE NATURAL DE LA SERRA DE TRAMUNTANA

(Català) Finca Pública de Mortitx

(Català)

La finca pública de Mortitx fue declarada monte de utilidad pública en 1983, año en que su gestión quedó en manos del Gobierno de las Islas Baleares. La finca se encuentra declarada refugio de caza, por lo que se prohíbe cualquier modalidad cinegética. Superficie: 719,27 hectáreas. Situación: la finca pública de Mortitx se encuentra ubicada en el extremo costero más oriental del municipio de Escorca, en el sector norte del Paraje natural de la Sierra de Tramuntana. Como llegar: se accede a la finca pública por la carretera Ma-10 de Lluc a Pollença, en el km 10.3. Coordenadas: 39.887085, 2.902451.

PARATGE NATURAL DE LA SERRA DE TRAMUNTANA

(Català) Finca pública de Sa Coma des Prat

PARATGE NATURAL DE LA SERRA DE TRAMUNTANA

(Català) Finca pública  de Míner Gran

(Català)

La finca pública de Míner Gran va ser transferida des de l'Estat a la Comunitat Autònoma de les Illes Balears l'any 1984, mitjançant el Reial decret 1678/1984, d'1 d'agost, de traspàs de funcions i serveis de l'Estat a la Comunitat Autònoma de les Illes Balears en matèria de conservació de la natura. Un any abans havia estat declarada mont d'utilitat pública. La finca des de l'any 2001 es troba declarada refugi de caça, per la qual cosa es prohibeix qualsevol modalitat cinegètica. Superfície: 536,31 hectàrees. Situació: es localitza a l'extrem més oriental del municipi d'Escorca, amb una petita part dins els municipis de Pollença i Campanet, al sector nord del Paratge natural de la Serra de Tramuntana. Com arribar-hi: Coordenades: 39.83095, 2.926826.

PARATGE NATURAL DE LA SERRA DE TRAMUNTANA

(Català) Finca pública de ses Figueroles

(Català)

La finca pública de ses Figueroles va ser adquirida pel Govern de les Illes Balears l'any 1997, amb l'objectiu d'adquirir terrenys per dedicar-los a la conservació del ferreret i del seu hàbitat. Actualment és també mont d'utilitat pública. Al 2001 va ser declarada refugi de caça, per la qual cosa no es pot practicar cap modalitat cinegètica dins els seus límits. Superfície: 272,58 hectàrees. Situació: la finca pública de ses Figueroles es localitza a l'extrem nord-oriental del municipi de Selva, amb una petita porció de terreny dins Escorca, al sector nord de la serra de Tramuntana, dins l'àmbit del Paratge natural de la Serra de Tramuntana. Com arribar: la finca pública no disposa d'accés rodat. A peu s'hi pot arribar des d'Alcanella enllaçant amb les finques públiques de Menut, Binifaldó i Míner Gran. Coordenades: 39.807217,2.905884.